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Dieses Buch bietet eine umfangreiche Sammlung von Forschungs- und Praxisperspektiven rund um zentrale Themen im Bereich des arbeitsgestutzten Lernens (WBL). Auf Basis eines ausfuhrlichen Literaturuberblicks uber den aktuellen Forschungsstand zum Thema WBL in der beruflichen Bildung im globalen Kontext wurden Beitrage von anerkannten Forschern und Experten in der Berufsbildung aus der ganzen Welt zu zentralen Schlusselthemen ausgewahlt. Inspiriert von Forschungsergebnisse aus einer Vielzahl von aktuellen nationalen Projekten bietet das Buch neue Erkenntnisse uber foerderliche Faktoren fur das Lernen auf individueller Ebene sowie im Arbeitsumfeld. Die Papiere nehmen regionale und nationale Herausforderungen bei der Unterstutzung von WBL und bei der Entwicklung und Umsetzung von Curricula auf, die auf realen Arbeitsprozessen basieren. Sie werfen einen tieferen Blick auf die Rolle von Tutoren im WBL und zeigen neue Moeglichkeiten bei der UEbertragung und Anerkennung von Wissen, Fahigkeiten und Kompetenzen. Die Forschungsansatze, die in diesem Buch vorgestellt werden, sollen dabei unterstutzen, Berufsbildungsziele unabhangig von Region und Umfang zu erreichen.
Dem Thema der Geschlechterdifferenz wurde in der Wissenschaft nur wenig sichtbare Aufmerksamkeit gewidmet. Daher erstaunt es nicht, wie sparlich, frag- mentiert und einseitig die Kenntnisse der Wissenschaften zu diesem Thema wirk- lich waren. Wiihrend der letzten 15 Jahre wurde dies durch die Arbeit von Wissenschaft- lerinnen deutlich, deren Bindungen an die Frauenbewegung eine veriinderte Wahmehmung und Wertung zunachst der eigenen Situation in der Wissenschaft zur Folge hatte und schlieBlich den Blick auf die Wissenschaft veriinderte. Seither wachst die Zahl der Studien tiber die abgewertete und vemachlassigte soziale Er- fahrung von Frauen und die Ungleichheiten im Geschlechterverhaltnis. In den Sozialwissenschaften avancierte die Geschlechtskategorie allmiihlich zur "strukturrelevanten Statusrolle".1 Das ist ein Resultat gesellschaftlicher Veriinderungen wahrend der letzten Jahrzehnte, in denen Frauenrollen einen anderen Status einzunehmen begonnen haben. Ein Ausdruck davon ist die generelle VergroBerung von Rollenspielraumen fUr Frauen, mit der die Loslosung aus den dominanten Zuschreibungen der primaren Rollenmuster als Mutter und Ehefrau sowie sekundarer Berufstiitigkeit verbunden ist. In diesem ProzeB gehen traditionelle Bindungen der Frauenrolle nicht verloren, sondem veriindem sich durch Umschichtungen bei der Gewichtung von Statusrollen. Diese Entwicklung beeinfluBt nicht nur einzelne Bereiche in unserer Gesellschaft wie die Familie, sondem greift auch auf andere institutionelle Bereiche tiber. Die Kategorie Geschlecht in den Sozialwissenschaften erflihrt eine Bedeu- tungserweiterung, so daB sie, vergleichbar mit theoretischen Konzepten von "Klasse" oder "Schicht", als grundlegende Dimension sozialer Organisation ver- standen werden muB. Das ist eine folgenreiche These, deren moglicher Bedeutung ich in dieser Ar- 2 beit nachgehe.
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