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1.1 Bedeutung der Agglamerierung van Eisenerzen fur die
Eisenhuttenindustrie Seit der Jahrhundertwende hat sich die
Agglomerierung von feinkoernigen eisenhaltigen Materialien zu einem
der wichtigsten Verfahren der Moeller-Vorbereitung [1-4] fur den
Hochofen entwickelt. Die Anforderungen an die Einsatzstoffe im
Hochofen sind im Hinblick auf dessen Leistungssteigerung [5-12]
sowie infolge der immer groef3er wer- den den Nachfrage nach Eisen
und Stahl erheblich gestiegen. Das Sintern von Eisen- erzen [13]
ist bisher als thermisches Verfestigungs- und Agglomerierverfahren
am weitesten entwickelt und grundlagenmaf3ig erforscht, was durch
die Vielzahl der mit Erfolg betriebenen Sinteranlagen, die
zahlreichen Untersuchungen und Veroeffent- lichungen zum Ausdruck
kommt. In den letzten J ahren hat sich ein weiteres thermisches
Verfestigungsverfahren, das Pelletieren [14-18], als Konkurrenz zum
Sintern in den Vordergrund geschoben. Ob- wo hl die Kenntnisse uber
Pellets [19] bisher nicht genugend ausgereift sind, weist die
Pelleterzeugung eine stark ansteigende Tendenz (70 Mill. t im Jahre
1966) auf, wahrend die Sinterproduktion bei 300 Mill. Jahrestonnen
stagniert. Bisher laf3t sich nicht ein- deutig beurteilen, ob
Sinter oder Pellets zu besseren Hochofenleistungen fuhren. Die
bisher erhaltenen Ergebnisse lassen jedoch die Vermutung zu, daB
ein Verhaltnis Sinter: Pellets = 1: 1 die gunstigsten
Voraussetzungen [9, 10, 12] schafft. Wahrend die Agglomerierung von
Eisenerzen durch Kalt-Brikettierung wegen der Kompliziertheit d s
Verfahrens sowie zu geringer Festigkeit der Briketts keine Be-
deutung erlangt hat, findet in neuester Zeit die
Heif3-Brikettierung einige Beachtung.
Es handelt sich bei dieser Arbeit urn die geplante Dissertation von
Manfred KEMPKES, vor deren V ollendung dieser leider verstorben
ist. An der Durchfuhrung und V ollendung dieser Arbeit waren
folgende Mitarbeiter beteiligt: Dipl.-Ing. HANS HOLLINGSHAUSEN
Dipl.-Ing. HARALD HELMENSTEIN Besonderer Dank gilt auch Herrn Prof.
Dr.-Ing. PETERS EN fur die Beratung in den Brikettierungsfragen. 3
lnhalt 1. Einleitung und Problemstellung . . . . . . . . . . . . .
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7 1.1 Zweck und Bedeutung
des Sinters in der Eisenhuttenindustrie . . . 7 1.2
Problemstellung........................................... 7 2.
Bisherige MaGnahmen zur Verbesserung der Gasdurchlassigkeit ......
8 2.1 Rollieren................................................. 8
2.2 Getrennte V orbehandlung der Einsatzstoffe mit hohem Feinstko-
gehalt und gemeinsame Sinterung aller Mischungsanteile . . . . . .
. . 8 2.3 Hartschaum-Verfahren
..................................... 8 2.4
Kernpellet-Sinterverfahren.................................. 9 3.
Neue Maglichkeiten zur Verbesserung der Gasdurchlassigkeit . . . .
. . . 10 . 3.1 Grundgedanke einer Zwangskrumelung
...................... 10 3.2 Verdichtung (Brikettierung) von
Sintermischungen auf einer Walzenpresse
............................................. 10 3.3 Sinterung der
Erzbrikettbruchstucke ......................... 11 4.
Versuchsergebnisse bei Anwendung verschiedener zwangsgekrumelter
Sintermischungen .............................................. 12
4.1 Sinterversuche mit Mischung A 12 4.2 Sinterversuche mit
Mischung B 16 4.3 Sinterversuche mit Mischung C 18 4.4
Sinterversuche mit Mischung D 21 4.5 Sinterversuche mit in
feinkarnigem Koksgrus eingehullten Erzbriketts (Mischung A)
.................................. . 22 4.6 Zusammenfassung der
Versuchsergebnisse mit zwangsgekrumelten Sintermischungen
........................................ . 24 5. Ursachen fur die
hohen mit zwangsgekrumelter Sintermischung er zielten Leistungen .
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .. . . 26
. . . . . . . . . . . ."
In der vorliegenden Arbeit wurden elektronenmikroskopische und
Elektronen- beugungsuntersuchungen uber die Existenzbereiche der
Eisenkarbide an dunnen Eisen- und Kohlenstoffschichten angestellt.
Dunne Schichten bis zu 1000 A Dicke wurden in einer
Hochvakuumbedampfungsanlage bei einem Druck von 6 8- 10- Torr auf
geeignete Objekttrager aufgedampft. Reinsteisendraht wurde von
einem gegluhten Wolframdraht, auf den er aufgewickelt war, oder aus
Sinter- thermschiffcheE verdampft. Die Verdampfung des Kohlenstoffs
erfolgte nach dem Verfahren von D. E. BRADLEY. Als Objekttrager
wurden mit Kollodium befilmte, mit Kohlenstoff befilmte,
elektronenmikroskopische Objekttragerblenden, be- filmte,
unbefilmte, mit einer Glyzerin-Alkohol-Mischung befeuchtete
Glasplatten, Kunstoffolien, Glimmer und NaCl-Spaltstucke auf ihre
Verwendungs moeglich- keiten gepruft. Wahrend des Verdampfens wurde
mit einer optischen Schicht- dickenmesseinrichtung die Schichtdicke
der aufgedampften Schicht ermittelt und durch anschliessende
photometrische Messung der Lichtdurchlassigkeit mit- bedampfter
Testglaser kontrolliert. Die Warmebehandlung der
Eisen-Kohlenstoff-Aufdampfschichten erfolgte un- mittelbar nach der
Bedampfung ohne Unterbrechung des Hochvakuums in einer besonderen
Heizvorrichtung im Rezipienten der Bedampfungsanlage. Die
elektronenmikroskopischen und Elektronenbeugungsaufnahmen wurden
mit dem UEbermikroskop UEM 100d der Firma Siemens & Halske,
Berlin, gemacht. Zu einigen Untersuchungen wurde auch der
Elektronendiffraktograph KD 3 der Firma Trub, Tauber, Zurich,
herangezogen. Zunachst wurde auf eine Kohlenstoffolie von 215 A
Dicke, die eine Einloch- blende uberspannte, 500 A Eisen
aufgedampft und bei Temperaturen von 220 bis 0 900 C und Zeiten von
einigen Sekunden bis zu 10 Std. warmebehandelt. Es wurde Zementit
und Haggsches Karbid nachgewiesen und die Zeit-Temperatur-
Abhangigkeit der Bildung des Haggschen Karbids bestimmt.
Mit der raschen Entwicklung der modernen Zivilisation steigt
standig die An forderung an die Stahlerzeugung der Welt. Stahl wird
heute ausschliesslich aus Roheisen und Schrott hergestellt. Durch
die immer kleiner werden Schrottmengen in den Industrielandern und
den Mangel an Schrott in den Entwicklungslandern ist die
Stahlindustrie weitgehend auf Roheisen angewiesen. Das Roheisen
wird heute zum grossten Teil im klassischen Hochofen erzeugt, der
erhebliche Anspruche an die Qualitat der Rohstoffe stellt. Mit der
Zunahme der Roheisenerzeugung ist auch der Bedarf an verkokbarer
Kohle gestiegen, die im Vergleich zu den in der Welt vorhandenen
Erzen in viel geringeren Mengen vor kommt. Auch sind die
Abbaukosten in der neueren Zeit erheblich gestiegen. Die
ungleichmassige Verteilung der Rohstoffe auf der Welt und die damit
verbundenen Transportprobleme erschweren noch die wirtschaftliche
Herstellung des Roh eisens. Man ist aus diesen Grunden zunachst
gezwungen, Massnahmen zu treffen, die die teure Kokskohle
einsparen, d. h. den spezifischen Koksverbrauch im Hochofen
verringern, des weiteren aber neue Verhuttungsverfahren zu finden,
die den ortlichen Verhaltnissen angepasst sind. Der Hochofen kann
aus Wirtschaftlichkeitsgrunden nur in grosseren Einheiten gebaut
werden. In den nichtindustrialisierten Landern ist aber heutzutage
die Tendenz vorhanden, die Verhuttungsanlagen in kleineren
Einheiten zu bauen und uber das Land zu verstreuen und dabei
gleichzeitig fur die Verminderung der Transportprobleme Sorge zu
tragen."
Die Reduzierbarkeit eisenoxydhaltiger Schlacken ist ein besonders
aktuelles Pro blem geworden durch den Anfall solcher Schlacken beim
Verbrennen von un gereinigtem Hochofengichtgas in einem
Schmelzzyklonkessel. Der Eisengehalt solcher Schlacken kann von
betrachtlicher Hohe sein, insbesondere weil die Mog lichkeit
besteht, in den Schmelzzyklon neben dem Gichtstaub des Gichtgases
noch weitere eisenoxydhaltige Staube insbesondere Feinerz
einzubringen. Es hat sich gezeigt, dass in Ubereinstimmung mit den
fruher festgestellten Reduk tionseigenschaften solcher Schlacken
die Schmelzzyklonschlacken ohne Anwen dung besonderer Massnahmen
eine so geringe Reduzierbarkeit aufweisen, dass ihre
wirtschaftliche Verwendung zunachst in Frage gestellt war. Im
Rahmen dieser Arbeit wurde es unternommen, die Grunde fur die
schlechte Reduzierbarkeit dieser Schlacken aufzuklaren und Methoden
zu entwickeln, um die Schlackenreduzierbarkeit auf die
Grossenordnung der von normalen Erzen anzuheben. Dafur wurden an
einer halbtechnischen Anlage Rohgichtgas in einem Schmelz
zyklonkessel verfeuert und die anfallenden flussigen Schlacken in
einer nach geschalteten Drehtrommel aufgefangen und dort derart
durch Beimengungen nachbehandelt, dass sie die physikalischen und
chemischen Voraussetzungen fur eine gute Reduzierbarkeit erhielten.
Die Gichtstaubschlacken wurden in Laborofen auf ihre
Reduzierbarkeit unter sucht, wobei einmal der chemische Einfluss
von Kalk und Kieselsaure - den Hauptbegleitelementen - verfolgt
wurde, zum anderen Proben verschiedenen physikalischen Aufbaues mit
bekannten Erzen verglichen wurden. Die Ergebnisse der
Untersuchungen zeigten, dass es ohne weiteres moglich ist, eine in
einem Schmelzzyklonkessel anfallende Schlacke derart zu behandeln,
dass sie hochofeneinsatzfahig und in ihrer Reduzierbarkeit einem
Sinter vergleichbar ist."
Ausgehend von einer Betrachtung der Agglomerierverfahren fur
Eisenerze unter dem Gesichtspunkt der bei der Agglomerierung
wirksam werdenden Binde- krafte wird auf die Vorteile und die
Eigenarten der Verwendung bituminoeser Kohle als
Agglomerierhilfsmittel fur feinkoernige Eisenerze hingewiesen.
Diese Art der Stuckigmachung von Eisenerzen fuhrt zu einer
gemeinsamen Verkokung von feinkoerniger Kohle mit feinkoernigen
Eisenerzen. Das Produkt eines solchen Verfahrens ist ein Erzkoks,
dessen zulassiger Erzgehalt durch die Anforderungen des
Verhuttungsverfahrens an die Festigkeit in der Hauptsache bestimmt
ist. Die Erfahrungen mit dem Saugzugsinterprozess und mit der
Wanderrostverbren- nung von Kohlen sowie das bekannte Verfahren der
Wanderrostverkokung von Stuckkohlen fuhren zu einem neuen Prozess
der Erzkoksherstellung aus backenden Feinkohlen und Feinerzen auf
dem Wanderrost. Dieses Verfahren, das gegen- wartig auch fur die
Herstellung von zusatzfreiem Stuckkoks entwickelt wird, hat fur die
Herstellung von Erzkoks gegenuber der normalen Kammerverkokung den
Vorteil, dass ein Angriff auf die Kammerwande durch die
korrodierenden Erz- bestandteile unmoeglich ist. Im Rahmen der
Arbeit werden zwei Methoden der Herstellung von Erzkoks auf einem
Verkokungsrost erprobt, die Brikettmethode und die
Lochschichtmethode, von denen die erstere vorerst hoehere
spezifische Rostleistungen ergibt. Als wichtig fur die
Durchsatzleistung erweist sich die Anwendung einer Innenzundung der
Schicht mittels einer bei Beginn der Verkokung durch die Schicht
gedruckten Zundflamme.
1.1 Zweck und Bedeutung des Sinterns in der Eisenhiittenindustrie
Der Hochofen als zur Zeit wichtigstes roheisenerzeugendes Aggregat
verlangt ein stiickiges Einsatzmaterial, das eine ausreichende
Durchgasung der Moller- saule im Of en gewahrleistet. Urn die neben
den Stiickerzen in immer groBerem MaBe [1] bis [4] anfallenden
Feinerzmengen ebenfalls im Hochofen verhiitten zu konnen, miissen
die Feinerze stiickig gemacht werden. Das hierfiir am meisten
angewandte Agglomerierverfahren [5, 6, 7] ist das Sintern, da beim
SinterprozeB nicht nur ein Stiickigmachen der Feinerze erfolgt,
sondern dariiber hinaus auch eine thermisch-chemische Aufbereitung
der Eisenerze stattfindet, die sich in einer Leistungssteigerung
der Roheisenproduktion der Hochofen [8] bis [14] wesentlich
bemerkbar macht. Letzterer Tatsache kommt urn so mehr Bedeutung zu,
als in dem Betrieb der Hochofen mit Sintermoller eine Moglichkeit
liegt, dem steigenden Weltstahl- bedarf [15, 16, 7] durch eine
Roheisenmehrerzeugung in vorhandenen Hochofen- anlagen zu begegnen,
ohne daB vorerst zusatzliche Hochofenkapazitaten erstellt werden
miissen. Eine Steigerung der Roheisenerzeugung durch hohen Sinter-
anteil im Moller bedingt aber auch eine Steigerung der
Sinterproduktion, die entweder durch Leistungssteigerung der
vorhandenen Sinteranlagen oder durch Erstellung von zusatzlichen
Sinterkapazitaten aufzufangen ist. Letzterer Weg ist bei den
einzelnen Hochofenwerken oftmals aus Platzgriinden nicht moglich,
zum anderen mit hohen Investitionskosten verbunden. Die
Bestrebungen der Eisenindustrie in den letzten zwei Jahrzehnten
gehen hauptsachlich dahin, wesentliche Leistungsverbesserungen
hinsichtlich Quantitat als auch Qualitat des in den vorhandenen
Anlagen erzeugten Sinters zu erreichen. Hiervon geben zahlreiche
Veroffentlichungen iiber Laboruntersuchungen und Betriebsversuche
und -verfahren beredt Zeugnis.
Die starke Ausweitung der Eisengewinnung in den letzten Jahren und
die zu erwartende immer weitergehende Steigerung der
Produktionsziffern in diesem Industriezweig hat im gleichen Masse
zu einer erheblichen Inten sivierung der Forschung auf allen
Gebieten der Eisenmetallurgie gefuhrt. Im Mittelpunkt der
Produktionserhohung steht nach wie vor der Hochofen, bei dem die
Forschungsarbeiten zu einer noch etwa vor zwei Jahrzehnten nicht
fur moglich gehaltenen Verbesserung sowohl hinsichtlich der Reak
tionsraumausnutzung wie auch in den Rohstoffverbrauchszahlen
gefuhrt hat. Diese Ergebnisse sind nur moglich geworden, dadurch,
dass man die Ein zelvorgange im Hochofen einer genauen Nachprufung
unterzogen hat und insbesondere die schwierigen Austauschvorgange
im Ofenschacht zwischen den einzelnen dort anwesenden Phasen
sorgfaltig erfassen konnte. Die vorliegende Arbeit hat den Zweck,
einen Beitrag zu leisten zu einer moglichst genauen Kenntnis der
physikalischen und chemischen Vorgange, die bei der Verhuttung von
Eisenerzen im Hochofen sich abspielen, um weitere Hinweise hieraus
zu erhalten fur eine moglichst wirtschaftliche Lenkung des
Hochofenprozesses. Es wurde fur notwendig erachtet, in an betracht
der bereits vorliegenden umfangreichen Ergebnisse auf einigen
Teilgebieten der Hochofenforschung den Kreis der im Rahmen dieser
Ver suche zu bearbeitenden Fragen moglichst einzuengen, um so
genaue De tailkenntnis dieser Einzelfragen zu erhalten."
Es wird vielfach vermutet, dass die technologischen und
physikalischen Eigenschafter der Eisenwerkstoffe stark von der Art
und dem Grad der Verunreinigung dar metallischen Korngrenzen
abhangig sind. Der Aufbau der Korngrenzen reiner Metalle wird durch
die Korngrenzen modellevon J. BURGERS 1], W.L. BRAGG 2] und N.F.
MOTT 3] beschr- ben, die rein geometrisch die Lage benachbarter
Atome zweier Kristalle angeben. Die Mitwirkung von
Korngrenzenstoffen beim Aufbau der Korn grenze wird nicht
berucksichtigt. Der Einfluss von Korngrenzenverunreinigungen auf
die technologischen Eigenschaften von Stahlen geht jedoch aus
einigen Beispielen klar her vor. So ist bekannt, dass sulfidische
Verunreinigungen auf den Korn grenzen die Warmverformungsfahigkeit
stark herabsetzen und den sogenann ten Rotbruch bewirken. Ebenso
scheint die Sprodbruchneigung kohlen stoffarmer Stahle mit
steigender Verunreinigung der Korngrenzen zuzu nehmen. Im
allgemeinen ist es jedoch schwierig, den Einfluss der Korngrenzen
substanzen auf die Werkstoffeigenschaften nachzuweisen, da diese
mit den normalen mikroskopischen und chemischen
Untersuchungsmethoden nicht sichtbar gemacht werden konnen.
Betrachtet man die Verteilung der nicht metallischen Einschlusse
uber mehrere Korner, so stellt man fest, dass die Mehrzahl der
mikroskopisch sichtbaren Einschlusse ohne besondere
Berucksichtigung der Korngrenzenanordnung uber den Werkstoff
verteilt sind. Bei chemischen Methoden zur Isolierung
nichtmetallischer Ein schlusse kann im allgemeinen nicht
unterschieden werden, welche Anteile des Isolates auf
Korngrenzensubstanzen zuruckzufuhren sind."
Ein grosser Teil der Entwicklungsarbeiten auf dem Gebiet der
Gewinnung des Eisens aus seinen Erzen erfolgt gegenwartig in
Richtung der soge- nannten "direkten Verhuttungsverfahren", die das
Roheisen als Zwischen- stufe zu dem als Endprodukt angestrebten
Stahl ausschliessen wollen. Diese Entwicklungsrichtung beruht in
erster Linie auf der Rohstofflage, die in vielen Landern, die als
Standort fur eine Eisenindustrie er- wunscht sind, die Erstellung
von Hochoefen ausschliessen. Daneben spielt aber auch der
Gesichtspunkt eine Rolle, dass die weitere Entwicklung dieser
"direkten" Eisengewinnungsverfahren infolge der Umgehung des
Hochofenprozesses zu einer besonders wirtschaftlichen Methode der
Stahl- erzeugung fuhren koennte. Es gibt bereits eine sehr grosse
Anzahl solcher Eisengewinnungsverfahren ausserhalb des Hochofens.
Eine UEbersicht uber die bedeutendsten Verfah- ren wurde in der in
der Abbildung 1 wiedergegebenen Einteilung der Ver-
huttungsverfahren vermittelt [1]. In dieser Einteilung der
Eisengewinnungsverfahren ist eine der groessten Gruppen die Gruppe
der Fliessbett- oder Wirbelbettverfahren. Diese stellen insgesamt
das jungste Glied in der Verfahrensentwicklung auf dem Gebiet der
Eisenverhuttung dar. Die vorliegende Arbeit beschaftigt sich mit
den Vorzugen und den Schwierigkeiten der
Wirbelbettreduktionsverfahren. Der experimentelle Teil der Arbeit
ist auf die Herausarbeitung von Verfahrensmoeglichkeiten gerichtet,
eine der wesentlichsten Schwierigkeiten, die heute die An- wendung
der Wirbelbettverfahren noch stark behindert, zu beseitigen. Diese
Schwierigkeit besteht darin, dass anreduzierte Erze dazu neigen, 0
schon ab etwa 600 C zusammenzusintern. Hierdurch wird ein Arbeiten
im Wirbelzustand unmoeglich gemacht, sofern nicht Moeglichkeiten
gefunden werden, das Zusammensintern zu vermeiden.
Der heutige Stand der physikalisch-chemischen Metallurgie ist,
soweit er die technische Stahlerzeugung betrifft, gekennzeichnet
durch das Suchen nach quantitativen Formulierungen des
Reaktionsgeschehens auf der Grundlage von
Gleichgewichtsbetrachtungen. Diesen Bestrebungen ist der Erfolg
nicht versagt geblieben: Die Auffassungen iiber den Verlauf der
chemischen Vorgange haben in den letzten Jahren an Klarheit ganz
wesentlich gewonnen, und dies ist zweifel los bereits das
Entscheidende fiir den praktisch tatigen Metallurgen, der in erster
Linie die Richtung zu erkennen wiinscht, in der die Ausnutzung der
Reaktionen durch Anderung der betrieblichen Bedingungen verandert
wird, der sein Urteil iiber den zahlenmaBigen Erfolg neuer
MaBnahmen aber am Prozesse selbst bildet. Im vorliegenden Bande ist
der Versuch unternommen, durch Synthese betrieblicher Beobachtungen
und Forschungen mit den Ergebnissen von Labora
toriumsuntersuchungen verschiedener Forschungsstatten da.s fiir den
Stahl werker wiinschenswerte theoretisch-metallurgische Material
zusammenzufassen, wobei das Schrifttum im allgemeinen bis zum Marz
1934 beriicksichtigt ist. Gleichzeitig sei auf die hervorragende,
zusammenfassende Darstellung hin l gewiesen, die wir R. Durrer
verdanken, und die iiber zahlreiche Arbeiten berichtet, welche an
dieser Stelle aus Raummangel nicht behandelt werden konnten. Wenn
hier den Arbeiten des Verfassers und seiner Mitarbeiter ein
breiterer Raum gewidmet ist, so beruht dies auf dem Umstand, daB
sie mit dem Be streben, die molekulare Konstitution der Schlacken
bei der Formulierung der GesetzmaBigkeiten zu beriicksichtigen, in
besonderem MaBe einer meist ver nachlassigten, theoretischen
Forderung Rechnung zu tragen suchten. Dieser Versuch hat sich fiir
die quantitative Beurteilung der in den Prozessen statt findenden
Vorgange vielfach bewahrt, was fiir ihren praktischen Wert
spricht."
Der heutige Stand der physikaIisch-chemischen Metallurgie ist,
soweit er die technische Stahlerzeugung betrifft, gekennzeichnet
durch das Suchen nach quantitativen FormuIierungen des
Reaktionsgeschehens auf der Grundlage von
Gleichgewichtsbetrachtungen. Diesen Bestrebungen ist der Erfolg
nicht versagt gebIieben: Die Auffassungen tiber den Verlauf der
chemischen Vorgange haben in den letzten Jahren an Klarheit ganz
wesentIich gewonnen, und dies ist zweifel los bereits das
Entscheidende fiir den praktisch tatigen Metallurgen, der in erster
Linie die Rich tung zu erkennen wunscht, in der die Ausnutzung der
Reaktionen durch Anderung der betriebIichen Bedingungen verandert
wird, der sein Urteil tiber den zahlenmaBigen Erfolg neuer
MaBnahmen aber am Prozesse selbst bildet. 1m vorIiegenden Bande ist
der Versuch unternommen, durch Synthese betriebIicher Beobachtungen
und Forschungen mit den Ergebnissen von Labora
toriumsuntersuchungen verschiedener Forschungsstatten das fiir den
Stahl werker wiinschenswerte theoretisch-metallurgische Material
zusammenzufassen, wobei das Schrifttum im aligemeinen bis zum Marz
1934 berucksichtigt ist. Gleichzeitig sei auf die hervorragende,
zusammenfassende Darstellung hin gewiesen, die wir R. Durrer
verdanken, und die uber zahlreiche Arbeiten berichtet, welche an
dieser Stelle aus Raummangel nicht behandelt werden konnten. Wenn
hier den Arbeiten des Verfassers und seiner Mitarbeiter ein
breiterer Raum gewidmet ist, so beruht dies auf dem Umstand, daB
sie mit dem Be streben, die molekulare Konstitution der Schlacken
bei der Formulierung der GesetzmaBigkeiten zu berucksichtigen, in
besonderem MaBe einer meist ver nachlassigten, theoretischen
Forderung Rechnung zu tragen suchten. Dieser Versuch hat sich fUr
die quantitative Beurteilung der in den Prozessen statt findenden
Vorgange vielfach bewahrt, was fur ihren praktischen Wert spricht."
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