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Liminalitat ist ein Signum der Gegenwart. Die neuere Literatur,
insbesondere die Lyrik, nimmt seismographisch liminale Phanomene
der Gegenwart wahr und bildet vielfaltige liminale Formen und
Funktionen aus. Zentral betroffen ist das sprechende Subjekt, das
in Transition versetzt wird: Zersetzung, Aufloesung, Fluiditat,
aber auch Transparenz und Transformation oeffnen seine Grenzen zum
Anderen: zu den Mitmenschen, der Natur oder auch der Transzendenz.
Der vorliegende Band vereint Aufsatze, die Liminalitat in Bezug auf
Schwellenzeit als conditio historiae der Gegenwart, auf
Gattungstransitionen und auf Grenzerfahrungen des Subjekts
behandeln. Der Schwerpunkt liegt auf russisch- und
deutschsprachigen Gedichten. Daruber hinaus werden weitere
slavische und ostasiatische Literaturen einzeln und komparatistisch
behandelt sowie andere Gattungen, intermediale Formen und
philosophische Perspektiven einbezogen.
Das Subjekt ist in der Gegenwart geradezu omniprasent.
Ideengeschichtlich hat es zahlreiche Transformationen durchlaufen
und ist immer wieder kontrovers diskutiert worden. Trotz der These
vom "Verschwinden des Subjekts" begegnet es derzeit nicht nur in
neuartigen Ausformungen, sondern auch als Referenzbegriff in
unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen. Der vorliegende
Band widmet sich der Frage, in welchen Formationen und Diskursen
das Subjekt in der Gegenwart Prasenz gewinnt. Der Fokus liegt dabei
auf Konfigurationen des Subjekts in theoretischen Konzepten,
poetologischen Reflexionen und lyrischen Gestaltungen. Die
untersuchten Texte entstammen der russischen, ukrainischen,
deutschen, chinesischen, japanischen, brasilianischen, chilenischen
und arabischen Gegenwartslyrik.
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