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Books > Medicine > Clinical & internal medicine > Hepatology
Die Sonographie hat sich innerhalb weniger Jahre als
Routineverfahren in der gastroenterologischen Diagnostik
durchsetzen kAnnen. Das vorliegende Buch vermittelt einen
konzentrierten Aoeberblick A1/4ber den gegenwArtigen Stand der
Sonographie in der Gastroenterologie und gibt einen Ausblick auf
neue oder noch zu entwickelnde Ultraschallverfahren. Wichtige und
interessante sonographische Befunde an den Organen des
Verdauungstraktes werden in Kurzform beispielhaft dargestellt. Das
Buch ist inhaltlich nach den A1/4bergeordneten Gesichtspunkten
"Konventionelle Sonographie" und "Neue Untersuchungstechniken -
Neue Ultraschallverfahren" gegliedert.
Die Deutsche Gesellschaft fUr Endoskopie wurde 1967 in Erlangen mit
der Absicht gegrtindet, endoskopierende Kliniker, Ingenieure,
Physi- ker, Rontgengerate- und Endoskophersteller an einen Tisch zu
brin- gen. Es sollten weniger die organspezifischen als vielmehr
die gemein- samen fachtibergreifenden Probleme erortert werden. Die
heute so oft beklagte zu fruhe und zu intensive Spezialisierung der
Ante, die "Scheuklappenmedizin" wollten wir tiberwinden. Dieses
Symposium (26. Januar 1985) tiber Hochfrequenzdiathermie in der
Endoskopie ist eben so wie der 16. KongreB in Erlangen (20.121.
Marz 1987) eine Ver- anstaltung der Deutschen Gesellschaft fUr
Endoskopie. Diese hat sich vorgenommen, ktinftig aile mit
abbildenden Verfahren des menschli- chen Korpers zusammenhangende
Themen auszuleuchten, mit dem Ziel, sie fUr bestimmte Organe und
Krankheitsbilder, dem jeweiligen Entwicklungsstand entsprechend, zu
gewichten. Unser Symposium befaBt sich mit der
Hochfrequenzdiathermie in der Endoskopie. Endoskopieren heiBt seit
15 Jahren in verstarktem MaGe nicht nur Schauen, sondern auch
Handeln. Dieses Handeln hat die operative Therapie hervorgebracht.
Hunderttausende von noch gutartigen Geschwi.ilsten als mogliche
Krebsvorstufen wurden welt- weit seit den ersten derartigen
Eingriffen 1972 in Erlangen entfernt.
Mit der vorliegenden Publikation wird eine Buchreihe mit dem Titel
"Psychosomatische Medizin im interdisziplinaren Gesprach" ins Leben
gerufen. Der Titel ist bewuBt provokativ und doppeldeutig gewahlt:
kein interdisziplinares Gesprach iiber Krankheiten kann ohne
Gedanken der Psychosomatik ablaufen. Seelisches flieBt in
Korperliches ein, Korperliches in Seelisches, oft nicht meBbar,
aber immer deutlich spiirbar: 1) in der arztlichen Praxis, in der
mindestens jeder zweite Patient mit einem psychosomatischen
Krankheitsangebot an den Arzt herantritt, 2) in der
klassisch-naturwissenschaftlichen Forschung, in der die
"Subjektivitat des Untersuchungsgegenstandes . . . als varianz-
analytisch bestimmbare, lastige Streubreite objektiver Daten"l
beriicksichtigt werden muB. Angesichts dieser Erkenntnisse ist es
erstaunlich, daB es bisher kaum gelungen ist, psychosomatisches
Gedankengut insbesondere in die universitare Medizin
hineinzutragen. Der seit 1970 in die Approbationsordnung fiir Ante
eingefiihrte Pflichtunterricht in Psychosomatik und Psychotherapie
findet erst gegen Ende des Stu- diums -im 9. Fachsemester - statt.
Zu dieser Zeit sind die entschei- denden Weichen hinsichtlich
einseitig kartesianisch-naturwissen- schaftlichen Denkens langst
gestellt. Das Interesse an psychosoma- tischen Zusammenhangen
wachst erst wieder im Praxisalltag, in dem die anfallenden Probleme
nur mit ganzheitlichem, patienten- und nicht krankheitszentriertem
Zugang rum kranken Menschen zu bewaltigen sind. Hieraus ergibt sich
die Notwendigkeit, daB Medi- zinstudenten yom ersten Semester an
zusatzlich zu Anatornie, Phy- siologie und Biochemie gleichrangig
mit Psychobiologie, Tiefenpsy- chologie und Soziologie konfrontiert
werden. Nur dadurch konnte die einseitige Erziehung zur Organ-und
Apparatemedizin in Rich- tung eines ganzheitlichen Denkansatzes
korrigiert werden. 1 Zepf S, Liedtke R (1976) Der Arzt in der
Behandlung des psychosomatischen Patienten.
Wie erleben Menschen ihren Korper, und wie konnen sie dieses
Erleben sich selbst und anderen sprachlich vermitteln? Unsere
Sprache ist fast ausschlieBlich optisch-taktil. Tone, Geriiche oder
Geschmackserlebnisse konnen wir nur mit Hilfe von Metaphern
wiedergeben, die aus dem optischen oder taktilen Bereich stammen.
Wer Beschreibungen musikalischer Erlebnisse, etwa eines Konzerts
oder Beschreibungen von Geschmacksqualitiiten verschiedener Weins
orten stu diert, kann dabei interessante Erfahrungen machen. Noch
groBere Schwierigkeiten haben wir, wenn wir versuchen korpereigene
Erlebnisse zu beschreiben. Hunger, Sattigung, Durst, Schmerzen oder
Ubelkeit, lassen sich weder sehen noch tasten. Wir sagen, daB
Schmerzen "scharf', "dumpf' oder "reiBend" sind, daB sie "an-oder
abschwellen," daB ihre Intensitat ertraglich oder unertraglich ist,
und versuchen damit Hinweise zu geben, die einem anderen
ermoglichen soIlen, sich ein Bild zu machen was wir von oder in
unserem Korper erleben. - Unser Korper sind wir selbst, und die
Beziehung, die wir zu unserem Korper haben, ist von der Beziehung
zu uns selbst nicht zu trennen. Es ist ein anthropologisch
bedeutsames Faktum, daB unsere Sprache uns so wenig entge genkommt,
wenn wir versuchen, uns iiber diese Beziehung Rechenschaft zu
geben."
Die Medizingeschichte durfte wohl wenige Beispiele fur eine derart
wechselvolle und kontroverse Einschatzung einer grundlegenden
therapeutischen Massnahme bie- ten, wie dasjenige der
Diatbehandlung des Diabetes Mellitus. In den letzten zwei- hundert
Jahren sind auf diesem Bereich wohl alle theoretisch uberhaupt nur
denk- baren Empfehlungen und Therapiekonzepte entwickelt und
jeweils mit Nachdruck und Verve vertreten worden. In der Zeit vor
dem Ersten Weltkrieg wurden diese Auseinandersetzungen zwischen
einzelnen Arbeitsgruppen und Wissenschaftlern sehr haufig
ausserordentlich persoenlich und verletzend ausgetragen und man
kann uber die Jahrzehnte mit Genugtuung verfolgen, wie viel
zivilisierter die Diskussio- nen um den Stellenwert und die
Zusammensetzung der geeigneten Diatformen fur den Diabetes Mellitus
doch geworden sind. Moeglicherweise sind die Diskussionen um die
Diabetes Diat auch deswegen uber lange Zeit so kontrovers gefuhrt
worden, weil insbesondere vor der Einfuhrung der Insulintherapie
kaum eine Moeglichkeit bestand, die Effektivitat der
unterschiedlichen Diaten miteinander zu vergleichen. In spateren
Jahren sind derartige Moeglichkeiten zur naturwissenschaftlichen
Nach- prufung der Wirkung von diatetischen Behandlungskonzepten nur
recht selten ge- sucht und genutzt worden. Die Grunde dafur durften
vielfaltig sein. Sicher ist, dass die Durchfuhrung von
aussagekraftigen, kontrollierten Studien zum Nachweis des
Langzeiteffektes einer definierten Diat ausserordentlich aufwendig
und schwierig ist. Vielleicht liegt es insbesondere an diesem
Umstand, dass es in dem gesamten Bereich der
Ernahrungswissenschaften so viele Thesen mit so wenig gesicherten
Fakten gibt.
Labor- und Funktionsuntersuchungen bei Patienten mit Erkrankun- gen
des Verdauungsapparats gehoeren zu den alltaglichen Aufgaben des
Arztes in Klinik und Praxis. Sie nehmen in der Diagnostik trotz der
Entwicklung von Sonographie, Endoskopie und Computerto- mographie
einen wesentlichen Platz ein. Doch unterliegen die Moeg- lichkeiten
und Aufgaben des gastroenterologischen Labors einem raschen Wandel,
bedingt durch neue Techniken und sich weitende Kenntnisse
theoretischer Grundlagen und klinischer Zusammen- hange. Neben noch
gultigen, lange eingefuhrten Methoden stehen neue, welche das
Spektrum diagnostischer Moeglichkeiten wertvoll erweitern und
manches altere Verfahren entbehrlich werden las- sen. Dieses
Taschenbuch wurde fur Allgemeinarzte, Internisten, Chirur- gen und
vor allem fur Gastroenterologen unter ihnen zusammen- gestellt. Es
vermittelt Grundlagen, Methoden und - darauf basie- rend -
Aussagemoeglichkeiten derzeit aktueller gastroenterologi- scher
Labor- und Funktionsuntersuchungen. Dem Leser soll die kritische
Indikationsstellung und Gewichtung seiner diagno- stischen
Massnahmen und auch das Verstandnis manches Arztbriefes erleichtert
werden. Und mancher moege angeregt sein, die eine oder andere
Untersuchung selbst durchzufuhren; die Methodik derjenigen Tests,
welche uber die Ausstattung eines klinisch-chemischen Routinelabors
hinaus nur wenige appara- tive Mehraufwendungen erfordern ist im
Einzelnen beschrieben. Die dabei getroffene Auswahl entspricht der
Erfahrung der Auto- ren. Die Auswahl der Literaturhinweise wurde
nach der Zielsetzung des Taschenbuches vorgenommen. Die Verfasser
danken dem Springer Verlag, insbesondere seinem Mitarbeiter, Herrn
Dr. Wieczorek, fur die verstandnisvolle Zusam- menarbeit. Munchen,
Marz 1985 H. Kaess O. Kuntzen M. Liersch Inhaltsverzeichnis 1 Magen
(H. KAESS) 1.1 Allgemeine Grundlagen 1 1.1.1 Physiologie ...... . 1
1.1.2 Pathophysiologie . . . . . .
1 Allgemeines Wahrend der friihen 70er Jahre sind die modemen
Schnittbildverfahren Sono- graphie und Computertomographie
entwickelt worden, welche die nichtinvasi- ve Diagnostik im Bereich
der parenchymatOsen Organe betrachtlich verbessert haben und die
Beurteilung krankhafter Vedinderungen in Korperregionen er- lauben,
die zuvor nur mit Schwierigkeiten, invasiv, indirekt oder
unzureichend untersucht werden konnten. Diese Schnittbildverfahren
haben heute einen hohen Stand der Perfektion erreicht und stehen
nicht nur in allen groBen, sondem oft auch in kleineren Zentren und
sogar in mancher Praxis zur Verfiigung. Damit kommen ihre Vorteile
den Kranken voll zugute. In jiingster Zeit gesellt sich zu ihnen
noch eine weitere Schnittbildmethode, die Kemspintomographie (MR!,
"nuclear magnetic resonance"), die ohne Rontgenstrahlen arbeitet
und Tomographien in verschiedenen Ebenen anzufertigen erlaubt. Der
diagnostisch tatige Arzt wird heute in die Lage versetzt, bei
manchen Kranken mit Hilfe der modemen Schnittbildtechnik rasch die
endgtiltige Dia- gnose zu finden. Gelingt dies nicht auf Anhieb, so
helfen ihm diese Verfahren, die Wahl fUr jene Folgeuntersuchung zu
treffen, die am ehesten bei der Fahn- dung nach dem zugrunde
liegenden KrankheitsprozeB weiterhilft. Ahnlich wie bei Anwendung
der konventionellen Rontgendiagnostik gibt es auch mit den neuen
Untersuchungsverfahren trotz hohen technischen und fi- nanziellen
Aufwands Probleme und Krankheiten, die die feingewebliche Ana- lyse
erfordem, bevor eine eingreifendere Therapie vorgenommen werden
kann.
Nach einigen Jahren hat sich die Notwendigkeit ergeben, das Buch
nen herauszubringen. Einige Autoren haben gewech selt, aIle Kapitel
wurden uberarbeitet, die Tabellen erganzt und auf den letzten Stand
gebracht Ein kurzes Kapitel uber Ultraschalluntersuchungen wurde
eingefiigt, weil die Ultra schalluntersuchung in wenigen Jahren zu
einer nicht mehr wegzudenkenden Technik in der
gastroenterologischen Dia gnostik geworden ist. Auf eingehende
Darstellung atiologischer und pathophy siologischer Zusammenhange
wurde verzichtet, soweit sie nicht unbedingt zum Verstandnis von
Diagnose und Therapie notwendig sind und auch da auf das Knappste
gehalten. DaB Diagnostik und Therapie stets im Wandel begriffen
sind und deswegen standig neue Informationen eingeholt werden mus
sen, ergibt sich aus der raschen Entwicklung der Medizin. Das Buch
will zeitgemaBe, systematische Praxisinforma tion bieten. In
Zweifelsfallen auch bei eingreifenderen Thera pien soUte man den
Rat erfahrener Kollegen suchen. Autoren und Herausgeber hoff en,
daB auch die 2. Auflage des Buches dem praktisch tatigen Arzt bei
seiner taglichen, schweren, verantwortungsvollen Arbeit Hilfe
leistet. Linz, im Herbst 1984 P.H.Clodi Inhaltsverzeichnis
P.H.Clodi Obersichtstabellen I-V zur Diagnose 1 Ch. Herfarth und J.
Horn 1 Das akute Abdomen. . . . . . . . . . .. . . 7 . 1.1
Definition 7 1.2 Allgemeine Symptomatologie . 7 1.3 Allgemeine
diagnostiscbe Hinweise . 8 1.3.1 Anamnese 8 1.3.2 Klinische
Untersuchung 8 1.3.3 Laboruntersuchungen 10 1.3.4
Rontgenuntersuchungen 11 Sonographie . 11 1.3.5 1.4 Atiologie ond
Differentialdiagnose 11 Weiterfiihrende Literatur . . . . . . . . .
. . . .. . . 21 . ."
Das Krankheitsbild der Darmischamie mit konsekutivem Mesen-
terialinfarkt und Darmgangran ist schon seit dem 19.1ahrhundert
bekannt und immer wieder experimentell und klinisch untersucht
worden. Trotz der permanenten Weiterentwicklung diagnostischer Me-
tho den und therapeutischer Verfahren hat diese Erkrankung heute
noch eine Letalitat von 70-93%. Dies liegt - wie unsere Ergebnisse
im Tierversuch und am groBten radiologisch untersuchten Kran-
kengut der Weltliteratur zeigen - an der kurzen ischamischen Tole-
ranzzeit des Darms nach arteriellem oder venosem GefaBverschluB und
an der zu spaten Diagnosestellung. Das vorliegende Buch erarbeitet
ein klinisch-radiologisches Konzept, das es ermoglicht, mit Hilfe
bildgebender Verfahren -ins- besondere der radiologischen
Nativdiagnostik, der Realtime-Sono- graphie und der Angiographie
-die Diagnose in vielen Fallen friih- zeitiger zu stell en und
somit die Letalitat dieses Krankheitsbildes zu senken. Es zeigt
aber auch die Wichtigkeit des interdisziplinaren Ge- sprachs
zwischen behandelndem Arzt, Radiologen und Chirurgen, urn die
Moglichkeit eines ischamischen Geschehens -insbesondere bei alteren
Patienten mit bekannten praexistenten Herz-und Ge- fa13leiden oder
hochdosierter Glykosidtherapie - in Erwagung zu ziehen und eine
noch erfolgversprechende, kausale Therapie einzu- leiten. Wir sind
sehr zu Dank verpflichtet: Herrn Prof. Dr. B.SWART, Neuss und Herrn
Prof. Dr. G. FRIEDMANN, Koln, fUr ihre Beratung bei den
experimentellen und klinischen Untersuchungen und die Uberlassung
des radiologischen Untersuchungsmaterials. Herrn Prof. Dr.
PICHLMAIER, Koln und Herrn Prof. Dr. COBURG, Neuss fUr die
Moglichkeit der Auswertung der Krankenakten, Herrn Dr. M. BOHR,
Pathologisches Institut der Universitat Koln, ftir die DurchfUhrung
der histologischen Untersuchungen, Herrn Prof. Dr.
Die immunsuppressive Therapie der chronisch-aktiven Hepatitis (CAH)
wird nach wie vor kontrovers diskutiert. Dies betrifft sowohl die
Indikation zu einer immunsuppressiven Therapie der CAH als auch die
Wahl der Medikamente, ihre Dosierung und die Dauer ihrer Anwendung.
Die Griinde sind einerseits theoretische Uberlegungen, andererseits
unterschiedliche, zum Teil widersprfichliche, praktische
Erfahrungen. Das gilt vor allem fUr die Anwendung einer
immunsuppressiven Therapie bei virusbedingter chronisch-aktiver
Hepatitis, insbesondere der chronisch-aktiven Hepati- tis B. Diese
Situation hat dazu gefiihrt, daB besonders hepatologisch inter-
essierte Kliniker einen Teil ihrer Patienten mit CAH sowohl im
Rahmen klinischer Studien mit immunsuppressiver Therapie behandelt
haben, als auch darfiberhinaus Erfahrungen gesammelt haben, die
sich aus der Beob- achtung einer Reihe von Patienten ergibt, bei
denen auBerhalb klinischer Studien auf Grund einer ganz auf den
einzelnen Patienten gerichteten Indi- kationsstellung eine
immunsuppressive Therapie durchgeffihrt worden ist. Angesichts
dieser Situation schien es sinnvoll zu sein, eine beschrankte Zahl
von klinischen Hepatologen zu einer Aussprache zusammenzufUhren mit
dem Zweck, eine Standortbestimmung fiber die immunsuppressive The-
rapie der chronisch-aktiven Hepatitis zu versuchen und die damit
verbunde- nen noch vielen offenen Fragen und Probleme zu
diskutieren. Eine solche Aussprache fand 1983 in Wfirzburg statt.
Der vorliegende Band enthalt die dort gehaltenen kurzen Referate
und die zwar redigierte, aber in ihren wesentlichen Inhalten
festgehaltene Diskussion. Einen breiten Raum hat die Frage nach der
Berechtigung einer immun- suppressiven Therapie der CAH infolge
einer Hepatitis-B-Virus-Infektion eingenommen. Hier hat sich in den
letzten Jahren ein gewisser Wandel der Auffassung angebahnt.
Proximal-selektive Vagotomie (PS V respektive SPV) als chirurgische
End- loesung fur das Problem des Gastroduodenalulkus nach einem
Jahrhundert an sich erfolgreicher chirurgischer Therapieversuche -
Illusion oder Pana- zee? Jeder Gastroenterologe weiss um die
Langzeitprobleme des Gastroduode- nalulkus - somatischer Ausdruck
einer Krankheitsanlage. Medikamentoese und chirurgische Therapie
der Neuzeit mit ihrer wirksamen, aber doch nur symptomatischen
Sekretionskorrektur am Endorgan - heilen sie die Krankheit oder
beseitigen wenigstens die Symptome auf Dauer? Wo steht in diesem
Rahmen die organerhaltende chirurgische Therapie der proximal-
selektiven Vagotomie? Die Beurteilung respektive Objektivierung
neuer Heilverfahren - vor allem in der Chirurgie - hat einem
besonderen "Anforderungsprofil" zu genugen. Die Studie von Claude
Muller und Sebastiano Martinoli durfte diesem Profil weitgehend
entsprechen, so dass der Kliniker neugierig die Resultate und der
an Statistiken medizinischer Richtung Interessierte kri- tisch die
Methodik studieren wird. Prospektiv sollte eine solche Studie sein
- die vorliegende Arbeit uberblickt die Funfjahresresultate; vom
Patientengut her lasst sich sogar eine Ergan- zung durch die
Zehnjahresresultate erhoffen. Die Studie ist multizentrisch,
umfasst sie doch acht chirurgische Abteilungen mit akademischen
Lehrverpflichtungen; sie ist grenzubergreifend - funf deutsche,
eine franzoesische und zwei schweizerische Universitatskliniken
respektive akademische Krankenhauser haben teilgenommen. An den
Operationen dieser Studie sind 89 verschiedene Chirurgen -, zum
grossen Teil noch in der Ausbildung begriffen - beteiligt, so dass
die Res- tate reproduzierbar erscheinen. . Soweit die klinischen
Resultate nicht durch Zahlen objektivierbar sind, wurden sie nicht
vom Chirurgen, sondern vom gastroenterologischen Inter- nisten
beurteilt.
Auf Anregung von studentischer Seite wurde der Schwerpunkt die- ses
Buches auf die Symptomatik gelegt und damit dem Bedurfnis nach mehr
Praxisbezug Rechnung getragen. Bei der Konzeption habe ich mich von
der traditionellen Meinung leiten lassen, nach welcher Anamnese und
koerperlicher Befund fur die diagnostische Strategie das
entscheidende Gewicht besitzen und die technischen Untersuchungen
der Bestatigung dienen. Am An- fang der Kapitel steht ein kurzer
Abriss der Pathophysiologie, der zum Verstandnis des jeweiligen
Symptoms beitragen soll. Es folgt ein Abschnitt uber die Klinik, in
dem auf Gesichtspunkte der Anam- neseerhebung und der koerperlichen
Untersuchung eingegangen wird; kurzgefasste Beispiele wichtiger
Krankheitsbilder schliessen sich an. Danach wird die Diagnostik bei
den jeweiligen Symptomen abgehandelt, z. T. in schematisierter
Form. Zur Erganzung des Textes finden sich ausgewahlte
Literaturangaben an den Kapitelenden. Ziel der Darstellung ist, in
geraffter, anwendungsbezogener Form die wesentlichen Kenntnisse
uber gastrointestinale Beschwerden und diagnostische
Schlussfolgerungen zu vermitteln. Vieles wird da- her in
UEbersichten und Tabellen zusammengefasst. Andererseits lie- ssen
sich, um Zusammengehoeriges klar und moeglichst vollstandig zu
erfassen, Wiederholungen nicht vermeiden. Besonderes Gewicht er-
hielten sinnlich wahrnehmbare Merkmale: deshalb erfolgte auch die
Aufnahme des Kapitels uber dermatologische Veranderungen (Kap. 10)
mit ausfuhrlichem Bildteil, welche bisher in der deutsch-
sprachigen gastroenterologischen Literatur weitgehend ausgespart
blieben. Typische technische Befunde, z. B. im Rahmen der Roent-
genuntersuchungen oder der Endoskopie, werden bewusst nicht ge-
zeigt, sie koennen der Vielzahl der einschlagigen Lehrbucher
entnom- men werden.
Das kolorektale Karzinom gehort beziiglich seiner Hliufigkeit, der
Thera- piemoglichkeiten sowie der Friiherkennung und Prlivention zu
den wich- tigsten und interessantesten Malignomen des Menschen.
Atiopathologi- sche Aspekte und FriiherkennungsmaBnahmen werden
ausgiebig, teil- weise kontrovers diskutiert. Dabei sind die
Diskussionen nicht immer durch notwendige Sachkunde und
Informationsaustausch gekennzeichnet. Der Meinungsaustausch am Ende
von KongreBreferaten ist oft kurz und oberfllichlich, Darstellung
und Gegendarstellung in Fachzeitschriften flih- ren hliufig nicht
zu einem allgemein verstlindlichen Ergebnis und prakti- schen
Konsequenzen. Es war daher naheliegend und beabsichtigt, Vertreter
aller Fachdiszi- plinen an einem Tisch zu vereinen und nach kurzen
EinfUhrungsreferaten grundlegende Diskussionen zu flihren. In dem
angestrebten und hiermit vorliegenden Buch sollten neben den
Vortrligen auch die Diskussionen zum Abdruck kommen. Kolorektale
Karzinome sind aufgrund ihrer Morbiditats- und Mortali- tlitsraten
ein wichtiges Problem der Volksgesundheit. Chirurgische Be-
handlungsverfahren setzen eine gesicherte Diagnose im Vor- oder
Friihsta- dium voraus. Die Problematik der Erkennung und Behandlung
kolorekta- ler Karzinome sei durch die Aussagen von Chirurgen
erhellt: "Die opera- tiven Verfahren haben einen solchen Standard
technischer Reife erlangt, daB hier wesentliche Fortschritte nicht
mehr zu erzielen sind" (WINKLER).
Die Peristaltik zahlt zu dem jUngsten Zweig des Gesamtkomplexes der
Durch- stromung physiologischer GefaBe. Sowohl in der Biomechanik
als auch in der Physiologie sind diesbezUglich umfangreiche
Untersuchungen innerhalb der letzten fUnfzehn Jahre durchgefUhrt
worden. Insbesondere wurde versucht, eine peristaltische Stromung
im Experiment und als mathematisch- physika- lisches Modell
nachzubilden. Speziell in letzter Zeit sind umfangreiche
experimentelle und zahlreiche theoretische Arbeiten veroffentlicht
worden, wobei es auBerst schwierig und aufwendig ist, das Problem
in voller All- gemeinheit zu erfassen. Deshalb mUssen in den
meisten Fallen Vereinfachungen getroffen werden, urn den Aufwand
fUr die experimentellen und theoretischen Untersuchungen nicht zu
groB werden zu lassen. Bisher scheint noch keine Veroffentlichung
bekannt zu sein, die den Themen- kreis Peristaltik in
Ubersichtlicher Form darste11t. Mit diesem Buch soll versucht
werden, diese LUcke zu sch1ieBen. Es 5011 eine Obersicht vermit-
teln bezUg1ich 1. der Beschreibung des Phanomens Peristaltik 2. des
Auftretens der Peristaltik in der Physiologie 3. der
experimente11en Untersuchungen in der Physiologie 4. der
Nachbildung einer perista1tischen Stromung im Experiment 5. der
theoretischen Mode11e zur Peristaltik 6. der Grundgleichungen
derStromungs- und Elastomechanik 7. der Losungsmethoden der
entsprechenden Gleichungen. In einem umfangreichen
Literaturverzeichnis sind entsprechende Arbeiten, bzw. Aufsatze
Uber die oben aufgefUhrten Punkte zu finden. Die einzelnen Kapite1
sind absichtlich re1ativ kurz geha1ten, da auf die entsprechende VI
Literatur verwiesen werden kann. Die vorliegende Arbeit entstand am
Institut fUr Mechanik (Prof. Dr.-lng.
Da die enorme Zunahme medizinischer Information jetzt auch in der
Kinderheilkunde dazu gefUhrt hat, daB das facharztliche Wissen etwa
alle acht Jahre zur Halfte erneue rungsbedurftig ist, neigen viele
Kollegen zur Resignation. Die offensichtliche Unmoglichkeit alle
neuen Erkenntnisse schnell zu verarbeiten, fUhrt zu einer Art
Informationsab wehr. Man zieht sich auf die "eigenen Erfahrungen"
zuruck und beruhigt sein Gewissen durch die Annahme einer simpli
fizierten, oft durch bestimmte Interessenkreise manipulierten
Fortbildung. Das Bedurfnis nach laufender Fortbildung und nach Ober
sicht tiber das eigene Fachgebiet sollte aber nicht erlahmen.
Unsere Fortbildung sollte nicht nur dem Zufall uberlassen bleiben.
Allerdings ist es auch dem Fortbildungswilligen he ute neben seiner
Tatigkeit in Klinik und Praxis kaum mehr moglich, aus dem Meer der
Informationen das Wichtigste alleine herauszusuchen. In dieser Lage
bietet die mit diesem Band beginnende Reihe eine Hilfe an.
Zahlreiche in der Kinderheilkunde auf Spezial gebiete konzentrierte
Kollegen haben sich bereit erklart, aus ihrem Fachgebiet fUr die
Fortbildungswilligen die wichtigsten Fortschritte fUr Klinik und
Praxis zu selektionieren, so daB sich der Leser auf ihr Fachwissen
stUtzen kann. Verlag und Herausgeber bemuhen sich zusatzlich, diese
Informationen so darzubieten, daB man sie ohne Zeitverlust und ohne
die Lekture unwesentlicher Einzelheiten aufnehmen und sich
einpragen kann. Diese Fortschrittsberichte sollen in unregelmaBigen
Abstanden erscheinen und aus allen Spezial gebieten der
Kinderheilkunde in gedrangter und systemati scher Form das
Wichtigste zur Darstellung bringen."
Postoperative Syndrome sind ein besonders geeignetes Thema flir die
interdisziplinare Gastroenterologie. Internist und Chirurg teilen
sich in die Verantwortung flir die Entstehung derartiger Syndrome
und die Crux ihrer Behandlung. Auch die Diagnostik ist eine
gemeinsame Auf gabe, sowohl im Fa11e eines einzelnen Patienten mit
Beschwerden als auch im Rahmen von Erfolgsbeurteilungen
chirurgischer Eingriffe. Die postoperativen Syndrome haben bislang
in der Literatur ein Schatten dasein geflihrt. Die wesentliche
Ursache mag darin liegen, daB a11e Folge krankheiten nach
chirurgischen Eingriffen zu leicht dem Chirurgen ange1astet worden
sind. Viele postoperative Syndrome sind jedoch un vermeidliche, dem
chirurgischen Eingriff zwangsIa ufig anhaftende F olgen. Mit diesem
Buch solI eine objektive Wertung erfolgen. Das groBte Anliegen der
Herausgeber besteht darin, geniigend Fakten flir eine sach bezogene
Diskussion zu liefern und emotionellen Auseinandersetzungen den
Boden zu entziehen. Die "Postsurgical Syndromes" erschienen 1979
.in den "Clinics in Gastroenterology" und wurden anIa13lich der
deutschen Ubersetzung iiberarbeitet und erganzt. Der Dank der
Herausgeber gilt Herrn Dr. F. Baumgartel flir die Mithilfe bei der
Ubersetzung und dem Springer Verlag flir Hilfe und Entgegenkommen.
Zurich J. R. SIEWERT A. L. BLUM Gottingen Friihjahr 1980
Inhaltsverzeichnis Kapitell Einleitung: Was ist ein postoperatives
Syndrom? J. R. SIEWERT und A. L. BLUM. . . . . . . . . . . . . . .
. . . .. . . 1 . ."
Die offenbar zunehmende Haufigkeit von Harnblasentumoren laf, t es
gerechtfertigt erscheinen, einen zusammenfassenden Uberblick iiber
alle damit verbundenen Pro bleme zu versuchen, zumal die Literatur
unter Einbeziehung der verschiedenen Fach gebiete fast
uniibersehbar geworden ist. Zur Inzidenz ist die Frage der Zunahme
dieser Tumoren sowohl im Hinblick auf die gesteigerte
Lebenserwartung als auch auf die mogliche Identifizierung neuer
kanzerogener Substanzen zu klaren und zu erortern, inwieweit hier
praventivmedi zinische Maf, nahmen zu einer Verminderung der
Manifestation und schlief, lich auch zu einer Friiherkennung
beitragen konnen. Von Bedeutung ist in diesem Zusammen hang auch
die Darstellung der Geschlechtsverteilung, der Symptomatik sowie
der modernen diagnostischen Verfahren. Abgesehen von der
Friiherkennung, der Histo logie, dem Malignitatsgrad und dem nach
dem TNM-System zugeordneten Stadium des Tumors haben Art und Umfang
der Behandlung fUr die Prognose eine entschei dende Bedeutung.
Wahrend iiber die operativen Maf, nahmen (TUR, Kryo-oder
Laser-Therapie, Teil resektion oder Zystektomie) beziiglich
Indikation und Technik weitgehend Uberein stirn mung besteht, sind
viele Fragen der Bestrahlungsbehandlung und insbesondere einer
adjuvant en medikamentOsen Therapie noch offen. In eigenen
tierexperimentel len Untersuchungen wurden Harnblasentumoren bei
der Ratte durch ein chemisches Karzinogen (FANFT) induziert und die
lichtmikroskopischen sowie ultrastrukturellen Veranderungen wahrend
der Karzinogenese eingehend dargestellt. Unter Zugrunde legung
dieses experimentellen Systems wird ein eigenes Konzept zur
Prophylaxe und Therapie dieser Harnblasentumoren gepriift; die
mogliche klinische Bedeutung dieser Behandlungsform wird
diskutiert. Gestiitzt auf die bisherigen Ergebnisse dieser Unter
suchungen und unter Beriicksichtigung der bereits vorliegenden
klinischen Erfahrun gen wird abschlief, end ein an dem TNM-System
orientierter Behandlungsplan fUr Harnblasentumoren vorgestellt."
This book offers a comprehensive overview of the latest standard
medical procedures and surgical techniques for biliary atresia
(BA), as well as the perioperative care, long-term follow-up and
transitions. Experts on pediatrics in such fields as hepatology,
surgery, pathology, and liver transplantation present their
research findings and analyses of this rare and intractable disease
of unknown etiology. In Japan, shared experience and sound
understanding based on conferences and guidelines have led to
standardization of management and clinical care and, as a result,
better outcomes. Providing insights into improving surgical
outcomes, and including special chapters focusing on social support
systems for patients and families as well as recent advances in
early diagnosis, this book a valuable resource for medical
professionals around the globe who are involved in treating biliary
atresia. It is especially useful for pediatric hepatologists,
pediatric surgeons and transplant surgeons.
Dieser Buchtitel ist Teil des Digitalisierungsprojekts Springer
Book Archives mit Publikationen, die seit den Anfangen des Verlags
von 1842 erschienen sind. Der Verlag stellt mit diesem Archiv
Quellen fur die historische wie auch die disziplingeschichtliche
Forschung zur Verfugung, die jeweils im historischen Kontext
betrachtet werden mussen. Dieser Titel erschien in der Zeit vor
1945 und wird daher in seiner zeittypischen politisch-ideologischen
Ausrichtung vom Verlag nicht beworben.
In dem vorliegenden Buche "Die Leberkrankheiten" habe ich vor allem
meine personlichen Erfahrungen niedergelegt; nur wer sich ganz in
die Leber pathologie vertieft, wird sich auf diesem Gebiete
zurechtfinden, von dessen Schwierigkeit das schier uniibersehbare
Schrifttum Zeugnis legt. Ganz unvorbereitet bin ich an diese
schwierige Aufgabe nicht herangetreten; denn bereits seit iiber
drei Jahrzehnten bringe ich der Leber und den mit ihr in
Zusammenhang stehenden Organen besondere Aufmerksamkeit entgegen.
Zu niichst war es mir moglich, durch die Darstellung der
Gallenkapillaren unsere Kenntnisse iiber den histologischen Aufbau
der Leber weitgehend zu fordern; diese Studien fanden ihre
Fortsetzung in meinen Arbeiten iiber die Patho genese des Ikterus,
die sich zuerst auf rein morphologischem Gebiete be wegten. Als ich
dann Gelegenheit hatte, meine Erfahrungen auf die Klinik zu
iibertragen, war ich stets bemiiht, immer Hand in Hand mit der
pathologischen Anatomie und der physiologischen Chemie zu arbeiten;
so entstand eine durchgreifende Kliirung des Ikterusproblems, die
nunmehr allgemeine Aner kennung gefunden hat. 1m weiterep Verlaufe
kam ich immer mehr zu der "Oberzeugung, daB es sich bei den
Leberkrankheiten nur selten um Storungen der Leber allein handelt;
einen gewissen AbschluB fanden diese Untersuchungen in dem Buche,
die "Hepato lienalen Erkrankungen," in dem ich die Bedeutung des
reticuloendothelialen Systems im Rahmen der Leberpathologie
aufzuzeigen bestrebt war. Die Bedeutung der Milz fiir die klinische
Betrachtungsweise erfuhr durch die Analyse des Hiimo
globinstoffwechsels eine wesentliche Klarung, wodurch auch die
Beziehungen des Leber-Milz-Apparates zum Knochenmark und damit
viele Erscheinungen im Gefolge gewisser Leberkrankheiten unserem
Verstiindnis niihergeriickt wurden."
Dieses Buch ist fiir praktische Arzte bestimmt. Hierin liegen seine
Besonderheiten, seine Verpflichtungen und seine Schwierigkeiten.
Los gelOst von dem Ballast der wissenschaftlichen Literatur, die
auch fiir den Kenner kaum iibersehbar ist, solI nach Moglichkeit
ein klares und hinreichend erschOpfendes Bild unserer heutigen
Kenntnisse auf dem hier behandelten Gebiete vermittelt werden. Dies
setzt zugleich voraus, daB die Ergebnisse der
Laboratoriumsforschung in den Rahmen der klinischen Darstellung
fest eingebaut werden, und daB die Faden, die dauernd zwischen den
Beobachtungen am Krankenbett und im Experi ment zu fruchtbarer
Verkniipfung hin- und hedaufen, ZUlli Nutzen einer vertieften
klinischen Betrachtungsweise aufgezeigt und entwirrt werden. "Die
Medizin wird Wissenschaft sein, oder sie wird nicht sein. Das gilt
auch fiir die Therapie" (NAUNYN). Ich bin bemiiht gewesen, diesen
Forderungen gerecht zu werden. Ob dieses Ziel erreicht worden ist,
muB ich dahingestellt sein lassen. Der Kenner der Literatur wird
jedenfalls leicht ersehen, daB auch ohne die Nennung von Namen die
fiir die Entwicklung unserer Kenntnisse und Anschauungen wichtigen
Ergebnisse der Weltliteratur entsprechend dem begrenzten Raum
beriicksichtigt worden sind. Die im Verzeichnis des Schrifttums an
gefiihrten Arbeiten - nach Moglichkeit unschwer zuganglich - sollen
den Weg zur Literatur der Einzelgebiete erleichtern. Ham burg, im
Mai 1934. Der Verfasser. Inhaltsverzeichnis. AIlgemeiner Tell.
Seite I. Einfiihrung in das Wesen klinischer Le berpathologie ."
In den vorliegenden, ftir den praktischen Arzt be.stimmten
AusfUhrungen soll die Symptomatologie, Differentialdiagnose und
Therapie del' regelmallig odeI' unt-er bestimmten Umstanden mit
Gelbsucht einhergehenden Erkrankungen dal'gestellt werden. Von
diesem Ge.sichtspunkte aus ist eine gewi, sse Beschran kung de, s
Themas geboten. Eine Besproohung del' Ergebnisse del'
experimentellen Forschung, welche sid in den letlzten Jahrzehnten
bemtiht hat, die Pathogenese des Icterus zu klaren und in seinen
verschiedenen Er, sch-einungsJ1ormen .zu studieren, soll nul'
insoweit Platz finden, als e.s fUr dais Verstandnis del' Krankheit
am Krankenbette notwend g ist. Dies urn so mehr, als ja viele, wir
konnen sagen, fast die meilSten del' aufgestellt'8n
Icterustheorien, soweit sie bis, auf die Bildung des
GaUenfaI1bstoffes zurtickgreifen, vielfach di, skutiert und
bestritten .sind und vOilleiner einheitlichen Auff.a, ssung
gegenwartig uoch keine Rede sein kann. Das gIeiche gilt fitr andere
Probleme, die uns in diesem Zusammen hange interessieren, VOl' aHem
fUr die Frage del' Steinbildung. Auch hier wird es OOi del' vollig
ungekliirten Lage fUr un sere nul' prakUschen Z weeke bessel' sein
von theoretischen Aus einandersetzungen .arbzusehen und bInG das
klini, sch Wesentliche hervorzuheben. Aus gl'8ichen Grtinden mu.Gte
mit Rticksicht auf die geringen, dem praktischen Arzte in diesel'
Hinsieht zur Ver ftigung stehenden Moglichkei, ten auf die
Schilderung komphzierter laboratoriumsmailiger Unt'8I1suchungen.
verzichtet werden. Auch in diesem Punkte, solI nul' dasjenige
hervorgehoben werden, was yom praktischen Arzt selbst durchgefUhrt
werden kann."
Dieser Buchtitel ist Teil des Digitalisierungsprojekts Springer
Book Archives mit Publikationen, die seit den Anfangen des Verlags
von 1842 erschienen sind. Der Verlag stellt mit diesem Archiv
Quellen fur die historische wie auch die disziplingeschichtliche
Forschung zur Verfugung, die jeweils im historischen Kontext
betrachtet werden mussen. Dieser Titel erschien in der Zeit vor
1945 und wird daher in seiner zeittypischen politisch-ideologischen
Ausrichtung vom Verlag nicht beworben.
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