|
Showing 1 - 25 of
34 matches in All Departments
Bei der Stahlerzeugung nach dem Siemens-Martin-Verfahren GBPallt
als Nebenprodukt eine erhebliche Menge Schlacke an. Diese ging
GBPruher wegen ihres hohen Eisen-und Mangangehaltes groBtenteils
zum Hochofen zuruck. Heute werden fast ausschlieBlich hochwertige
Erze im Hochofen eingesetzt, und der Anteil der Schlacken am
Hochofen- moIler ist derart gesenkt, daB die Stahlwerke aus
wirtschaftlichen Grunden gezwungen werden, andere
Verwendungsmoglichkeiten fUr ihre Schlacken zu suchen. Auf Grund
ihrer Zusammenarbeit ware ein Einsatz von Siemens-Martin-Schlacke
im StraBenbau naheliegend. 1hre uneingeschrankte Verwendung ist
aber ohne weiteres nicht moglich, da bei Schlacken Eigenschaften
auftreten konnen, die ihren Einsatz im StraBenbau ausschlieBen oder
aber beeintrachtigen. Hauptziel dieses Forschungsberichtes ist,
Siemens-Martin-Schlacken auf solche Fehl- erscheinungen zu
untersuchen und dazu beizutragen, dem StraBenbau eine neue Roh-
stoffquelle zu erschlieBen. 2. Grundlagen der F rischreaktionen
beim basischen SM -V erfahren Urn die Moglichkeit eines Einsatzes
von SM-Schlacken im StraBenbau zu prufen und ihre Qualitat
gegebenenfalls zu verbessern, ist die genaue Kenntnis ihrer
Funktion, auf die nachfolgend naher eingegangen werden solI,
erforderlich. Ziel der Frisch- reaktionen beim basischen SM
-Verfahren ist es, die im Eisen gelosten unerwunschten
Begleitelemente zu entfernen, urn auf diese Weise Stahl
herzustellen. Grundsatzlich konnen die im Bad gelosten
unerwunschten Eisenbegleiter entweder in Form einer festen oder
flussigen Schlacke oder uber die Gasphase abgeschieden werden. 1m
Falle der Verschlackung erfolgt die Bildung einer festen oder
flussigen - meist oxidischen - Verbindung. Dabei werden die im
Eisen gelosten Elemente bei der Frischreaktion durch Oxidation
mittels Badsauerstoff in einen Zustand geringerer freier Energie
uberfuhrt und in der Schlacke abgebunden [1].
Der Zwang zur Steigerung der Leistung nach Menge und Gute geht
durch die ganze Technik. Er besteht auch fur Glasschmelzwannen;
hier vielleicht um so mehr, als dabei jahrzehntelang Versaumtes
nachzuholen ist. K. FLEssA 1] zeigt in einer Veroffent lichung die
Steigerung der Schmelzleistung und die Erhohung der Lebensdauer
einer Weisshohlglaswanne im Laufe von 20 Jahren (1928-1948). Es ist
zu sehen, dass die 2 Leistung von etwa 0,5 tfm und Tag auf etwa 1,2
t, also rd. auf das 2,5fache gesteigert wurde. Gleichzeitig hat
sich die Lebensdauer von ursprunglich 6 Monaten auf uber 30 Monate
erhohen lassen. E. STEINHOFF 171] gibt 1960 die Lebensdauer von
Glasschmelzwannen aus schmelz gegossenen Steinen mit 2 bis 4 Jahren
an. Nach einer Angabe von P. BEYERSDORFER 100] aus dem Jahre 1964
betragt die Lebensdauer von schmelz gegossenen Wannen steinen fur
erschmolzene Natron-Kalk-Glaser bei einer Temperatur von 1550 C 3-4
Jahre. Nach W. LIEHN 172] und einer mundlichen Mitteilung von W.
TRIER aus dem Jahre 1966 bewegt sich die Haltbarkeit von
Glasschmelzwannen je nach Art des erschmolzenen Glases heute
zwischen 4 und 5 Jahren. Die Leistung wurde auf das 4fache
gesteigert. Eine weitere Betriebsstatistik von H. W. BAQUE 27] ist
geeignet, die Rentabilitat zu 2 beurteilen. Nach dieser Aufstellung
hat eine Wanne von 77,5 m Schmelzflache, die mit Schamotte-Material
ausgekleidet war, 7 Monate Betriebszeit uberdauert, und die Aus
kleidung mit geschmolzenen Mullit-Korund-Steinen eine Lebensdauer
von 27 Monaten erreicht. An Glas wurden im ersten Falle 6648 t und
im zweiten 77 485 tausgearbeitet."
Die Verwertung metaHurgischer Schlacken ist in den letzten J
ahrzehnten zu einem wesentlichen wirtschaftlichen Faktor fiir die
Hiittenwerke geworden. So werden Hochofenschlacken zum Teil zur
ZementhersteHung und zum anderen Teil als Baumaterial genutzt. Die
riesigen Schlackenhalden, die friiher zu jedem Hiittenwerk
gehorten, werden heute abgebaut und als Baustoff genutzt. In der
vorliegenden Arbeit wird die Moglichkeit der Verwertung von
Kalksilikat- schlacken, die bei der Chromerzverhiittung anfaHen,
als Rohstoff fiir die Her- steHung feuerfester Steine untersucht.
Es handelt sich bei diesen Schlacken um sogenannte Rieselschlacken,
die beim Abkiihlen zu feinem Staub zerfaHen. Die Schlacken fanden
bisher nur zu einem geringen Teil Verwendung zur Kalkher- steHung.
Der verbleibende Teil muBte auf Halde gefahren werden, obwohl die
chemische Zusammensetzung des Materials Moglichkeiten flir eine
wirtschaftliche Nutzung bietet. 7 1. Zur Problematik CaO-reicher
Feuerfestprodukte 1.1 Kalzi umorthosilikat und die Stabilisierung
seiner Hochtemperaturmodifikationen 1.1.1 PolYlllorphie des
Kalziulllorthosilikates 2 CaO . Si0 2 Kalziumorthosilikat
[1,2,3,4,5,6, 7] oder Dikalziumsilikat bezeichnet man in der
Zementchemie mit der Abkiirzung C S, die wegen ihrer Kiirze und
Ober- 2 sichtlichkeit im folgenden meist benutzt werden wird;
entsprechend fUr C2S erhalt man synthetisch durch Schmelzen einer
Mischung von CaO und Si02 im Molverhiiltnis 2: 1 oberhalb 2130
DegreesC - etwa im Lichtbogen - oder durch Reaktion im festen
Zustand, indem man eine innige Mischung der Bestandteile bei
Temperaturen oberhalb 950 DegreesC brennt [8].
In den letzten Jahren werden in Stoss oefen in immer starkerem
Masse an Stelle der Gleitschienen aus wassergekuhlten Stahlrohren
keramische Gleitschienen aus schmelzgegossenen oder keramisch
gebundenen feuerfesten Steinen eingesetzt. Die keramischen
Gleitschienen haben den Vorteil, dass b~i richtiger Auswahl der
Steinqualitat die Betriebskosten gesenkt werden und eine bessere
Durchwarmung des Einsatzgutes erreicht wird. Mit dem Einsatz von
keramischen Gleitschienen ist jedoch das Problem der Ab
riebfestigkeit des als Schienen verwendeten feuerfesten Materials
stark in den Vordergrund getreten. Es sind zwar verschiedene
Verfahren zur Prufung der Abriebfestigkeit feuerfester Steine,
besonders bei normaler Temperatur, bekannt, doch auf Grund ihres
appa rativen Aufbaues und der Versuchsbedingungen koennen die
erzielten Ergebnisse nicht zur Charakterisierung des
Abriebverhaltens der fur diesen Zweck zu ver wendenden Steine
herangezogen werden. Um aber den ganzen Beanspruchungsmechanismus,
dem feuerfeste Steine in keramisch zugestellten OEfen ausgesetzt
sind, zu erfassen, sollte in der vorliegenden Arbeit ein Verfahren
entwickelt werden, das es ermoeglichte, in Form von Labor versuchen
weitgehendst die herrschende~ Betriebsbedingungen nachzuahmen und
weiterhin in vertretbaren Zeiten Ergebnisse zu liefern, die eine
richtige Auswahl und UEberprufung der Steinqualitaten garantierten.
Fur den speziellen Fall der Untersuchung von keramischen
Gleitschienen fur Stossoefen bedeutet das aber, dass ausser der
Temperatur, Belastung und der Ofenatmosphare neben der mecha
nischen Abriebbeanspruchung eine zu vermutende Reaktion oder
Korrosion zwischen Stein und Eisen wahrend der Prufung durch den
Versuchsaufbau er moeglicht wird.
Seit der Erfindung des Portlandzements vor mehr als hundert Jahren
bemuht sich die Forschung um die Aufklarung des Aufbaues und der
hydraulischen Eigen- schaften dieses Bindemittels. Die grosse Wende
in der Erforschung des Zements wurde durch H. LE CHATELIER [1]
sowie A. E. TOERNEBOHM [2] herbeigefuhrt, dessen Erkenntnisse zum
Teil auch heute noch Gultigkeit besitzen. Beide Autoren stellten
mikroskopisch fest, dass bei der Reaktion zwischen Kalk und Ton
verschiedene Verbindungen entstehen, die man heute als Tri- und Di-
kalziumsilikat, Trikalziumaluminat und Tetrakalziumaluminatferrit
identifiziert hat. LE CHATELIER schloss aus seinen Beobachtungen
darauf, dass das Trikalzium- silikat bei der Zementhydratation die
Hauptrolle spielt, wobei ein Kalziumsilikat- hydrat und freies
Kalziumhydroxid entstehen. Die Verbindung CaA bildet bei der
Hydratation zunachst ein metastabiles Tetrakalziu aluminathydrat
und darauf Trikalziumaluminathydrat. Der ferritischen Phase mass LE
CHATELIER keine Be- deutung bei der Hydratation bei. Auch in der
Folgezeit machte man sich uber das Verhalten der Ferritphase bei
der Hydratation keine genaue Vorstellung, man fand keine endgultige
Loesung. Das Gewichts- und Mol-Verhaltnis der Komponenten der
normalen Portland- zemente sind etwa folgende: CaS CaA 10 5 Gew.-%
55 20 10 Mol in 10 kg Zement 24,1 11,6 3,7 2,1 3,7 Nach der
bisherigen Annahme reagieren die vier Hauptkomponenten unabhangig
voneinander, d. h., ohne gegenseitige Beeinflussung, mit Wasser.
Die funfte Komponente, CaS04, reagiert mit CaA. Dabei entsteht
Monosulfat, CaA . CaS04 .
Die naturlichen Puzzolanen (Trasse) finden in der Bauindustrie auf
Grund ihrer hydraulischen Eigenschaften vielfache Verwendung. Schon
den alten Roemern war es bekannt, dass ein Zusatz von Puzzolanen
zum geloeschten Kalk ein hydraulisches Bindemittel ergab. Viele
Bauwerke, insbesondere Wasserbauten, die unter Verwendung dieser
Puzzolanen-Kalk-Moertel erbaut wurden, sind heute noch ein Beweis
der Bau kunst im Altertum und der Haltbarkeit der verwendeten
Bindemittel. Als Beispiel hierfur in unserer Gegend sei die noch
heute zum Teil erhaltene Wasserleitung von Soetenich nach Koeln
genannt. Es ist noch darauf hinzuweisen, dass die Kenntnisse der
Roemer uber die Ver wendung der Eifeltuffe zur Herstellung
hydraulischer Bindemittel nach ihrem Ruckzug aus Deutschland eine
Zeitlang vollkommen in Vergessenheit geraten waren. Erst im spaten
Mittelalter wurden die Eifeltuffe wieder im Baugewerbe angewendet.
Nach HAMBLOCH [1] wurde im Jahre 1682 wieder mit der industriellen
Aus beutung der Trachyttuffe der Eifel begonnen. Die hier kurz
angedeutete Bedeutung des Trasses war der Anlass, im Anschluss an
die umfangreichen Untersuchungen von SCHWIETE und LUDWIG sowie
SCHWIETE, LUDWIG und WIGGER [2, 3, 4, 5] weitere Kenntnisse uber
die Puzzo lanen, besonders aber uber den rheinischen Trass zu
gewinnen.
Aluminiumsilikate haben in der Keramik, insbesondere bei der
Herstellung feuerfester Baustoffe, grosse Bedeutung erlangt. Neben
den kaolinitischen Tonmineralen (Ab03' 2 Si0 . 2 H0), die die
Hauptbestandteile der Scha- 2 2 motterohstoffe sind, sind hier vor
allem Kyanit, Sillimanit und Andalusit zu nennen. Alle drei
Minerale haben die chemische Zusammensetzung Ab03 . Si0 - 2 Sowohl
Kaolinit als auch Kyanit, Sillimanit und Andalusit bilden bei hohen
Temperaturen Mullit, Cristobalit und eine Si0 -reiche Glasphase.
Der Ab03- 2 Gehalt der Schamotte betragt - wenn man als Rohstoff
reinen Kaolinit benutzt - 45,9%. Daraus lasst sich ein
theoretischer Mullitgehalt (3 Al203 . 2 Si02) von maximal 63,93%
berechnen. Demgegenuber haben die Minerale Kyanit, Silli- manit und
Andalusit sowie ihre Brennpunkte einen Ab03-Gehalt von 62,93%, was
eine theoretische Mullitmenge von 87,65% ergibt. Eine Erhoehung des
Al 0 - 2 3 Gehaltes fuhrt also zur Verminderung der Glasphase und
damit zur Verbesserung der keramischen Eigenschaften. Aus Kyanit,
Sillimanit und Andalusit herge- stellte feuerfeste Steine, die als
Sillimanit-und Mullitsteine bekannt sind, haben daher in der
Industrie vielseitige Verwendung gefunden. Sie sind gegen
Schlacken, Glas-und Metallschmelzen widerstandsfahiger als
Schamotte, sind wegen ihrer hoeheren Druckfeuerbestandigkeit noch
bis zu einer Temperatur von ca. 1650 DegreesC verwendbar und haben
eine gute Temperaturwechselbestandigkeit. Deswegen eignen sie sich
als Baumaterialien fur hochbeanspruchte OEfen oder Ofenzonen, wie
z. B. fur Glas-und Metallschmelzoefen. Das Brenn-und
Umwandlungsverhalten der Rohstoffe ist nur ungenugend be- kannt.
Bei der grossen Bedeutung, welche die Sillimanit-und Mullitsteine
haben, ist es wunschenswert, hieruber groessere Klarheit zu
gewinnen. 7 2. Einfuhrung 2.
Feuerfeste Mortel, Streichmassen, Kitte, Mortel und Stampfmassen
haben als gemeinsames Merkmal, dass sie im ungeformten und
zerkleinerten Zustand ver wendet werden. Sie finden immer weitere
Verbreitung zum Auskleiden von Be haltern aller Art, wie z. B.
Konverter, Pfannen usw., und im Industrieofenbau. So machten die
ungeformten Erzeugnisse bereits 1957 in Europa bei Silikaerzeug
nissen etwa 20%, bei Schamotteerzeugnissen etwa 12,5% und bei
basischen Er zeugnissen etwa 10% der gesamten Produktion aus 1].
Der Mortel hat den Zweck, die einzelnen Steine innerhalb des
Mauerwerks dicht und mechanisch fest zu verbinden. Er muss daher
eine gute Klebkraft haben, um die Steine schon nach dem Vermauern
im ungebrannten Zustand fest mitein ander verbinden zu konnen. Bei
der spateren Betriebstemperatur setzt dann zu satzlich die
keramische Verfestigung ein. Diese soll aber so verlaufen, dass der
Mortel durch das Einbrennen sich selbst verfestigt und durch seine
gute Haft festigkeit den Mauerverband bei hohen Temperaturen
zusammenhalt."
Bei den Arbeiten zur Aufklarung der Strukturen und des
Brennverhaltens von Tonmineralen wurden schon fruh thermochemische
Untersuchungsverfahren herangezogen. Die Differentialthermoanalyse,
abgekurzt DT A, war dazu recht gut geeignet, doch konnten im
allgemeinen nur qualitative Schlusse p. ber den Ver- lauf der
Erhitzungsreaktionen gezogen werden. SCHWIETE und ZIEGLER [1]
fuhrten als modifiziertes Verfahren die dynamische
Differenzenkaloriemetrie (DDK) ein, deren Versuchsanordnung eine
quantitative Auswertung der Reaktionseffekte ge- stattet. 2 Trotz
unterschiedlicher Untersuchungsmethoden wurden oft fur die mit Ca +
belegten Montmorillonite hoehere Energiewerte als bei den mit Na +
belegten Mont- morilloniten ermittelt. Auch SCHWIETE, ZIEGLER und
KLIESCH [2] bestatigen bei Anwendung der DDK diese Beobachtung. Sie
untersuchten einen naturlichen 2 Na+-Montmorillonit von WYOMING und
einen Ca +-Montmorillonit von Polke- ville. Dabei ergab sich fur
den Na+-Montmorillonit bei der ersten endothermen
Hochtemperaturreaktion (zwischen 620 und 750 Degrees C) ein etwa
doppelt so hoher 2 Wert als beim Ca +-Montmorillonit (62,5 zu 40,9
calJg bezogen auf reines Ton- mineral). Fur die 2. endotherme
Hochtemperaturreaktion fanden sie mit 10,9 calJg zu 7,2 calJg ein
ahnliches Verhaltnis. Bei der Tieftemperaturentwasserung be-
obachteten sie keinen auffallenden Unterschied, jedoch wurde das
Wasser des Na+-Montmorillonits in einem kleineren Temperaturbereich
(von 30 bis 205 DegreesC) 2 als beim Ca +-Montmorillonits (bei 30
bis 270 DegreesC) abgegeben. Endgultige Aussagen, ob die oben
angefuhrten Unterschiede direkt den Natur- produkten oder der
verschiedenartigen Kationenbelegung zuzuordnen sind, wur- den nicht
gemacht. Diese Fragen fuhrten zur experimentellen Bearbeitung des
Problems in der vorliegenden Arbeit. 1.
Die vorliegende Arbeit behandelt Untersuchungen an den Mineralen
mit der Zusammensetzung AbOs' Si02: Kyanit oder Disthen, Sillimanit
und Andalusit. Der Name Kyanit stammt von dem griechischen xuocvo .
Er bedeutet soviel wie dunkelblau. Die Bezeichnung Disthen ist
ebenfalls dem griechischen ent- nommen ( L = zweifach, O', s.evo =
Kraft) und bezieht sich auf die bekannte Eigenschaft, dass die
Kristalle in zwei verschiedenen Richtungen unterschiedliche Harte
besitzen. Der Sillimanit wurde im Jahre 1824 als selbstandiges
Mineral von BowEN ent- deckt und nach B. SILLIMAN, Professor der
Chemie an der Yale Universitat, benannt. Die Bezeichnung Andalusit
stammt von der Provinz Andalusien in Spanien, wo er zuerst gefunden
wurde. Theoretisch bestehen diese Mineralien aus 62,93% AbOs und
37,07% Si0 . 2 Sie kommen aber in der Natur selten rein vor. Die
Verunreinigungen sind im allgemeinen Korund, Glimmer, Eisenoxyd,
Rutil und Quarz. Die AbOs' Si02-Mineralien haben in der
Silikattechnik grosse Bedeutung. Bei hohen Temperaturen werden sie
in Mullit (3 AbOs' 2 Si02) und Cristobalit bzw. eine Si02-reiche
Schmelze zersetzt. Aus diesen Mineralien hergestellte
hochtonerdehaltige feuerfeste Steine, die im allgemeinen
Sillimanitsteine genannt werden, finden in der Industrie
vielseitige Verwendung. Sie sind gegen flussige Schlacken, Glaser
und Metalle sehr wider- standsfahig, haben eine gute
Temperaturwechselbestandigkeit und eignen sich deshalb als
Auskleidungs- oder als Baumaterial fur OEfen, die bei hohen
Tempera- turen arbeiten, zum Beispiel Glasschmelzoefen oder
metallurgische OEfen. Ausserdem werden die AbOs' Si0 -Mineralien
zur Herstellung von hochfeuer- 2 festem Prozellan, Zundkerzen und
Laboratoriumswaren verwendet.
Die vorliegenden Untersuchungen wurden durchgefuhrt, um das
moerteltech nische Verhalten von verschiedenen rheinischen und
bayrischen Trassen zu klaren. Obwohl die Verbesserung der Kalke
durch Puzzolanen, das sind hydraulische Zusatzstoffe wie
Puzzolanerde, Trass, Diatomeenerde etc., seit langem bekannt ist,
gehen die Anschauungen uber die Wirksamkeit des Trasses in
Verbindung mit Normenzementen stark auseinander. So schrieb
MICHAELIS [1J am Ende des 19. Jahrhunderts: "Geeignete Puzzolane
erhoe hen die zementierende Kraft eines Zementes". Dem steht die
Meinung von GRAF [2J entgegen, nach der die Puzzolanzusatze nur
eine bessere Poren ausfullung im Beton bewirken, also die Dichte
des Betons erhoehen sollen, um so den Beton gegen aggressive Wasser
bestandiger zu machen. Zur Bestimmung des Einflusses des Trasses
wurden Bindemittelmischungen hergestellt, in denen Zemente und auch
Kalke teilweise durch Trass bzw. durch Quarz oder Tonerde ersetzt
wurden. Das heisst, Quarz und Tonerde wurden als inerte
Vergleichssubstanzen herangezogen. Auf die Tatsache, dass der
feingemahlene Quarz nicht als vollstandig inert bezeichnet wer den
darf, wird bei der Betrachtung der Kalkbindung der Trasse noch zu
ruckgekommen werden.
The question which is raised by the tide of this survey "A second
Stone Age?" is meant by its author to be interpreted in a
figurative sense, namely in respect to the increasing importance of
all those branches of the industry which are manufacturing products
from "stones and earth." The meaning of the comprehensive term
"mineralogical processing in dustry" is a synthesis of
raw-materials and processing techniques and comprises know-how,
science and research in the fields of ceramics (fine-and heavy day
ceramics as weIl as refractory building materials) binders (cement
-lime - gypsum) glas, and enamel. The answer to the question posed
is given in a comprehensive report about the development, the
expansion and present-day technical achievements in these fields.
The author particularly points out the absolute necessity of
mineralo gical products, and shows that technical progress as the
basis of our culture and civilisation would be unthinkable without
these products."
In einer fruheren Arbeit 98J wurden Untersuchungen an einem
feuerfesten Spezialstein auf de. r Basis BaO-A1 0 -Si0 durchgefuhrt
mit dem Ziel, das 2 3 2 fehlerhafte Verhalten solcher Steine zu
vermeiden und die vorteilhafte sten Rohstoffe und technologischen
Bedingungen fur die Herstellung brauch barer Steine zu ermitteln.
Im Anschluss daran stellte sich nun die Frage, wie im einzelnen die
Festkorperreaktionen im Dreistoffsystem BaO-A1 0 - 2 3 Si0 sowie in
seinen Teilsystemen ablaufen und von den gewahlten Aus 2 gangs
stoffen abhangen; bisherige Untersuchungen dieser Systeme hatten
sich im wesentlichen nur mit der Ermittlung der
Ausscheidungstemperatur ren und -Phasen beim Abkuhlen von Schmelzen
der verschiedenen Zusammen setzungspunkte beschaftigt. Zur Klarung
der Festkorperreaktionen wurde in dieser Arbeit insbesondere die
Infrarotspektroskopie herangezogen, da diese unmittelbar Aufschluss
uber die Bindungsverhaltnisse der Stoffe gibt und unabhangig vom
Ordnungszustand den gesamten Ablauf der Reaktionen einschliesslich
aller Zwischenphasen und Fehlordnungszustande erfassen lasst (s.
auch 99J). Bei der Untersuchung der einzelnen Reaktionsprodukte
wurde jeweils so vorgegangen, dass von ein und derselben Substanz
ein Infrarotdiagramm und eine Rontgenaufnahme angefertigt wurden.
Die einzelnen Kurven wurden dann in Ubersichtsdiagrammen
zusammengefasst und die entsprechenden Aufnahmen gegenubergestellt;
auf diese Weise konnte nebeneinander die Entwicklung der
kristallographischen Verhaltnisse (ersichtlich aus den Rontgenauf
nahmen) und die Veranderung in den Bindungsverhaltnissen (erkennbar
aus den Infrarotspektren) verfolgt werden. Da die Interferenzen der
meisten im Laufe der Untersuchungen vorkommenden Verbindungen
bereits aus der Literatur bekannt waren, konnten diese zur
Identifikation der jeweils vorliegenden Stoffe herangezogen
werden."
1. Einleitend wurden die mathematischen Grundlagen fur die
Bestimmung der Warmeleitfahigkeit aufgezeigt. Sodann wurden die
prinzipiellen Moeglichkeiten zur experimentellen Ermittlung der
Warmeleitfahigkeit behandelt. 2. Eine Apparatur zur Messung der
Warmeleitfahigkeiten feuerfester Materialien bei hohen Temperaturen
wurde entwickelt. Diese arbeitet nach dem absoluten
Zylinder-Verfahren mit S hutzring-Anwendung. Die Prufkoerpersaule
ist von einem Ofen umgeben, durch dessen elektrische Beheizung das
Warmegefalle im Prufkoerper beliebig klein gehalten werden kann.
Die Prufanordnung steht senkrecht, damit der Ofen bei der
thermischen Belastung nicht noch eine zusatzliche mechanische
erfahrt, und damit sich das Temperaturfeld koachsial einstellen
kann. Die notwendige Temperaturkonstanz wird in der Versuchsanord-
nung auf folgende Weise erreicht: a) Ein Spannungskonstanthalter
sorgt fur eine gleichmassige Leistungs- abgabe an den zentralen
Heizer. b) Ein Schutzschirm um den Ofen verhindert einen zeitlich
untGr- schiedlichen Warmeabtransport von der Ofenaussenwand (etwa
durch Zugwind) . Eine sorgfaltige Abdichtung des Ofens verhindert
eine Schornstein- wirkung in der Anordnung und gewahrleistet somit
einen konstanten Warmefluss. - Die entwickelte Apparatur macht
speziell geformte Pruf- koerper erforderlich, die in einer eigens
hierf;ir gebauten Form her- gestellt werden koennen. 3. In der
Apparatur wurde die thermokonstante Zone ausgemessen. Auf Grund
dieser Messungen konnte der zentralo Heizer konstruiert werden. 4.
Zur Erprobung der Apparatur wurden zahlreiche Versuche unternommen,
mit deren Ergebnissen eine Arbeitsvorschrift fur die Versuchsvorbe-
reitung und Durchfuhrung aufgestellt werden konnte. Ebenso wurde
ein spezielles Verfahren zur Auswertung, der Versuche entwickelt,
wodurch "systematische Fehler" ausgeschaltet werden koennen.
|
You may like...
Ab Wheel
R209
R149
Discovery Miles 1 490
|