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Books > Medicine > General issues > Health systems & services > General practice
Als ich im Mai 1985 an einem Seminarabend der IMA Innsbruck (Intern
a- tionale Mediziner-Arbeitsgemeinschaft, die sich mit Grundlagen
und Grenzfragen der Medizin interdisziplinar befaBt) das Buch von
Hans Schaefer: "Bruckenschlage zwischen Schulmedizin und
auBerschulischen Methoden" diskutieren wollte, hatte ich etwa ein
Dutzend von Interessen- ten erwartet, die sich auf ein solches
Thema einlassen wollten. Zu meiner Uberraschung war der Saal
uberfullt. Aus unterschiedlichen Grunden such en immer mehr junge
Arzte he ute nach "Alternativen" zu Ubertreibungen und
Einseitigkeiten in der technologischen Diagnostik und
Pharmakotherapie. Wir haben als akademische Lehrer die groBe
Verant- wortung, ihnen gediegene wissenschaftliche Grundlagen fUr
ihr Handeln anzubieten und sie auch zu kritischem - auch
selbstkritischem - Denken und Urteilen zu fuhren. Das Buch, fur
welches ein Vorwort zu schreiben mir eine Herzenssache ist, erfullt
diese Forderung in jedem Kapitel und erganzt die grundlegenden
theoretischen Erwagungen des einleitend genannten Buches von Hans
Schaefer durch die notwendigen praxisbezogenen Details, die der
lungarzt sonst nirgendwo so konzentriert zusammengefaBt findet. Der
Autor, dem ich seit mehr als 30 lahren wissenschaftlich (gemeinsame
Untersuchungen zur H6henklimawirkung) und freundschaftlich
verbunden bin, konnte sich als Wissenschaftler in besonderem MaB
der experimentell- klinischen Erforschung der sogenannten
naturgemaBen Heilmethoden wid- men. Uber 100 Doktorarbeiten von
erfreulichem Niveau belegen dies. Diese kleine Schrift ist der
Niederschlag und die praxisbezogene Zusammenfas- sung eines
Lebenswerks. Ich bin ein biBchen stolz darauf, daB ich Herrn Prof.
Dr. Horst lungmann zu diesem Buch herausgefordert habe.
Entwicklungen der vergangenen Jahre haben unser Be- wuBtsein fUr
die Grenzen des technischen Fortschritts ver- starkt und auch in
der Medizin zu einer Riickbesinnung auf die einfachen Grundlagen
arztlichen Handelns ge- fUhrt. Urn dazu beizutragen, daB die
Auskultation des Her- zens neben der vielfaltigen apparativen
Diagnostik ihre auBerordentliche Bedeutung behalt, entstand diese
kurze zusammenfassende Darstellung, die sich iiberwiegend an
Studenten und Assistenten in der Ausbildung richtet. Mein
besonderer Dank gilt Herrn Dr. Graf-Baumann yom Springer-Verlag fUr
die rasche und vor aHem preiswerte Edition, Frau Grethmann fUr die
ausgezeichneten Abbil- dungen und Frau Joraschkowitz fUr ihre
hervorragende sekretarielle und organisatorische Unterstiitzung.
Bad Soden, Juli 1983 DetlefRohl Inhaltsverzeichnis Grundlagen der
Auskultation 1 Das Stethoskop ... 1 Auskultationspunkte . 1 Der 1.
Herzton 2 Der 2. Herzton .... 5 Diastolische und systolische
Extratone 11 Physiologischer 3. Herzton. . . . . 11 Pathologischer
3. Herzton . . . . . 11 Friihdiastolischer Extraton bei
Pericarditis constrictiva . . . . 12 Der 4. Herzton . . 12
Mitral6ffnungston 14 Ejection Click .. 15 Mittsystolischer Klick 16
Herzgerausche ..... .
Das Buch vermittelt psychosomatisches Verst{ndnis f}r den nicht
speziell ausgebildeten Arzt ebenso wie die wichtigsten Techniken
zur Erkennung und Behandlung psychosomatischer Erkrankungen. Betont
wird dabei die Einheit vonPsyche und Soma, wie sie in besonderem
Masse dem niedergelassenen Arzt, dem Hausarzt bei der Mehrzahl
seiner Patienten begegnet.
sowie Einzelinitiativen von Gross (Frankfurt) lange Zeit keine
Nachahmer, vor allem nicht bei Kollegen, die als Kassenarzte tatig
waren."
Der sozialgerichtliche ProzeB, bei dem es urn Honorarkiirzungen und
Schadensersatzforderungen wegen unwirtschaftlicher kassenarztli-
cher Behandlungs- und Verordnungsweise geht, wirft besondere Pro-
bleme auf. Dies nicht nur deshalb, weil die (regelmaBige) Grundlage
des Priifungssystems, namlich die wirtschaftliche Beurteilung der
arztlichen Tatigkeit anhand statistischer Vergleiche, schon ihrer
Na- tur nach umstritten sein wird, sondem auch deshalb, weil ein
solcher ProzeB besondere Fragen und damit auch Unsicherheiten
hinsicht- lich der Beweisanforderungen und der Darlegungslast der
Beteilig- ten mit sich bringt. Mit der vorliegenden Arbeit wird der
(konzen- trierte) Versuch untemommen, dies en Problemstoff aus dem
Ganzen des Verfahrens zu analysieren und seine Einzelheiten in
einen syste- matischen Zusammenhang zu. bringen, die sich
ergebenden Rechts- fragen grundsatzlich zu vertiefen und die
bisherige Rechtsprechung entsprechend einzuordnen. Damit solI den
mit derartigen Prozessen BefaBten - Richtem, Beteiligten (Ante,
Kassenarztliche Vereinigun- gen, Krankenkassen) und Rechtsanwalten
- eine Orientierungshilfe zur Bewaltigung dieses schwierigen
Verfahrens gegeben werden. E. Baader Kassel, Marz 1983
Inhaltsverzeichnis A. Grundlagen . . . . . . . . . . . . 1 1. Das
Wirtschaftlichkeitsgebot 1 2. Organe der Durchsetzung. . 1 3.
Honorarktirzung und Schadensersatz 2 B. Unwirtschaftlichkeit als
unbestimmter Rechtsbegriff . 5 1. Unwirtschaftlichkeit der
Behandlung 5 2. Unwirtschaftlichkeit der Verordnung . 7 C.
Rechtliche Priifung der Unwirtschaftlichkeit 9 I.
Einzelfallpriifung . . . . . . . . . . . . 9 II. Priifung anhand
des statistischen Vergleichs 9 1. Vergleichbarkeit der Praxen. . .
10 2. Vergleichbarkeit der Leistungen . . . 11 3. Zusammenfassung .
. . . . . . . . . 12 III. Der SchluB auf die Unwirtschaftlichkeit
13 1. Normale Streuung. . . . . . . 13 2. Das Mittelfeld . . . . .
. . . . 14 3. Offensichtliches MiBverhaltnis 14 IV. Einwendungen
des Arztes . . . . 15 a) Berechnungsfehler . . . . .
Ziel der Herausgeber und Autoren des Buehes ist, in konkreter Form
daran mit- zuwirken, die arztliehe Fortbildung in psyehosomatiseher
Medizin weiterzuent- wiekeln. Unter psyehosomatiseher Medizin wird
hier eine bestimmte Einstellung desjeni- gen Arztes verstanden, der
Wissen und Fertigkeiten der "Beziehungsmedizin" in die arztliehe
Tatigkeit integrieren will. Die Keroaussage der Beziehungsmedizin
lautet: Jede arztliehe Tatigkeit erwaehst aus einer
Zweierbeziehung. Diese Beziehung wird aus den Erfahrungen und
Erwartungen von Patienten und Arzt bestimmt. Die Beziehung ist
bewuBt gestalt bar. Psychosomatische Medizin betreiben heiBt, sieh
dieser Erfahrungen und Erwar- tungen von Patient und Arzt zunehmend
bewuBt werden, sie immer wieder im Gespraeh mit Kollegen
reflektieren und hieraus im Praxisalltag wie in der Fortbil- dung
Konsequenzen ziehen. Psychosomatik wird also nieht als eine
Spezialdiszi- plin, sondero als eine grundlegende iirztliche
Vorgehensweise verstanden. Zwischen Oktober 1982 und Oktober 1983
wurden im Bereich der Hessischen Landesarztekammer 3 Seminare
durehgefUhrt, urn eine derart verstandene psy- chosomatische
Fortbildung entstehen zu lassen. 1m 1. Seminar (Herz-Kreislauf-
Zentrum Rotenburg/Fulda, Oktober 1982) wurden grundlegend die
Inhalte der Fortbildung diskutiert. 1m 2. Seminar (Akademie fur
arztliche Fortbildung und Weiterbildung, Bad Nauheim, Januar 1983)
ging es urn die DurchfUhrung eines entsprechenden Programmes; im 3.
Seminar (Akademie fUr arztliche Fortbil- dung und Weiterbildung,
Bad Nauheim, Oktober 1983) war die Evaluation Gegenstand der
Diskussion.
Kreislauferkrankungen zeigen in der Bundesrepublik Deutschland eine
ausserordentlich hohe Morbiditat, dies bereits in den mittleren
Altersgruppen, und die hochste Mortalitat. Die thromboemboli schen
Erkrankungen des arteriellen und venosen Systems machen etwa 50%
aller Todesursachen aus, bei den 35-bis 44jahrigen be reits uber
20% und bei den 45-bis 55jahrigen bereits 30%. Allein an
Herzinfarkten versterben Z.Z. bei uns uber 170000 Menschen/Jahr
(mit weiterhin steigender Tendenz), an Lungenembolien etwa 20000.
Rund 2% der 35- bis 44jahrigen und 6% der 45- bis 54jahrigen Manner
haben eine periphere arterielle Verschlusskrankheit (AVK). Uber 50%
der uber 15jahrigen zeigen periphere Venenver anderungen; etwa 1
Mio. Menschen leiden bei uns an einem post thrombotischen Syndrom.
Die Haufigkeit der tiefen Venenthrom bose liegt in einem
allgemein-intemistischen Sektionsgut zwischen 40 und 60%, die
Pravalenz an Lungenembolien zwischen 15 und 20%. Uber 50% aller
Schlaganfallpatienten haben das 65. Lebensjahr noch nicht erreicht
und waren noch berufstatig. Rund 70% aller Patienten, die uns zu
einer angiologischen Beurteilung mit Ultra
schall-Doppler-Untersuchung uberwiesen wurden, waren noch nicht
berentet. Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind mit uber 40% die weitaus
haufigste Ursache einer Fruhinvaliditat."
Drei Jahre sind vergangen, seit im Januar 1979 auf einer
Arbeitstagung der Deutschen Gesellschaft fur Medizinische
Dokumentation, Informatik und Statistik e.V. (GMDS) und der
Gesellschaft fur Rechts- und Verwal- tungsinformatik e.V. (GRVI)
juristische Probleme der Datenverarbeitung in der Medizin
diskutiert wurden. Die Ergebnisse dieser Veranstaltung, welche in
der gleichen Reihe veroeffentlicht worden sind (Band 12; Kilian,
W., Porth, A.J.: Juristische Probleme der Datenverarbeitung in der
Medizin, Springer-Verlag, Berlin/Heidelberg, 1979), fanden grosses
Interesse und dienten als Anregung fur weitere Diskussionen. In der
Zwischenzeit liegen Erfahrungen mit dem Datenschutz in der Medi-
zin vor. Die Jahresberichte der Datenschutzbeauftragten beleuchten
zu- nehmend diesen Aspekt. Daruber hinaus haben neue Gesetze (z.B.
Sozial- gesetzbuch), Gesetzentwurfe (z.B. Krebsregistergesetz) und
AEnderungen im arztlichen Berufsrecht (Schweigepflicht und
medizinische Forschung) die Diskussionen uber den Datenfluss im
medizinischen Bereich und dessen Kontrolle belebt. So erschien die
erneute Veranstaltung einer Arbeits- tagung sinnvoll. Sie wurde von
den Herausgebern des Sammelbandes orga- nisiert und von GMDS und
GRVI sowie der gemeinsamen Kommission unter- stutzt. Der Aufbau der
einzelnen Beitrage ist etwas unterschiedlich, da der Stand der
weiteren Ausarbeitung der Referate variiert. Teilweise sind die
Referate als Thesenpapier zusammengestellt, teilweise stellen sie
tiefergehende Ausarbeitungen der Problematik dar. Im Gegensatz zu
dem fruheren Tagungsband oblag die Herstellung der Manuskripte den
Autoren selbst. Daraus mag ein hin und wieder etwas
unterschiedliches Druckbild resultieren; den Herausgebern schien es
wichtig, dass der Tagungsband zu den aktuellen Problemen schnell
erscheinen konnte.
Die Frage nach den gesundheitlichen Risiken der vielen Millionen
Fernreisenden in tropische Klimazonen konnte bisher kaum befrie-
digend beantwortet werden. Es ist seit langem klar, wird aber in
der Literatur der Touristik-Medizin zu wenig berucksichtigt, dass
das Ri- siko des europaischen Reisenden nicht zu vergleichen ist
mit dem Risiko autochthoner Bevoelkerungen. Geomedizinische und
epide- miologische Kenntnisse uber die Verbreitung von
Tropenkrankhei- ten oder in den Tropen gehauft vorkommenden
Infektionskrankhei- ten sind nicht nur ungenau, sondern stehen
heute nur noch in geringem Zusammenhang mit dem Risiko des
Reisenden. Die amt- lichen Meldungen uber importierte Erkrankungen,
wie etwa Mala- ria, sind luckenhaft, andere meldepflichtige
Infektionskrankheiten werden noch weniger exakt erfasst. Vor allem
fehlt zur Einschatzung des Risikos auf grund von beobachteten
Erkrankungen der Bezug zur Grundgesamtheit der Exponierten. Aus
diesem Grund steht die tropenmedizinische Beratung vor al- lem
ausserhalb erfahrener Tropeninstitute, aber besonders auch die
epidemiologischen Grundlagen fur versicherungsmedizinische Fra- gen
auf sehr unsicheren Fussen. Es ist daher ein nicht hoch genug
einzuschatzender Verdienst des Autors, Dr. Robert Steffen, seine
seit 1977 systematisch durchge- fuhrten retrospektiven und zuletzt
auch prospektiven Untersuchun- gen zur Epidemiologie der
Gesundheitsstoerungen bei Interkonti- nentalreisen durch
ausfuhrliche und kritisch beleuchtete Literatur- angaben und
Meldestatistiken erganzt in einer Synopsis einem weiteren
Leserkreis vorzustellen als es bisher in den vielen Einzelpu-
blikationen moeglich war. Wenn man die Schwierigkeiten bedenkt, mit
denen diese Daten zusammengetragen, bzw. erhoben wurden, ist es
bedauerlich festzustellen, dass die in den Tropeninstituten
beobachteten Erkrankungsfalle so selten systematisch und gemein-
schaftlich analysiert werden.
Das vorliegende Buch ist auch fur denjenigen, der sich seit Jahren
und intensiv mit den Problemen des Allgemein- oder Hausarztes be-
schaftigt hat, eine Oberraschung: Es hebt vielfach das bisher nur
Gespurte und Erfahrene in das helle Licht des BewuBtseins, es zieht
nicht nur Bilanz uber arztliches SolI und Haben in der heutigen
All- gemeinpraxis, sondem folgert daraus konkrete Konsequenzen fUi
die Zukunft, es stellt die wissenschaftliche Problematik dieses so
al- ten, jungen Fachgebietes" in das Zentrum der notwendigen
Weiter- entwicklung der modemen Medizin. Sturm hat eine groBartige
Leistung vollbracht. Sein Buch wird zum Widerspruch reizen, das
sollte es auch. Aber es wird genauso Besinnung, Nachdenken,
Selbstkritik und Zustimmung auslosen. Denn es ist weit mehr, als
der Autor fordert, namlich "Konzept fUr eine wissenschaftliche
Grundlegung hausarztlicher Tatigkeit und fUr eine Wissenschaft yom
Patienten". Es ist eine sehr personliche und deshalb auch sehr
mutige Diagnose der zentralen Probleme un- serer heutigen Medizin
in Wissenschaft und Praxis. Diese Diagnose wird umfassend, sogar
unter Einbeziehung der Situation in vielen anderen Uindem,
gestellt. Sie ist auch insofem eine gute arztliche Diagnose, als
sie eine ausreichende Behandlungsgrundlage zur LO- sung dieser
Probleme ergibt. Ich wiinsche diesem Buch nicht nur eine weite
Verbreitung, zahlreiche aufmerksame und nachdenkliche Leser, sondem
damber hinaus den Erfolg, an dem sich geistige Leistung immer
messen iaBt: die beabsichtigte Veranderung unserer Wirklichkeit im
Sinne des Autors.
Das Problem der Heroinsucht ist seit vielen Jahren im Bewusstsein
der Bevoelke- rung und tritt gegenwartig erneut in den Vordergrund
des Interesses. In jungster Zeit sind auf breiter Basis Versuche
unternommen worden, die Ursachen der Hero- insucht zu determinieren
und Therapietechniken zu entwickeln. Dies erfolgte nicht im Rahmen
einer bestimmten wissenschaftlichen Disziplin, vielmehr finden wir
in der Literatur Beitrage aus Psychiatrie, Sozialarbeit,
Pharmakologie, Physiologie, Kriminologie und Psychologie. Ziel des
vorliegenden Sachbuchs ist eine kritische Bestandsaufnahme der
relevanten Veroeffentlichungen. Angesichts der Fulle der
verfugbaren Beitrage, die sich mit der Heroinsucht be- fassen
erhebt sich vielleicht die Frage, ob ein Sachbuch, wie das
vorliegende, erfor- derlich ist. Auf diese Frage gibt es drei
Antworten. Erstens ist schon der enorm grosse Umfang an
Veroeffentlichungen zum Thema Heroinsucht in Form von Presse-
berichten, Buchern und Kapiteln in Nachschlagewerken uberwaltigend.
Bei der Konzipierung der vorliegenden Arbeit haben die Verfasser
uber 2000 Veroeffent- lichungen gesichtet, die ausschliesslich die
Heroinsucht zum Gegenstand haben, wo- bei voellige Klarheit daruber
bestand, nicht annahernd das alleine in der amerikani- schen und
britischen Literatur verfugbare Material ausgeschoepft zu haben.
Eine sol- che Materialfulle sollte nicht uberraschen, wenn man das
breite Spektrum der wis- senschaftlichen Disziplinen bedenkt - von
der Neurophysiologie bis zur Straf- rechtswissenschaft, deren
Vertreter sich in Veroeffentlichungen mit der Heroinsucht
auseinandersetzen. Nur wenige, die ihre Kenntnisse hinsichtlich der
Heroinsucht erweitern wollen, besitzen das erforderliche breite
Wissen oder die Zeit um sich der Literatur aus all diesen
Fachbereichen sinnvoll bedienen zu koennen.
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Suizid
(German, Paperback)
Christian Reimer; Introduction by E. Ringel
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R1,512
Discovery Miles 15 120
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Ships in 18 - 22 working days
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Inhalts}bersicht: Theoretische und empirische Beitr{ge zum
Suizidproblem: Selbstmordverh}tung: Wissenschaft oder Karitas?
Erkennung und Beurteilung der Suizidalit{t. Suizid und Homizid:
Ihre Gemeinsamkeit als Zugang zu einer Antriebsanalyse des
Selbstmordgeschehens. Der protrahierte Suizid.Sucht und Suizid.
Depression und Suizid. Der Suizid in der Dichtung. Der Suizid in
der Abgrenzung gegen Unfall und T|tung - Entwicklungstendenzen. Die
Beurteilung von Suizid, Suizidversuch und Suizidbeteiligung durch
die strafrechtliche Rechtsprechung. - Beitr{ge zur
Beziehungsproblematikund Therapie von Suizidenten:
Betreuungsmodelle f}r Suizidgef{hrdete. Katamnestische
Untersuchungen an Suizidpatienten. Das Problem der Inanspruchnahme
von Betreuungseinrichtungen f}r Suizidgef{hrdete - unter besonderer
Ber}cksichtigung der Bedeutung niedergelassener [rzte bei der
Versorgung von Patienten in suizidalen Krisen. - Ehepartnerverlust
als Risikofaktor f}r den Selbstmord. Zur Problematik von
Suizidversuchenbei Kindern und Jugendlichen. Zur Alterssuizidalit{t
- Literaturergebnisse und
Die Padiatrie differenziert sich zunehmend einerseits in eine In
tensivpadiatrie mit Gebieten wie Neonatologie, Kardiologie, On
kologie und Nephrologie, die meist hochst aufwendigen stationa ren
Aufenthalt erfordern, und andererseits in eine Ambulanzpa diatrie,
die es ermoglicht, dank der Fortschritte der Medizin, der Technik
und der Zivilisation (Auto, Telefon) praktisch alle Krank heiten
und Probleme und auch die immer wichtiger werdende Ge
sundheitsvorsorge ambulant in der Praxis zu betreiben. Von der
Ambulanzpadiatrie soll hier die Rede sein. Aber auch hier haben
sich Probleme und Krankheiten gewandelt. UmweItver anderungen und
"Kleinfamilien" haben eine "neue Morbiditat" geschaffen, die sich
zeigt in der Zunahme der Verhaltensstorungen und
Erziehungsschwierigkeiten, in den Unfallen und den chroni schen
Behinderungen bzw. chronischen Krankheiten. Etwa 10% aller
erkrankten Kinder sind heute chronisch krank. Behindert sind - Y3
davon lernbehindert - etwa 2,5% eines Jahrgangs. Zuneh mend wird
der Kinder- und Jugendarzt auch durch die Adoles zenz gefordert mit
ihren endokrinologischen, gynakologischen, dermatologischen
Veranderungen und emotionalen Problemen. Die Hauptmorbiditat in der
Praxis stellen jedoch nach wie vor die Infektionen der oberen
Atemwege dar, also Schnupfen, Otitis, Pharyngitis, Bronchitis, und
die Magen-Darm-Probleme beim Saugling. Die Hauptmortalitat betraf
fruher die Infektionen; heu te sind es im Kindesalter v. a. die
Unfalle und die Krebskrankhei ten. Die Sterblichkeit bei Kindern
ist jedoch in Deutschland weiter zuruckgegangen, von 258 je 100000
(1- bis 14jahrige) im Jahre 1935 bis auf 43 je 100000 im Jahre
1976."
Seit dem Erscheinen dieses Buches hat das Interesse an dem Thema
nicht nachgelassen. Es scheint aber in der Zwischen zeit zu
gewissen Akzentverschiebungen gekommen zu sein, besonders im
Bereich der Medizin: Die Beschaftigung mit psychosomatischen
Fragestellungen, und d. h. hier mit psy chologischen Problemen bei
unheilbar Kranken und Sterben den, hat sich erweitert. Sie ist
nicht mehr ausschlieBlich eine Sache von Psychiatern und
Psychotherapeuten, sondern fm det zunehmend auch die Aufmerksamkeit
anderer medizini scher Disziplinen, vor allem der Onkologie, der
Strahlen therapie und der Allgemeinmedizin. Damit zusammenhangend
hat sich in wenigen Jahren in der Bundesrepublik ein sehr
deutlicher Wandel in der Frage der Aufklarung schwerkranker
Patienten durchgesetzt. Fur die 2. Auflage war es daher notwendig,
dies en Bereich, die sogen. Wahrheit am Krankenbett, abzuhandeln -
auch unter dem Gesichtspunkt, inwieweit dieser Wandel mit der von
mir ver tretenen These ubereinstimmt, wonach die Einstellung der
Gesellschaft zur Sterblichkeit des Menschen sich heute fast ganz
auf den Vorgang des Sterbens konzentriert und den Tod weitgehend
ausklammert. Auch Sterbehilfe als Aufgabe der Pastoralmedizin und
der Seelsorge ist seit Kubler-Ross wei terentwickelt und in die
Praxis umgesetzt worden. Die Fragen nach Recht und Unrecht,
Humanitat oder Inhumanitat der Euthanasie sind unverandert
kontrovers geblieben. Die For derung nach Legalisierung einer
"Totung ohne Einwilligung" markiert aber einen Wendepunkt, an dem
die Gefahr des MiBbrauchs nicht mehr zu ubersehen ist."
Die essentielle Hypertonie stellt einen gesundheitsschadigen- den
Risikofaktor von zentraler Bedeutung dar. Diese Tatsa- che gehoert
mittlerweile zum festen Wissensbestand von AErz- teschaft und
verantwortlichen Gesundheitsbehoerden. Auch kann durch konsequente
antihypertensive Therapie das hochdruck bedingte Morbiditats-und
Mortalitatsrisiko inner- halb einer Population gesenkt werden, wie
verschiedene Mul- tizenter-Studien in jungster Vergangenheit
gezeigt haben. Trotz dieser relativ gunstigen Behandlungschancen
sind im- mer noch wichtige Fragen der Entstehung, Entwicklung und
Chronifizierung dieses Krankheitsgeschehens ungeloest. In der
medizinischen Hypertonie-Forschung gibt es seit geraumer Zeit
Bestrebungen, auch andere Disziplinen einzubeziehen, um dadurch zu
einem besseren Verstandnis der krankheitsbe- dingenden Faktoren zu
gelangen und auf dieser Basis die Be- handlungsmethoden zu
optimieren. Seit Erfindung der Blutdruckmessung war es erfahrenen
Klinikern ein unmittelbar evidentes Phanomen, dass Blut-
druckveranderungen auch von psychischen Vorgangen beein- flusst
werden koennen. Welche Rolle sie allerdings in der AEtio- logie und
Pathogenese der essentiellen Hypertonie spielen, ist bis heute
bedauerlicherweise noch nicht befriedigend geklart. Dabei ist,
trotz der Fulle empirischer und experimenteller Be- funde, vor
allem das Wie des Zusammenwirkens von psychi- schen und
physiologischen Faktoren unklar: Dieses Buch ist der Versuch, diese
Frage genauer zu untersuchen. Die Idee dazu entstand wahrend eines
interdisziplinaren Gesprachs von N ephrologen, N
euroendokrinologen, AErzten, Sozialepi- demiologen und Psychologen
zu Problemen in der Hyperto- nie-Forsch ung. Die vorliegenden
Einzelbetrage greifen die zentrale The- matik jeweils von ihrem
speziellen Forschungsansatz her auf.
Jede arztliche Untersuchung setzt entsprechende Kenntnisse der
"normalen" Anatomie voraus; denn der Bau des gesunden menschlichen
Korpers (mit seinen die Funktion nicht beeintrachtigenden
Varianten) bildet die einzige Bezugs grundlage, von der aus
krankhafte morphologische Veranderungen beurteilt und zur
Diagnosestellung herangezogen werden konnen. Die augenblickliche
Ausbildungs- und Prufungssituation macht es dem Me dizinstudenten
nicht gerade leicht, im Fach Anatomie das Wissen zu erwerben, das
fur die Ausbildung zum Arzt und die Tatigkeit als Arzt erforderlich
ist. Die zeitliche Beschrankung des Anatomieunterrichts erlaubt es
dem akademischen Lehrer heute leider nur begrenzt, die in den
Anfangssemestern vermittelten Grundkenntnisse der systematischen
und der funktionellen Anatomie in einer auf die Praxis bezogenen
Zusammenfassung anatomisch wichtiger Sachverhalte zu integrieren
und im klinischen Studienabschnitt zu vertiefen. Diesem
offensichtlichen Mangel in der derzeitigen arztlichen Ausbildung
mochte die "Diagnostische Anatomie" entgegenwirken. In ihr werden
fur arzt liches Denken und Handeln wichtige Gegebenheiten aus dem
Bereich der ma kroskopischen Anatomie aus der Vielzahl der in
Kursen und Vorlesungen ange botenen Informationen herausgegriffen,
in gestraffier Form und dennoch gut verstandlich erlautert und
durch einpragsame Abbildungen verdeutlicht. In Ab kehr von der
ublichen Stoffeinteilung topographisch-anatomischer Lehrbucher
ermoglicht die Gliederung des Buches nach den Stationen der
arztlichen Unter suchung dem Studenten eine neue, auf die
praktische Anwendung bezogene Ordnung seines anatomischen Wissens.
Dem jungen Arzt bringt die "Diagnosti sche Anatomie" bei
Routineuntersuchungen die gewunschte Ruckerinnerung und die
notwendige Sicherheit bei der Abgrenzung pathologischer Verande
rungen."
In der vorliegenden Schrift wird die Indikation zu den dia-
gnostischen und therapeutischen Massnahmen als eine per- soenliche
Entscheidung des behandelnden Arztes dargestellt: auf grund seiner
Erfahrung und auf grund des Eindrucks, den er von der
Persoenlichkeit des vor ihm liegenden Patien- ten gewinnt,
entscheidet er nach bestem Wissen und Gewis- sen uber sein Handeln.
Das Dargelegte gibt die persoenliche Meinung des Autors wieder, die
dieser in jahrelanger Erfah- rung am Krankenbett gewonnen hat.
Gesprache mit Ethikern haben gezeigt, dass diese keine klaren
Anweisungen fur das Handeln des Arztes am Kran- kenbett geben
koennen, sondern erst, nachdem sie eine Mei- nung gehoert haben,
eine Beurteilung der Handlung und eine Einschatzung des Vorgehens
zu geben vermoegen. Juristen beziehen einerseits im Einzelfall eine
eindeutige, wenn auch oft nicht einheitliche Stellung, vertreten
aber andererseits nur die moralische Mindestanforderung. Als
uberzeugter Kliniker halt sich der Autor fur berechtigt, seine
persoenliche Stellungnahme zu veroeffentlichen und zur Diskussion
zu stellen. Die Abhandlung ist fur praktisch tatige AErzte in
Klinik und Praxis bestimmt. Sie soll eine Lucke ausfullen, welche
zwischen der schulmassig gelehrten, scheinbar so klaren arztlichen
Handlungsanweisung einerseits und zwischen den tatsachlich
angewandten Praktiken arztlicher Kunst am Kranken andererseits
vermittelt, indem sie zu einer vernunf- tigen Vorgehensweise
anregt, in der sich sowohl verstandes- massiges als auch ethisches
Denken realisieren.
Die Grundlage fUr die Diagnostik der meisten dermatologischen
Affektionen bleibt die Analyse der Krankheitsmorphen. Die scheinbar
unerschopfliche Flihigkeit der Haut, Varianten der krankhaften
Veriinderungen hervorzubringen, tiberfordert dabei den
Nicht-Facharzt. Die Gefahr der Resignation ist groB und die
Versuchung, auf die Diagnose zu verzichten und empirisch nur die
Symptome zu behandeln, ist verlockend. Dadurch bleiben nicht nur
viele "Signale" der Haut, z. B. tiber Erkrankungen an- derer Organe
oder tiber Arzneinebenwirkungen, unverstanden, sondem auch das
unbefriedigende Geftihl der Oberfliichlich- keit. 1m vorliegenden
Beitrag wird versucht, dem Nicht-Dermatologen mit Hilfe eines
Suchkatalogs - ohne Anspruch auf Vollstiindigkeit und mit der
gebotenen Schematisierung - die Diagnose von hiiufi- gen oder zwar
seltenen, aber in ihrer Aussage wichtigen Derma- tosen zu
erleichtem. In einer eigenwilligen, der funktionellen und
praktischen Betrachtungsweise entstammenden Gruppierung werden
diese Dermatosen auch einzeln dargestellt. Ein besonde- res
Anliegen war es, die diagnostischen und therapeutischen Grenzen des
Nicht-Facharztes zu beriicksichtigen und durch Hin- weise auf eine
sehr wtinschenswerte interdiszipliniire Kooperation die
Moglichkeiten der Vertiefung aufzuzeigen. l Danken mochte ich in
erster Linie meiner Frau und meinen Kin- dem, den
"Hauptleidtragenden" dieses Beitrags, ftir das unter- sttitzende
Verstiindnis. Den Klinikfotografen, Herm Fuge und Herm Rtidiger,
sei ftir die Anfertigung der farbigen Abbildungen gedankt. Fur die
sorgfiiltige Schreibarbeit danke ich Frau Behr- mann.
mit einer zunehmenden Zahl von Verletzten und Toten.
Art und Ausmass des Versicherungsschutzes in der gesetzlichen
Unfallversicherung und der privaten Unfallversicherung sind zum
Teil sehr unterschiedlich. Wird bei der Begutachtung von Unfall
folgen nur das beachtet, was in der gesetzlichen Unfallversiche
rung zutreffend ist, obwohl es sich um einen Anspruch an die priva
te Unfallversicherung handelt, sind Schwierigkeiten irrfolge man
gelnder Kenntnis oder falscher Anwendung vertraglich festgeleg ter
Beurteilungsnormen in der privaten Unfallversicherung unver
meidlich. Um den Arzt, vor allem den Gutachter, zu unterrichten,
wurde 1964, mit einem Neudruck 1973, erstmals ein handliches
Nachschlagewerk zusammengestellt. Es wurden auch erstmals Ta bellen
zur teilweisen Gebrauchsunfahigkeit, was im allgemeinen als
"Gliedertaxe" bekannt ist, erstellt. Durch langere Erfahrung haben
sich diese Werte gefestigt, auch wenn sie nur als Richtlinien
dienen, aber doch einheitliche Kriterien erleichtern. Nicht alle
vertraglich festgelegten Bestimmungen der privaten
Unfallversicherung wer den kommentiert, nur das behandelt, was
speziell den Gutachter interessiert, um so den Charakter des
handlichen Nachschlage werkes zu erhalten. Es soll weiterhin dem
Gutachter helfen, auch einsichtige wie uneirrsichtige Versicherte
uber die Lage des Falles aufzuklaren. Munchen, im September 1979
Wolfgang Perret VII 1. Unterschiede zwischen privater und
gesetzlicher Unfallversicherung Die gesetzliche Unfallversicherung
ist fur einen bestimmten Perso nenkreis eine Pflichtversicherung,
die private Unfallversicherung ist freiwillig. Der
Versicherungsschutz in der gesetzlichen Unfall versicherung
erstreckt sich nur auf Verletzungen bei einem Ar beitsunfall, d. h.
einem Unfall bei der versicherten Tatigkeit, auf dem Wege von und
zur Arbeit und bei bestimmten Berufskrank heiten."
1st die Medizin tatsaehlich so mamos, wie es der brillante und
unerbitt liehe Kulturkritiker Ivan Illieh immer wieder verkiindet?
Die Medizin befindet sieh zweifellos in einer Krise, aber sie ist
offensiehtlieh langst nieht so moribund, daB sie von den wiitenden
Attaeken Illiehs hinweg gefegt werden konnte. Dennoeh ist es Illich
gelungen, das von vielen dumpf empfundene Unbehagen an der Medizin,
ja der Zivilisation sehleehthin, in einen von der breiten
Offentliehkeit willig aufgenomme nen Mythos von der Entmiindigung
des Mensehen und der Enteignung der Gesundheit umzumiinzen. Der
Nemesis, der gereehten Strafe fUr die industrielle Hybris, die in
der Umwandlung der Welt in eine inhumane Krankenstation bestehen
werde, konne die Mensehheit nur dureh die Riiekkehr zur
Selbstbestimmung und zur Autonomie des Individuums entrinnen. Die
These Illichs, die Medizin habe sich zu einer ernsten Gefahr fur
die Gesundheit entwickelt, hat nicht nur bedingungslose Zustimmung
gefunden. Sie ist aueh auf erhebliehen Widerspruch gestoBen. Eine
konsequente Auseinandersetzung mit Illichs Werk "Die Nemesis der
Medizin" hat im deutschen Spraehraum bislang aber nieht stattgefun
den. Dies mag daran liegen, daB die Diskussion nicht nur auf
medizini scher Ebene gefiihrt werden kann. Illichs Kritik an der
Medizin setzt an der Industriegesellschaft und ihrer Biirokratie
an, die den Mensehen ihren Bediirfnissen entspreehend beliebig
manipulierten."
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