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1. Images und Selbstbildnisse Wer eigentlich Norbert Elias war,
schien selbst kurz nach seinem Tode noch etwas unklar. Die Deutsche
Presseagentur bezeichnet ihn am 2. August 1990 in der Uberschrift
ihrer ersten Meldung urn 12. 31 Uhr als "Soziologen,
Kulturphilosophen und Psychologen." 1m Titel einer zweiten,
Hingeren Meldung urn 13. 52 Uhr steht noch "Soziologe und
Kulturphilosoph." Erst der ausftihrliche Nachruf urn 14. 58 Uhr
legt sich auf den Hauptberuf des Verstorbenen fest:
"Menschenwissenschaftler" . Norbert Elias, der Spatgekommene, der
am 1. August 1990 in Amsterdam im Alter von 93 Iahren gestorben
ist, geh6rt heute be reits zu den Klassikern der Soziologie, in
einem Atemzug zu nen nen mit Auguste Comte, Karl Marx und Max
Weber. Der Siiddeut schen Zeitung galt er am Ende seines Lebens als
einer "der am meisten unterschatzten groBen Denker unserer Zeit"\
der FAZ als vielleicht iiberhaupt "der Denker der jetzt
anbrechenden Zeit, 2, dpa zahlt ihn professionell zuriickhaltend -
weil man nie wissen kann, was noch kommt - jedenfalls zu den
"bedeutendsten Soziologen unseres Iahrhunderts." 3 Ulrich Greiner
schreibt in der Zeit: , ( . . . ) es mag sein, daB die groBe Zeit
der Elias-Lektiire und der Elias-Wirkung erst noch kommt. Sieht es
doch so aus, als hatten die Ideologien und Phantas magorien des 19.
Iahrhunderts ihre Kraft verloren, als k6nnten wir endlich Elias
lesen und erkennen, daB er damals auch deshalb nicht dazugeh6rte,
weil er seiner Zeit voraus war. Er war es als Wissen schaftler, und
er war es als Mensch."
1 Alle Zitate aus Gotthard Gunthers Aufsatz "Life as
Poly-Contexturality" (zitiert als: Life) sind Ubersetzungen aus dem
Englischen von mir - d_ Verf. 2 Auf dem Weg zu einem logischen
Formalismus der iterierten Negation setzt sich Gunther mit dem
idealistischen Antiformalismus Hegels aus einander, fur den nur die
Alternative bestand: "Entweder ist die iterierte Negation formal,
dann handelt es sich um den klassischen Operator. Ist der
Negationsprozess aber nicht klassisch, dann ist er auch nicht
formal." Diese Alternative, sagt Gunther, ist falsch. (Sprache, 64)
"Die irrtumliche Uberlegung, von der Hegel ausgeht, ist die: Jeder
Formalismus ist zwei wertig. Ein zweiwertiges System kann per
definitionem nur einen Nega tionsoperator haben." (Sprache, 65)
Gunthers Anliegen dagegen ist, ei nen transklassischen Formalismus
der fortgesetzten Negation zu finden, um den Reflexionsprozess
sichtbar zu machen. 3 Eine "logische Differenz" sieht Gunther
zwischen Natur-und Sozialwis senschaften (er spricht von
"Geisteswissenschaften") nur in der Differenz zwischen
"struktureller Komplikation," der Vielzahl gleichartiger
Strukturen, die eher im Gegenstandsgebiet der Naturwissenschaften
an zutreffen ist, und "struktureller Komplexitat," der Vielzahl
verschieden artiger Strukturen, denen eher die Sozialwissenschaften
begegnen (s."
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