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Franz Grillparzer ist sterreichs bedeutendster und ber hmtester
Dichter. Die H hepunkte seiner poetischen Kunst liegen im
dramatischen Schaffen. Seine meisterhaften antikgriechischen Dramen
Sappho, Medea und Des Meeres und der Liebe Wellen, sein M rchen Der
Traum ein Leben und das k stliche Lustspiel Weh dem, der l gt
bereichern auch heute noch die Spielpl ne unserer Theater. Auf
seine vaterl ndischen Habsburgerdramen und Alterssch pfungen trifft
dies hingegen weniger zu. Bei hinreichender Ber cksichtigung von
Grillparzers Biographie ergibt sich ein fesselnder Einblick in die
lebenslange Wechselwirkung zwischen teilweise ungew hnlichen
Lebensumst nden und grandiosen Schaffensresultaten. Diese
Wechselwirkungen aufzudecken, hat sich die vorliegende Studie zum
Ziel gesetzt. Auf diesem Wege gelangt sie unter anderem auch zu
neuen Erkenntnissen in Bezug auf das Wiener Umfeld des Dichters.
Der 1813 im westlichen Th ringen geborene Otto Ludwig strebte urspr
nglich die kompositorische Musikerlaufbahn an, wurde sich aber
schnell seiner Zuneigung und F higkeit zu dichterischen Sch pfungen
bewusst. Kontinuierlich entwickelte er seine Kunst realistischer
Darstellungen, die dann schlie lich in der novellistischen
Meistertriade Die Heiteretei, Aus dem Regen in die Traufe, Zwischen
Himmel und Erde (1854/55) gipfelte. Aber auch auf dramatischem
Gebiet gelangte Otto Ludwig nach interessanten Zwischenstufen -
etwa der einmaligen Gestalt des Goldschmiedes Cardillac im Fr ulein
von Scuderi - zu der so spannenden wie stimmungsgewaltigen Trag die
Der Erbf rster, deren Urauff hrung im Dresdner Hoftheater (1850)
ungeachtet Hebbels und Anzengrubers Schaffen einem b
hnengeschichtlichen Meilenstein zwischen Kleist und Ibsen
gleichkommt. Eine - hier vorgeschlagene - Neufassung der
Schlussszene mit eher heiterem Ausgang kann das Drama schnell dem
dauerwertigen Theaterrepertoire zur ckgewinnen. In den letzten
Lebensjahren oblag Otto Ludwig seinen Dramatischen Studien, in
denen er - alsbald hochgelobt - die konzeptionelle Divergenz
zwischen Shakespeare und Schiller meisterhaft herausarbeitete.
W hrend der Jahrzehnte vor und nach 1800 wurde der B hnenautor
Kotzebue auf den europ ischen Theatern weit h ufiger aufgef hrt als
Goethe und Schiller zusammen. Von St. Petersburg bis nach New York,
in den Residenzst dten wie mittels Wanderb hnen auch auf D rfern.
Der die Theatergesetze genial Beherrschende wurde seitens des preu
ischen K nigspaares, Napoleons, der russischen Zaren, des Kaisers
in Wien und sogar von der K nigin von Neapel in Privataudienzen
empfangen. Der studierte Jurist stieg zum Pr sidenten des Revaler
Gouvernementmagistrates auf, wurde geadelt, russischer Staatsrat
und sp ter russischer Generalkonsul in K nigsberg. Seine Ermordung
durch einen fanatischen Theologiestudenten 1819 f hrte zu den
sogenannten Karlsbader Beschl ssen und damit zur jahrzehntelangen
rigorosen Versch rfung der politischen Situation in deutschen
Landen. Unter seinen ehedem Hunderten von B hnenst cken sind auch
heute noch einige k stliche Lustspiele auf dem Spielplan der
Theater pr sent. In ihrer handwerklichen Meisterschaft und
gleichzeitig facilen Handhabung k nnten sie vor allem die Film- und
Fernsehindustrie animieren und bereichern.
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