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Books > Medicine > Surgery > Critical care surgery
In der Chirurgie des Kniegelenks sind wir im letzten lahrzehnt mit einer Hille neuer Ent wicklungen auf diagnostischem und therapeutischem Gebiet konfrontiert worden. Nach dem die mittel-und langfristigen Ergebnisse des alloplastischen Bandersatzes nicht die erwarteten Behandlungserfolge zeigten, riickten autologe Bandersatzverfahren wieder in den Vordergrund des Interesses. Zeitgleich wurde durch wesentlich verbesserte arth roskopische Operationsverfahren eine Verringerung des perioperativen Traumas sowie eine sehr friihzeitige MobiJisierung der kniebandverletzten Patienten erreicht. Mit der Entnahme von kniegelenknahem autologem Sehnenmaterial ist jedoch eine erhebliche Traumatisierung verbunden, so daB sowohl experimentelle als auch klinische MogJichkei ten zum allogenen Kreuzbandersatz erprobt wurden. Zur gleichen Zeit kam es zu einem Wandel von biomechanischen zu neurophysiologi schen Betrachtungsweisen in Hinblick auf die Funktion des Kapsel-Band-Apparates des Kniegelenks. Allein biomechanische Erkenntnisse reichten fiir die Klarung vieler Frage stellungen nicht aus. Der Autor dieser Monographie hat sich mit beiden Themenkomple xen befaBt und kam im Rahmen tierexperimenteller Studien zu neuen und beachtlichen Erkenntnissen. So konnte nicht nur das Einbauverhalten allogen transplantierter vorde rer Kreuzbander in seinem zeitlichen Ablauf durch detaillierte biomechanische und mikrovaskulare Untersuchungstechniken dargestellt werden, sondern es wurde auch die Neuroanatomie des vorderen Kreuzbandes und des Kreuzbandtransplantates mit seinen funktionell unterschiedlichen Nervenfasern exakt definiert. Es gibt wesentliche Hin weise, daB das vordere Kreuzband wichtige sensorische Funktionen zur dynamischen Sta bilisierung des Kniegelenks erfiillt, denen bisher meines Erachtens zu wenig Beachtung geschenkt wurde."
Der Ersatz von Knochendefekten ist in der Praxis des Unfallchirurgen und Orthopa- den eine nahezu alltaglich auftretendes Problem. Neben autologer oder allogener Knochentransplantation und den Mtiglichkeiten des endoprothetischen Ersatzes, welche mit den bekannten Problemen behaftet sind, stehen in jiingerer Zeit auch fUr den routinemaBigen klinischen Einsatz Knochenersatzstoffe zur Verfiigung. Mit der vorliegenden Studie erprobte Herr Wippermann eine in jiingerer Zeit entwickelte Hydroxylapatikeramik. In einer iiber mehrere Jahre angelegten Versuchsreihe wurde zunachst das Ver- suchsmodell entwickelt. Es zeigte sich im Verlauf der Versuche, daB der gewahlte Tibiasegmentdefekt des Schafes sehr gut geeignet ist, einen Knochenersatzstoff zu erproben. In den Kontrollversuchen zeigte sich, daB der leer belassene Defekt in der Regel nicht heilt und daB die autologe Spongiosaplastik eine zuverlassige Uberbriik- kung des Defektes bewirkt. Erstmals konnte in diesem Versuch gezeigt werden, daB die Kombination von portiser Hydroxylapatitkeramik und autologem Knochenmark einen kntichernen Defekt nahezu so effektiv iiberbriicken kann wie eine autologe Spongiosaplastik. Der Zusatz des Wachstumfaktors bFGF erbrachte in dies em Modell keine befriedigenden Ergebnisse. Eine Besonderheit dieser Studie war auch, daB zwei Versuchsgruppen iiber die sonst iibliche Zeit von 3 Monaten hinaus beobachtet wurden. Nach 6 Mona- ten konnte sogar bei 2 Tieren in der Keramikgruppe das Osteosynthesematerial erfolgreich entfernt werden. Nach einem Jahr Beobachtungszeit war der Defekt bei beiden Tieren biomechanisch fester als die intakte Gegenseite.
1. 1 Ubersicht der Probleme und der klinischen Fragestellungen Das Krankheitsbild einer stumpfen Kontusionsverletzung der Lunge ist in der Medi zin seit Jahrhunderten bekannt. ledoch erst seit dem 2. Weltkrieg setzt sich die Auf fassung durch, daB es sich bei der Lungenkontusion urn eine eigene klinische Entitat handelt. Ihre pathophysiologischen Auswirkungen treten unabhangig von den nahezu immer vorhandenen Begleitverletzungen auf und bedfirfen der Behandlung. Die Lun genkontusion als Parenchymschadigung wird heute nicht mehr nur als bloBe "Er weiterung" einer Thoraxwandverletzung angesehen. Sie ist hinsichtlich ihrer Ursache, ihren pathophysiologischen Folgen und ihren funktionellen Auswirkungen von dem oft mit ihr zusammen auftretenden und zu beurteilenden Syndrom der instabilen Tho raxwand abgrenzbar. Trotz dieser Fortschritte kann heute das gesicherte Wissen urn die Lungenkon- sion wie 1955 durch Lohr 19] - mit Einschrankungen - zusammengefaBt werden: "Immer wieder wird die Beurteilung einer Thoraxverletzung ernster ausfallen, wenn die Diagnose Kontusionspneurnonie gestellt wurde. Urn so auffallender ist es, daB eine gewisse Unsicherheit der atioiogischen Vorstellung besteht, daB kiare therapeutische Richtlinien nirgends zu finden sind, und daB iiber Spatfoigen keine Mitteilungen vorliegen. " Auf den heutigen Kontext bezogen, wfirde man die bestehenden Probleme so formu lieren: Die Diagnose der Lungenkontusion ist oftmals unmittelbar nach dem Unfall nicht eindeutig zu stellen und erst nach einem unterschiedlich langen zeitlichen Intervall zu sichem."
Dieser Kongressband entspricht erstmals vollstandig den Vorgaben des Prasidiums: Einmal enthalt der Bericht Ansprachen und Ehrungstexte, was zur Chronik der Ge sellschaft gehoert. Zum anderen ist der wissenschaftliche Teil gepragt durch die unge kurzte Wiedergabe von jungsten experimentellen Ergebnissen. Dies wurde fur beson ders wichtig gehalten, weil die junge Generation unseres Schwerpunkts zu Wort kommt mit Aspekten, die unsere zukunftige Arbeit pragen koennen. Von den thematisch festgelegten Sitzungen sind die Vortrage der Referenten aus fuhrlich dargestellt, wogegen die Kurzvortrage und freien Vortrage dazu bereit- ebenfalls erstmalig - im Abstractband zum Kongress vorlagen. Die Themen der Fortbildungskurse sind im Anhang enthalten und erlauben dem Leser die Aktualisierung seines Wissens aus der Hand anerkannter Spezialisten. Der Umfang des Bandes ist auf stattliche 886 Textseiten angestiegen, wir hoffen, dass auch der Informationswert im selben Masse zugenommen hat. Trotz aller Anstrengungen konnte der Erscheinungstermin nicht noch zeitiger re alisiert werden, wenngleich in diesem Jahr der bislang fruheste Termin gelungen ist. Wir werden uns aber auch in Zukunft bemuhen, den Band im Fruhjahr nach dem Kongress zu publizieren. Helfen koennen uns dazu neben einer weiteren Straffung der Verlagsarbeit ganz entscheidend die Autoren, indem die Manuskripte und Abbildun gen rechtzeitig, vollstandig und in einem druckfahigen Zustand eingereicht werden.
Die aktuellen diagnostischen Standards fur die Praxis -
Aussagekraft, Fehlermoglichkeiten, Therapiemodalitaten.
Frakturen des Os sacrum sind auch heute noch weitgehend vernachlassigte Verletzun gen, obwohl das Sakrum im Skelett eine besondere Rolle einnimmt, da es einerseits als Teil des Beckenrings eine wesentliche Bedeutung fUr die Beckenstabilitat hat, anderer seits als distaler AbschluB der Wirbelsaule eine direkte Beziehung zu den zentralen Ner venbahnen besitzt. Die Diagnostik ist bei den zumeist schwerverletzten Patienten sehr schwierig. Eine neurologische Untersuchung ist primar nur eingeschrankt moglich, und die Darstellbarkeit des Os sacrum auf Rontgenaufnahmen ist limitiert. Das fUhrt dazu, daB auch in neuerer Zeit noch bis zu 50% dieser Frakturen, selbst bei Vorliegen von Nervenschaden, ubersehen werden. Daraus resultierende, residuale Fehlstellungen im hinteren Beckenring sowie eine hohe Rate von Nervenschaden des Plexus lumbosacralis fuhren haufig zu klinisch und radiologisch unbefriedigenden Spat erge bnissen. Erst Ende der 80er Jahre konnten veriaBliche Zahlen zur Haufigkeit der Sakrumfrak tur gewonnen werden. Der routinemaBige Einsatz der Computertomographie verbes serte die Moglichkeiten der Diagnostik am hinteren Beckenring, auch eine Analyse der exakten Frakturmorphologie wurde nun moglich."
Eine Synopsis des gegenwartigen Wissens, die klare Richtlinien fur
die Beurteilung der Laseranwendung in der Gelenkchirurgie
liefert.
Der diesjahrige KongreBbericht legt auf tiber 900 Seiten wieder einmal Zeugnis ab tiber die AktualiHit dieses traditionsreichen Schwerpunkts der Chirurgie, den raschen Wandel durch Erneuerung des Wissens und die einschneidenen Veranderungen durch politische Einfltisse. Die Auswirkungen des GSG auf unser berufliches Umfeld sind gerade absehbw, aber keinesfalls abgeschlossen. Dagegen sind die Auswirkungen ei- ner Fehldiagnose auf die Literatur unseres Jahrhunderts, wie im Festvortrag von Herro Professor Virchow geistreich analysiert, ein humorvoller Teil der Medizinge- schichte. Der Abschnltt Experimentelle Unfallchirurgie zeigt Aspekte ffir die Zukunft auf. Den gegenwfutigen Standard dokumentiert dagegen der abgesetzte Fortbildungsteil, der auch fUr Kollegen in der Weiterbildung gedacht ist. Hier sind neben immer wie- derkehrenden Aktualisierungen der sonografischen und arthroskopischen Moglich- keiten auch elementare Grundlagen unseres Fachs im Kurs tiber Repositionstechniken lesenswert. Wenn Sie den KongreBbericht unserer Gesellschaft diesmal etliche Monate friiher als bisher in Handen halten, so wird Ihnen hoffentlich die Erinnerung an den KongreB im November 94 noch gegenwfutig sein. Bis zum nachsten KongreB haben Sie nun noch ausreichend Zeit zum Aufarbeiten und Nachlesen. An erster Stelle geht unser Dank an die Autoren, die die Notwendigkeit einer un- mittelbaren Pubiikation verstanden haben und durch Abgabe ihrer Manuskripte zu KongreBende untersttitzten. Der Schriftftihrer bedankt sich beim Prasidenten, Professor Axel Rtiter und dessen KongreBsekretar Herro Privatdozent Braun ftir "den unermtidlichen Einsatz, doch noch so viel wie mognch Manuskripte beizubringen. Ganz besonders hilfreich hat Herr Schwaninger und seine Mitarbeiter mit Unter- stUtzung einer neuen Mannschaft beim Springer-Verlag dazu beigetragen.
Dieser Band gibt einen umfassenden Uberblick uber Pathophysiologie, diagnostisches Management, operative Techniken sowie klinische Erfahrungen und Ergebnisse beim Bauchtrauma. Isolierte Verletzungen von Organsystemen und deren Behandlung werden ebenso dargestellt wie Probleme und pathophysiologische Wechselwirkungen, die sich bei einem zusatzlichen Polytrauma ergeben. Auch die besonderen Aspekte des kindlichen Bauchtraumas - insbesondere der Milzverletzungen - werden besprochen. Die interdisziplinare Aufarbeitung des Themas gibt jedem, der Bauchtraumen behandelt, uber die Grenzen seines Fachgebietes hinaus Anregungen fur sein diagnostisches und therapeutisches Handeln.
Trotz aller operationstechnischen Fortschritte wahrend der vergangenen zwei Jahr zehnte sind wir bis heute kaum in der Lage, komplizierende posttraumatische bzw. postoperative Infektionen ganzlich zu verhindern. Nach Infektmanifestation gelingt zwar in der Regel die Sanierung des entzundlich veranderten Weichteilgewebes, ein ossarer Infekt kann sich dagegen sowohl fUr Pati enten als auch fUr Therapeuten oft zu einem zeitintensiven, extrem belastenden Pro blem entwickeln. Urn die Vielschichtigkeit von Knocheninfektionen (Osteitis) erkennen und die sich daraus ergebenden therapeutischen Konsequenzen richtig ziehen zu k6nnen, bedarf es einer vertieften, fortwahrenden Beschaftigung mit den vielfaltigen klinischen und bakteriologischen Verursachungsprinzipien. Eine Forderung, der sich die Ulmer Unfallchirurgen im Rahmen der Reisensburger Arbeitstagung des Jahres 1993 stellten; sie versuchten, mit ausgewahlten Experten Antworten zu finden auf die Frage nach den beeinflussenden GroBen am Zustande kommen knochemer Infektionen. DaB dabei die humorale wie zellulare Immunab wehr eben so wie neuropsychoimmunologische Aspekte Schwerpunkte der Diskussion w.urden, mag ein Beweis sein fur die aktuellen Denkansatze zur Pathophysiologie der Entzundung auf molekularbiologischer Ebene. Allen Teilnehmem der Arbeitstagung war es ein besonderes Anliegen, mit dieser wissenschaftlichen Veranstaltung den international anerkannten Wegbereiter der mo demen Osteitistherapie, Herm Professor Dr. Caius Burri, zu ehren, der mit uns auf der Reisensburg seinen 60. Geburtstag begehen konnte. Wir, als seine ihm zu Dank verpflichteten SchUler, wunschen ihm noch viele Jahre in Gesundheit sowie in der ihm eigenen Aktivitat auch auBerhalb der Unfallchirurgie."
Richtungsweisende Forschungsergebnisse fur die klinische Anwendung in Traumatologie und Tumorprothetik.
Die Marknagelung gewinnt in den letzten Jahren - insbesondere durch die breite An wendung der Verriegelung - immer mehr an Bedeutung und findet heute bei den Schaftfrakturen des Ober- und Unterschenkels zunehmend Verwendung. In diesem Heft sind die Beitdige eines Symposiums zusammengefaBt. das im Februar 1992 in Mainz stattfand und des sen erster Teil sich mit neuen Aspekten der Marknagelung be faBte. Schwerpunkt dieses Abschnittes waren die Berichte aus verschiedenen Klini ken tiber die Erfahrungen mit dem neuen ungebohrten Tibianagel. Es zeichnet sich abo daB die Marknagelung mit diesem soliden. ohne Aufbohren zu implantierenden Marknagel ohne Totraum eine Indikationserweiterung hinsichtlich offener Frakturen und Frakturen mit Weichteilschaden erfahrt. daB aber auch Besonderheiten wie die Eintrittsstelle. die Verriegelung mit dtinneren Bolzen und die Dynamisierung zur Verrneidung von Bolzenbrtichen beachtet werden mtissen. Aus 4 Kliniken mit der groBten Erfahrung mit dem neuen Implantat wird tiber die jeweiligen Erkenntnisse berichtet. Dartiber hinaus finden sich Beitrage tiber operationstechnische Verbesse rungen und neue Entwicklungen. Der zweite Teil der Tagung befaBte sich mit neuen Aspekten der Akutversorgung von Wirbelsaulenverletzungen - insbesondere mit der Problematik des sekundaren Hohenverlustes nach Fixateur interne - und in einem gesonderten Abschnitt mit der Erkennung. der klinischen Relevanz und der Reposition von Hinterkantenfragmenten - einer Problematik. mit der aufgrund der zunehmenden Anwendung des Fixateur in terne immer mehr Kollegen konfrontiert werden. K. Wenda G. Ritter Inhaltsverzeichnis I. Neue Aspekte der Marknagelung Grundlagen und derzeitiger Stand (S. Weller) . . . . . . . 1 Lagerung und Reposition (W. Kurock) . . . . ."
- Nach Verletzungen kann eine Kontaktallergie z.B. in der Folge von
Osteosynthesen entstehen oder klinisch manifestiert werden.
In den vergangenen zwei lahrzehnten ist die Anzahl von Patienten mit Verletzungen der Kniebiinder sprunghaft angestiegen. Die Griinde daflir liegen in einer Zunahme des Freizeitsports und der Zuwendung vieler Men schen zu Sportarten, die besondere Gefahren flir den Kniebandapparat mit sich bringen. 1m gleichen Zeitraum konnten die operativen Techniken bei Knieband verletzungen aufgrund eingehender Kenntnisse der Anatomie und der Ki nematik des Kniegelenks wesentlich verbessert werden. Ein wesentlicher Bestandteil der heutigen postoperativen Therapie nach Kniebandoperatio nen ist die iiuBere Fiihrung des Gelenkes iiber Orthesen, die das Bewe gungsausmaB des Kniegelenks limitieren und den Bandapparat in der frii hen postoperativen Phase schiitzen sollen. Ob aber mit einer Orthese das angestrebte Ziel gefahrlos erreicht werden kann, ist auch heute noch um stritten. Aus dieser unbefriedigenden Situation heraus entstand der Gedanke, die Fiihigkeit der heute verwendeten Orthesen zur iiuBeren Fiihrung des Knie gelenks zu iiberpriifen. Die vorliegende Arbeit entstand in den lahren 1988-1990 an der Ortho piidischen Universitiitsklinik Kiel. Mein Dank gilt meinem langjiihrigen Lehrer, Herrn Prof. Dr. Blauth, der diese Arbeit gefOrdert und unterstiitzt hat. Herrn DipI.-Mathematiker Hahne und Herro DipI.-Ing. Vogiatzis danke ich sehr fiir die Hilfestellung bei der computergestiitzten Aufbereitung und Auswertung der Versuche. Herrn Zander und Herrn Studt yom For schungslabor der Orthopiidischen Klinik danke ich flir die Unterstiitzung bei der Konstruktion und Fertigung der meBtechnischen Versuchsautbauten. Frau G. Fischer und Frau G. Hufnagel danke ich fiir die Anfertigung der umfangreichen photographischen Arbeiten, sowie Frau K. Petersen flir die Fertigung des Manuskripts."
Die Anzahl der chronischen Kniegelenksinstabilitiiten durch Kniebandver letzungen nimmt stetig zu. In den letzten 3 lahrzehnten wurde eine nahezu uniibersehbare Anzahl verschiedener chirurgischer Verfahren zur Stabilisierung des Kniegelenks angegeben. Nachdem die intra- und extraartikuliiren Bandplastiken mit au togenen Ersatzmaterialien nicht die erhoffen Ergebnisse erbracht hatten, wurden groBe Hoffnungen in den kiinstlichen Bandersatz gesetzt. Leider konnten auch mit den Bandprothesen aus Polymeren, Kohlen stoffasern und allogenen Materialien auf Dauer nicht die erwiinschten Re sultate erzielt werden. In den letzten lahren hat man deshalb vermehrt versucht, die Insuffizi enz der autogenen Ersatzplastiken durch eine temporiire oder dauerhafte Verstiirkung mit einem Implantat zu vermeiden (Augmentation). Die Erfahrung der letzten lahrzehnte hat jedoch gezeigt, daB trotz neuer Kenntnisse und Operationsverfahren die wissenschaftlichen Grundlagen des Verhaltens von Sehnentransplantaten und Bandprothesen nicht ausreichend bekannt sind. Aus diesem Grund haben sich die fuhrenden deutschen Arbeitsgruppen auf dem Gebiet des Bandersatzes zu einem Workshop auf der Reisensburg zusammengefunden, urn vor allem ihre experimentellen Ergebnisse darzu stellen und zu diskutieren. Alle wichtigen Verfahren zur Kniegelenkstabili sierung wie frische Bandniihte, autogene und allogene Bandplastiken, Bandprothesen und Augmentationstechniken wurden dargestellt und disku tiert. Die Beitriige der Autoren bieten damit einen sehr guten Uberblick iiber den derzeitigen Stand der Forschung zu den wissenschaftlichen Grundlagen des Bandersatzes. Dariiber hinaus geben die im Buch beschriebenen Zusammenfassungen der Diskussionen Empfehlungen fur die Therapie, zukiinftige Forschungs ziele, Standardisierung von Materialpriifkriterien fur alloplastischen Band ersatz und fur Kriterien zur Effektivitiitspriifung von Bandersatzopera tionen."
Die Diskussion urn die Marknagelung ist seit ihrer Einftihrung durch Gerhard Ktint scher nicht erloschen und wird nach wie vor aktuell und kontrovers geftihrt. Die seit den Anfiingen gestellten Fragen urn die Biologie und Biomechanik wer den mit verfeinerten Vntersuchungsmethoden immer relevanter beantwortet. Wir wissen, 1. daB durch die Aufbohrung tiber den Weg der Drucksteigerung im Markraum eine Intravasation seines Inhaltes im systemischen Kreislauf herbeigeftihrt wird; 2. daB das Markfett und auch Markpartikel in der Lungenstrombahn abgefangen werden, die zwar den Lungenkreislauf und die Herzleistung vorubergehend be eintrachtigen, aber unter regularen Vmstanden keinen Dauerschaden verursachen; 3. daB die im Schockzustand der Verletzten durchgeftihrte Marknagelung eine le bensbedrohende Gefahrdung des Verletzten darstellt. W ozasek versucht, unter standardisierten Bedingungen im Tierexperiment Antwort auf offene Fragen zu geben, indem er - den Schockzustand imitierend - die Me chanismen der Fetteinschwemmung wahrend der Marknagelung untersucht und die Auswirkung auf die Lungenfunktion zu definieren trachtet. Die methodisch einwandfrei aufgebaute Versuchsanordnung einerseits sowie die vergleichende Berucksichtigung der Ergebnisse anderer Autoren andererseits erlaubt einen bemerkenswerten Einblick in die pathophysiologischen Ablaufe rund urn das Schockgeschehen, die Fettintravasation, das Fettemboliesyndrom und die Mark raumosteosynthese. Wozaseks Arbeit betrachte ich als einen bemerkenswerten Markstein. Sie bringt einiges Licht in das Dunkel, ohne es voll auszuleuchten, bestatigt Vorangegangenes und wirft neue Fragen auf: alles in allem hochst aktuell und von beachtenswerter klinischer Relevanz."
Anhand physikalischer, biologischer und tierexperimenteller Untersuchungen wurde die M|glichkeit der Desinfektion und Sterilisation allogener Knochentransplantate }berpr}ft. Dabei wurden im ersten Schritt die Methoden hinsichtlicch ihrer Virus- und Bakterieninaktivierung untersucht. Besonderer Wert wurde dabei auf die HIV-Inaktivierung gelegt. Im zweiten Schritt wurde dann }berpr}ft, inwieweit die einzelnen Desinfektions- oder Sterilisationsma~nahmen zu einer Abnahme der Wertigkeit der biologischen Qualit{t des Transplantates f}hrten. Hierbei war insbesondere das Einbauverhaltenim Tierexperiment wichtig. Im dritten Schritt wurden dann in der klinischen Anwendung autoklavierte Transplantate in bezug auf ihr Einbauverhalten und ihre Komplikationsrate mit 80 Grad Celsius thermodesinfizierten Transplantaten verglichen. Als Schlu~folgerung der Untersuchungen zeigte sich, da~ die Desinfektion der Knochentransplantate bei 80 Grad Celsius zu einer sicheren HIV-Inaktivierung, zur Inaktivierung der ma~geblichen pathogenen Viren und der vegetativen Keime f}hrt. Sowohl im Tierexperiment als auch in der klinischen Anwendung zeigten diese Tranplantate ein gutes Einbauverhalten und somit nur eine geringe Reduktion der biologischen Wertigkeit.
Diese wissenschaftliche Arbeit ist durch zwei Schwerpunkte charakterisiert, - die rekonstruktive Handchirurgie und - die rekonstruktive Mikrochirurgie. Herr Partecke konnte zeigen, daB der Unterarmlappen als Insellappen oder freier neurovaskularer Lappen besonders fUr tiefere Defekte an der Hand geeignet ist und ausgezeichnete Rekonstruktionsmoglichkeiten erlaubt Hinsichtlich der Problematik der Weichteildeckung bei der Osteitis konnte er weiterhin nachweisen, daB selbst bei schwerstgeschadigten Weichteilen aufgrund des chronischen Entzfindungszustandes und bei einem nicht mehr vollstiindigen GefiiBnetz die freie Lappentransplantation eine entscheidende MaBnahme zur Konsolidierung von Knochendefekten und zur Erhaltung der Extremitat darstellt. Dariiber hinaus hat er gefunden, daB Antithrombin III bei langdauemden mikrovaskularen Operationen substituiert werden moB, urn eine Thrombosierung der Strombahn zu vermeiden. Von seiner klinischen Arbeit und seinen klinischen Erfahrungen ausge hend, hat er sich in der vorliegenden Arbeit der Frage gewidmet, ob ein frei fibertragener Lappen ohne direkten venosen AbfluB bei venoser Thrombo sierung einheilen kann. Ausfiihrliche tierexperimentelle Untersuchungen mit Hilfe mikrovaskuIarer Techniken und der begleitenden stromungsphy sikalischen Beurteilung sowie die klinischen Ergebnisse zeigen, daB der arterielle Durchstromlappen (Unterarmlappen und Saphenuslappen) auch ohne direkten venosen AbfluB heilen kann."
Im Chirurgischen Forum werden ausgew{hlte Beitr{ge vorab ver|ffentlicht, dieauf dem Kongre~ der Deutschen Gesellschaft f}r Chirurgie vorgetragen werden.Der Forumsausschu~ achtet dabei auf h|chste Qualit{t der Beitr{ge. Der Leser findet hier die neuesten Ergebnisse aus Forschung und Klinik }bersichtlich in einem Band.
GroBe knocheme Defekte des Tibiaschaftes - traumatisch oder tumorbedingt - ber- gen eine Menge therapeutischer Probleme in sich, von der mehrfachen Eigenknochen- transplantation bis hin zur Weichteilrekonstruktion durch gefaBgestielten Muskel- hauttransfer. Die Kenntnisse iiber die autologe Spongiosaiibertragung in Verbindung mit stabilisierenden Osteosyntheseverfahren - ganz besonders mit Fixateur-exteme- Systemen - haben in den letzten lahrzehnten auch in oft aussichtslosen Situationen den Extremitatenerhalt ermoglicht, der Segmenttransport nach Ilizarov hat die therapeutische Bandbreite noch wesentlich erweitert. Wie allen Pioniertaten folgen deren Weiterentwicklung und Perfektionierung. Hat Ilizarov mit dem auBeren Ringfixateur und seiner Theorie von der Unberiihrbarkeit des Markraumes und seiner GefaBe den Beweis erbracht, daB Uberbriickungen von groBen knochemen Defekten durch Segmenttransport und spontane periostale und endostale Osteogenese unter kontinuierlicher Distraktion moglich sind, so konnte von U. Brunner nun mit seiner experimentellen Arbeit zum Segmenttransport bei liegen- dem Marknagel gezeigt werden, daB Osteogenese und damit Defektauffiillung trotz Verletzung der Markraumes moglich ist, wenn die Distraktion in einer bestimmten, der Osteogenese nicht enteilenden Zeit erfolgt. Damit ist nicht nur der Weg zu einem hoheren Komfort fUr den Patienten geebnet, auch die Bewertung der Vaskularitat und der Distraktionsosteogenese - einer angiogenen Knochenneubildung - bestatigt unser Wissen aus der Angioarchitektonik des Knochens und deren reparativer Fiihigkeit. Die Distraktionsosteogenese wird durch den Markraumnagel, sofem seine Dimension den biologischen GesetzmaBigkeiten des Knochens angepaBt ist, nicht gest6rt. DaB die experimentellen Ergebnisse in die Klinik iibertragbar sind, wurde zwi- schenzeitlich vielfach bewiesen.
1m Vergleieh zu anderen groBen Korpergelenken sind Verletzungen am Ellenbogen seltener, meist aber komplizierter. Ein Problem dabei sind die Verrenkungsbrtiche, die in einem hohen Prozentsatz mit FunktionsstOrungen ausheilen. Die Kombination von Kapsel-Band-und Knochentraumen ist nieht immer einfach abzuschatzen, da AbriBbrtiche der radiologische Ausdruck flir eine komplexe Gelenk instabilitat sein konnen. Wird dies verkannt, sind chronische Instabilitaten und Funk tionsverluste die Folge. Die vorliegende Monographie befaBt sich mit dem Problem des Kronenfortsatzab bruches und dessen EinfluB auf die Gelenkstabilitat und dam it die spatere Funktion. Die bisherigen Kenntnisse tiber diese Zusammenhange wurden durch eine bio mechnische Studie erweitert und objektiviert. Die Ergebnisse wurden mit dem Re sultat einer retrospektiven Untersuchung von Ellenbogenverrenkungsbrtichen korre liert. Das verbesserte Verstandnis der Pathomechanik erlaubte eine Analyse der Be deutung des gebrochenen Kronenfortsatzes flir das AusmaB der Gesamtverletzung. Gleichzeitig wurden ftir den praktisch tatigen Unfallchirurgen diagnostische und the rapeutische Empfehlungen erarbeitet. Ftir das Ziel der umfassenden Funktionswiederherstellung schien es uns wichti- bei isolierten Abbriichen des Kronenfortsatzes ebenso wie bei komplexen Begleitver letzungen -, exakt auf die Indikation zur funktionellen oder operativen Therapie ein zugehen, urn begrtindete Behandlungsempfehlungen flir diese bisher wenig beach tete Verletzungsform zu geben. G. MUHR - H. BREITFUB Inhaltsverzeichnis 1 Einleitung und Problemstellung .. 1 . . . . 2 Untersuchungsrelevante, funktionell anatomische Anmerkung .. 5 . ."
Namhafte Referenten der Unfall- und Wiederherstellungs- chirurgie sowie Orthop{die beschreiben, welche Fortschritte in der Unfallchirurgie bei der Prophylaxe und Therapie von Komplikationen und ung}nstigen Sp{tfolgen in denletzten Jahren erzielt wurden. Dieses Thema wird komplett f}r die Verletzungen des gesamten K-rpers abgehandelt und durch Illustrationen, Tabellen und Fotos anschaulich dargestellt. Besondere Schwerpunkte sind die Vermeidung und Behandlung von Heilungen in nicht anatomischer Stellung sowie von Pseudarthrosen und Infekt-Defekt-Pseudarthrosen unter be- sonderer Ber}cksichtigung von Weichteildeckung und Ausgleich von Knochendefekten durch Segmentverschiebung sowie die Behandlung und Nachbehandlung von Kniebinnenverletzungen unter besonderer Ber}cksichtigung der Kreuzbandver- letzungen. Dar}berhinaus werden die neuesten Entwicklungen in der Behandlung von Wirbels{ulenverletzungen dargestellt. In diesen Bereichen haben sich in letzter Zeit deutliche Entwicklungsfortschritte ergeben.
Seit Einf}hrung standardisierter Operationstechniken durch die Arbeitsgemeinschaft f}r Osteosynthese (AO) vor }ber 30 Jahren hat die operative Therapie von Frakturen gro~e Fortschritte gemacht. Die konservative Behandlung von Extremit{tenverletzungen ist dadurch in den Hintergrund gedr{ngt worden. Dennoch darf nicht }bersehen werden, da~ etwa 50% der Frakturen beim Erwachsenen und }ber 90% der Br}che bei Kindern auch heute noch konservativ behandelt werden. Die Ausbildung einer ganzen Generation von Chirurgen und Orthop{den hat mit den Anforderungen derkonservativen Knochenbruchbehandlung jedoch nicht mehr Schritt gehalten. Der Erwerb von Kenntnissen der verschiedenen Osteosyntheseverfahren hat die j}ngere Generation weitgehend beansprucht und L}cken in der Kunst geschlossener Knochenbruchbehandlung hinterlassen. Ziel dieses Buches ist es, eine moderne Standortbestimmung bei der konservativen Knochenbruchbehandlung von Extremit{tenverletzungen, aber auch der Verletzungen der Wirbels{ule und des Beckens aufzuzeigen. International f}hrende Unfallchirurgen mit besonderen Erfahrungen im Bereichder geschlossenen Knochenbruchbehandlung haben dazu ihre Beitr{ge anl{~lich des IX. M}nchener Innenstadt-Symposiums vom 11.-14. Oktober 1990 geliefert. Gerade vor dem Hintergrund einer im deutschsprachigen Raum forcierten operativen Frakturbehandlung konnten die konservativen Behandlungskonzepte aus dem angels{chsischen und skandinavischen Sprachraum und die Schule von Lorenz B|hler interessante Gegens{tze aufzeigen. Insgesamt erzielen alle publizierten Vortr{ge jedoch eine Synthese, welche das Pendel nichtzu sehr auf eine Seite ausschlagen l{~t. F}r die j}ngere Generation der Chirurgen und Orthop{den sind sicherlich interessante Behandlungsergebnisse einer erstaunlich wirkungsvollen konservativen Knochenbruchbehandlung aufgezeigt worden.
Nach }ber 15-j{hriger klinischer Anwendung ist die Fibrinklebung in vielen chirurgischen Disziplinen ein Routineverfahren zur H{mostase, gas- und fl}ssigkeitsdichten Versiegelung sowie nicht zuletzt zur Gewebevereinigung geworden. Ziel des Buches ist es, eine aktuelle Bestandsaufnahme dieser faszinierenden Idee zu machen (alternativ: der Idee des biologischen Wundverschlusses) und dabei bew{hrte Indikationen neuen Anwendungsbereichen gegen}berzustellen. Der operativ t{tige Arzt erh{lt mit dieser Zusammenfassung einen ]berblick }ber den derzeitigen Wissensstand auf dem Gebiet der Fibrinklebung.
Das Buch bietet einen ]berblick }ber Pathophysiologie, Diagnostik, Management, operative Techniken sowie klinische Erfahrungen und Ergebnisse der Verletzungen des Brustkorbes. Es wird eine umfassende Darstellung der L{sionen aller anatomischen Strukturen - von der Thoraxwand bis zum Mediastinum - und deren Behandlung gegeben. Dar}berhinaus werden Beeinflussung der Prognose und pathophysiologischen Wechselwirkungen durch Begleitverletzungen beim Polytrauma aufgezeigt. Die interdisziplin{re Aufarbeitung des Themas erm-glicht Einblicke in alle mit der Behandlung des Thoraxtraumas befa ten Fachrichtungen und damit Verst{ndnis f}r Zusammenh{nge und Wertigkeiten im diagnostischen und therapeutischen Handeln. |
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