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Die Textilveredlungsindustrie hat auf Drangen des Grosshandels bei
der Aus rustung von weissen Waschestoffen in den letzten Jahren in
steigendem Masse optische Aufheller eingesetzt, um ein Hochweiss zu
erzielen, das sich nach Meinung des Handels besser verkaufen lasst.
Da die optischen Aufheller jedoch nicht wasch bestandig sind, gehen
sie bei den ersten Waschen wieder herunter, so dass die
Waschestoffe einen leicht gelblichen Schein bekommen. Der Laie
glaubt, dass die verwendeten Waschmittel nicht kraftig genug
gewaschen haben. Die Waschmittel industrie sah sich daher
gezwungen, ebenfalls optische Aufheller in steigendem Masse den
Waschmitteln zuzusetzen. Dadurch wurde erreicht, dass das hohe
Anfangsweiss der Neuware auch nach mehreren Waschen erhalten blieb.
Anfanglich traten teilweise erhebliche Schwierigkeiten beim Waschen
mit optische Aufheller enthaltenden Waschmitteln ein, wie
Fleckenbildung, ungleiches Auf ziehen, Farbverschiebungen, Antonen
der Wasche usw. Diese Schwierigkeiten sind auch heute noch nicht
ganz uberwunden. Es war daher Aufgabe dieser Arbeit, die
Reklamationen naher zu untersuchen und Moglichkeiten aufzuzeigen,
wie diese Schwierigkeiten beseitigt werden konnen. 7 II.
Allgemeines uber die Entwicklung der optischen Aufheller Vor
ungefahr 30 Jahren hatte KRAlS 7] die optisch aufhellende Wirkung
des Aesculins, das im Extrakt der Rosskastanie vorkommt, erkannt.
Er verwirklichte damit den Vorschlag von A. v. LAGORIO 8], den
Weissgehalt von Substraten durch fluoreszierende Verbindungen zu
erhohen. Das von KRAlS als optischer Aufheller vorgeschlagene
Aesculin und andere zu damaliger Zeit verwendete
Cumarin-Abkommlinge, wie beispielsweise das Umbelliferon-Acetat,
wiesen be trachtliche Mangel auf, z. B. unterschiedliche Affinitat
zur Faser, geringe Wasch-, Spul- und Kochbestandigkeit und nicht
zuletzt ungenugende Lichtbestandigkeit."
Weisswasche, die vorwiegend aus Leinen-, Baumwoll- bzw.
Zellwollgespinsten hergestellt wird, erfahrt durch wiederholte
Waschbehandlungen mehr oder weniger grosse Festigkeitseinbussen.
Hat doch das Waschen von Weisswasche als ein sich standig
wiederholender Veredlungsvorgang zu gelten, wobei die wahrend des
Gebrauches eingetretene Verschmutzung bzw. Verfleckung entfernt
werden muss. Finden hierbei unzweckmassige Arbeitsweisen Anwen
dung, so kann eine erhebliche Wascheschadigung eintreten und die
Lebens dauer der Wasche merklich herabgesetzt werden. Dieser
Umstand veranlasst Forschungs- wie Entwicklungslaboratorien sich
standig mit der Frage des Waschens zu beschaftigen. Je langer man
sich mit den Problemen der Waschereichemie befasst, um so mehr
wachst die Er kenntnis, dass die hierbei ablaufenden Reaktionen
recht verwickelter Na tur sind. Um den Anspruchen, die die
Verbraucherkreise an Weisswasche h nsichtlich Weissgrad und
Fleckenfreiheit stellen, nachkommen zu konnen, ist die
Mitverwendung von Bleichmittel unumganglich. Das Bleichen der
Wasche wird heute in einem Arbeitsgang wahrend der Waschbehandlung
durch gefuhrt und bedeutet fur die Hauswascherei sowie fur die
gewerbliche Wascherei eine erhebliche Arbeitserleichterung, da die
fruher ubliche zeitraubende und witterungsabhangige Rasenbleiche in
Fortfall kommen kann. Dass letztere jedoch auch faserschadigend
ist, daruber berichtet A. SCHNYDER (1). Bei seinen Versuchen
stellte er fest, dass Gewebe, die einer Sonnenbleiche ausgesetzt
waren, einen beachtlich grosseren Festig keitsabfall aufwiesen
gegenuber Geweben, die im zerstreuten Licht (ge deckte Halle)
getrocknet wurden. Um die Wirkungsweise der Bleichmittel
hinsichtlich der Gewebeaufhellung und Fleckenentfernung bei
bestmoglicher Gewebeschonung zu erkennen, ist der Frage des
Bleichens grosste Aufmerksamkeit zu schenken."
Die Erzielung eines Hochstmasses an Tragfahigkeit ist fur die
Uniformtuch beschaf fenden Behorden von jeher ein Gebot der
wirtschaftlichsten Verwendung offentlicher Mittel gewesen und
gewinnt besonders in Zeiten an Bedeutung, in denen mit den
vorhandenen Rohstoffen auf das sparsamste umgegangen werden muss.
Wenn auch die jahrzehntelangen Erfahrungen der Tuchindustrie zu
einer beachtlichen Gute der Tuche gefuhrt haben, so treten doch
immer wieder alte ungeklarte Fragen und neue Probleme auf, die sich
aus der Entwicklung neuer Textilhilfsmittel ergeben. Im Laufe der
letzten IO Jahre sind in der Abteilung Textilien der Hauptabteilung
Faserstoffe des Staatlichen Materialprufungsamts Berlin-Dahlem eine
Reihe von eingehenden Untersuchungen solcher Fragen durchgefuhrt
worden. Im Bestreben, die Ergebnisse dieser Untersuchungen der
gesamten deutschen Tuchindustrie nutzbar zu machen, ist ein Teil
dieser Arbeiten in diesem Heft zusammen gestellt worden. Bei der
Durchfuhrung der Arbeiten ist dem Amt eine wirksame Unterstutzung
vor allem seitens des 0 b e r k o m m a n d o s d e r W e h r m a c
h t und der V e r t r a u e n - stelle fur Lieferungstuch-,
Offizierstuch- und Feintuchmacher, Vertriebsgesellschaft m. b. H.,
ferner durch die Farbenfabriken I. G. Farben in du s tri e AG. und
I. R. Gei g y sowie andere Textilhilfsmittelhersteller wie die
Bohme-Fettchemie G. m. b. H., die Hansa-Werke Lurmann, Schutte
& Co. und die Chemische Fabrik Grunau zuteil geworden, denen
auch an dieser Stelle-besonderer Dank gesagt sei. H."
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