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Books > Medicine > Clinical & internal medicine > Rheumatology
Die Radiologie der Hand wird die von A. WACKENHEIM herausgegebene
Reihe Radiodiagnostische UEbungen fort- setzen. Schon immer
versuchten die Menschen, die verschiedenen Formen und Linien der
Hand zu deuten, um den Charakter eines Menschen und seinen
Lebenslauf zu erkennen. Der Symbolismus der Hand spielte eine
wichtige Rolle im Kultur- leben der Alten Welt. Daher ist es nicht
verwunderlich, dass sich das erste Buch uber die Hand von Johannes
Hartlieb mit der Chiromancie befasste und dass es seit der zweiten
Halfte des 15. Jahrhunderts bereits in vier Auflagen vorlag. Als
1895 Wilhelm Roentgen die Hand seiner Frau auf eine
photographische, mit schwarzem Papier umhullte Platte legte und
anschliessend in die neuentdeckte Strahlung hielt, war die
Radiologie geboren. Nur 2 bis 4% aller radiologischen Unter-
suchungen entfallen heute auf die Hand. Dieser Band soll dem Leser
zeigen, wie uberraschend vielfaltig und verschieden die Pathologie
der Hand ist. Besonderen Dank moechte ich meinen Freunden Y. DIR-
HEIMER (Rheumatologe), J. C. DOSCH (Traumatologe) und G. FOUCHER
(Handchirurg) fur das freundlicherweise zur Verfugung gestellte
Bildmaterial aussprechen. P. BOURJAT VII Inhaltsverzeichnis 1 1.
Teil: Roentgenbilder. . . 117 2. Teil: Text und Schemata 203
Sachverzeichnis . . . . . .
Die orale Goldtherapie hat sich behutsam unter begleitenden
MaBnahmen der Arzneimittelsicherheit in das Konzept der
Basistherapie der chronischen Poly- arthritis eingefUgt. Es ist
arztliche Aufgabe, die Handhabung dieses Medi.kamentes immer wieder
kritisch zu uberprufen und damit das Nutzen-Risiko-Verhaltnis so
gunstig wie m6glich zu gestalten. Die leichte Handhabung fur den
Patienten und die geringe Frequenz schwerer unerwunschter Wirkungen
darf keinesfalls zur "breiten Anwendung" der Goldsalze fUhren. Die
Indikation unterliegt den strengen Gesichtspunkten al- ler
sogenannten Basistherapeutika der chronischen Polyarthritis, denen
wohl eine lang anhaltende antiphlogistische Wirkung, aber in
unterschiedlichem AusmaB wohl auch eine immunmodulierende Wirkung
zukommt. Diese Monographie uber die orale Goldtherapie der
chronischen Polyarthritis beginnt mit den grundlegenden
Er6rterungen uber die Kriterien der medika- ment6sen Basistherapie
bei dieser Krankheit uberhaupt. Damit wird den Ge- sichtspunkten
einer allgemeinen IndikationderBasistherapieRechnung getra- gen.
Spezielle Gesichtspunkte, unterwelchenVoraussetzungeneineorale
Goldthe- rapie angezeigt ist, wie lange siedurchzufuhrenistundvor
allemwelche Anfor- derungen an die Therapiekontrollezu stellen
sind, wird indem zweitenBeitrag besprochen. Die dann folgenden
Referate beschaftigen sich mit dem wichtigen Gebiet
derTherapiesicherheitund gebenunteranderem auch das Ergebnis des
Arzneimittelsicherheitsprogrammes fur das orale Gold (Ridaura)
wieder. SchlieBlich wird das Problem besprochen, wie zu verfahren
ist, wenn bereits andere Basistherapien gegeben wurden und aufeine
orale Goldtherapie umge- setzt werden soll.
GrundIagenforschung, klinische Forschung und klinische Praxis haben
den Rheuma- begriffin den letzten 25 Jahren verandert. Eine
eindeutige Festlegung hat der Rheu- mabegriff bis heute nicht
erfahren. Unter Erkrankungen des rheumatischen Formen- kreises
verstehen wir vielmehr Leiden ganz unterschiedlicherAtiologie und
Pathogene- se. Ober die ZugehOrigkeiteinzelner Krankheiten und die
Abgrenzung des Rheumabe- griffs gibt es dernnach auch heute noch
unterschiedliche Auffassungen; kein Zweifel besteht aber daran, daB
rheumatische Erkrankungen ein groBes interdisziplinares Interesse
beanspruchen und die Erforschung von Atiologie, Pathogenese und
Therapie weltweit mit groBem Nachdruck betrieben wird. Mehr noch
als in anderen Bereichen der klinischen Medizin sind in der
Rheumatologie an der experimentellen Erforschung unterschiedlichste
Fachrichtungen beteiligt. 1m Juni 1985 wurde in GieBen eine
Arbeitstagung mit dem Thema "Experirnentelle Rheumatologie"
durchgefuhrt und gemeinsam von der Orthopadischen Klinik GieBen,
der KIinik fur Physikalische Medizin, Balneologie und Rheumatologie
GieBen/Bad Nauheim und der Medizinischen KIinik III des Zentrums
fur Innere Medizin in Gie- Ben ausgerichtet. Ziel der Veranstaltung
war es, einen Erfahrungsaustausch verschiedener Arbeitsgrup- pen
aus unterschiedlichen Fachgebieten zu zwei aktuellen Themen der
experimentel- len Rheumatologie zu ermoglichen, den derzeitigen
Forschungsstand zu beschreiben und klinische Beziige herzustellen.
Die standigen Fortschritte auf allen Gebieten der Medizin und die
daraus resultierende Verpflichtung zur Bewaltigung des
medizinischen Wissens zwingen uns zu immer neuer Korrektur und
Erganzung des Erlernten. Wie jegliche Entwicklungsgeschichte
verlauft auch die medizinische Entwicklung nicht geradlinig von
einem Punkt zum nachsten, sondern nimmt ihren Lauf uber viele
Umwege. Als ein Umweg kann auch die Verwendung von Kno- chenzement
bei der Implantation von Huftprothesen angesehen werden. Zwei
Jahrzehnte, nachdem Charnley die Zementfixation in die
Endoprothetik eingefiihrt hatte, zwingt die zunehmende Zahl von
Lockerungskomplikationen mit einer anwachsenden Lawine von
Reoperationen zu einer Ruckbesinnung auf den verlassenen Weg der
zement- freien Implantationstechnik, den Ring kontinuierlich weiter
verfolgt hatte. Das Ziel der dauerhaft n, stabilen Verankerung der
Prothesenteile im Knochen wird dabei mit ganz unterschiedlichen
Konzepten in einer solchen Vielfalt angestrebt, dass es selbst dem
Einge- weihten schwerfallt, alle Entwicklungen zu uberblicken. Die
zementfreie Huftendoprothetik ist in den letzten Jahren nicht nur
in jeder Hinsicht wissenschaftlich tragfahiger geworden, es sind
auch Fortschritte in der Grundlagenfor- schung erzielt worden, die
es lohnenswert erscheinen lassen, eine Standortbestimmung
vorzunehmen. Es war daher das Bestreben der Herausgeber, die
Grundlagen, Erfahrungen und aktuellen Tendenzen der zementfreien
Huftprothesenimplantation in einem Symposium uberschaubar
darzustellen. Ein Symposium dient der wissenschaftlichen
interdisziplinaren Kommunikation ebenso wie der Fort-und
Weiterbildung. Das am 18. und 19. Oktober 1985 von der
Unfallchirurgischen Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover
veranstaltete "Symposium Zementfreie Huftprothese" vermittelte den
aktuellen Stand der medizinischen Erkenntnisse auf diesem Gebiet.
Das in England von J.Crawford Adams geschriebene Lehrbuch "Outline
ofOrthopaedics" wendet sich hauptsachlich an den Stu- denten und an
den angehenden Arzt. Es will weniger eine Enzy- klopadie der
orthopadischen Krankheitsbilder sein, als viehnehr Wege
beschreiben, wie man abwagend Diagnosen bei Erkran- kung des
Haltungs- und Bewegungsapparates stellt. Besonderer Wert wurde
dabei auf die Darstellung der Untersuchungstechni- ken gelegt. Es
fliessen eine Reihe von praxisnahen Ratschlagen ein, die auf einer
langjahrigen Erfahrung beruhen und die persoen- liche Note des
Autors tragen. Die therapeutischen Moeglichkeiten werden
entsprechend den ein- zelnen Krankheitsbildern besprochen. Die
Bearbeiter hatten in bestimmten Kapiteln gerne einige Ergan- zungen
und Umstellungen vorgenommen. Dies hatte jedoch zu ei- ner
Ausweitung des Stoffes gefuhrt, die zu Gunsten einer straffen
Gliederung und Begrenzung vermieden werden sollte. Fur den
interessierten Studenten und angehenden Arzt bietet das
Literaturverzeichnis eine Menge von Quellenangaben aus dem
englischen Sprachgebiet. Es ist somit die Moeglichkeit geboten,
durch Studium der entsprechenden Basisarbeiten aus der angel-
sachsischen Literatur bereits vorhandene Kenntnisse zu erwei--
terno Beigefugt ist ein Schlussel zum Gegenstandskatalog, der dem
Stu- dierenden eine rasche Information uber den fur die arztliche
Pru- fung geforderten Stoff des Fachgebietes Orthopadie
ermoeglicht. Besonderen Dank schulden wir Herrn Dr. Heinz Goetze
vom Springer-Verlag, der auf den Vorschlag, ein derartiges Lehrbuch
ins Deutsche zu ubersetzen, sofort und bereitwillig einging und fur
die hervorragende Ausstattung sorgte, welche die Werke des
Springer-Verlages kennzeichnet.
Dieser Band stellt die Publikation eines ebenso konzentrierten wie
umfangreichen KongreBes dar. Den Veranstaltern ging es darum, den
gegenwartigen Stand der Rheumatologie darstellen zu lassen. Diese
ohnehin interdisziplinar betriebene Wissenschaft hat eine enorme
Diversifikation durchgemacht. Man muB dies als Ausdruck der
Stimulation betrachten, die von dem faszinierenden
"musculoscelettal System" ausgeht, wenn klinische und subjektive
Storungen das Ratsel der ursachlichen Verkettung aufgeben und
gleichzeitig den Auf trag zu einem therapeutischen Konzept. Nur
sehr langsam u11d stellenweise kommen sich die Fakten der Empirie
und Grundlagenforschung naher, so daB ein Bruckenschlag versucht
werden kann. Verkniipfungen dieser Art bediirfen der Forde- rung
durch gegenseitige Anregung und gleichzeitig der Qualitatskontrolle
durch kompetente Kritik. Es war somit notwendig, durch gezielte
Thematik auf der einen und geniigend Freiraum auf der ande- ren
Seite den KongreB in dem Sinne attraktiv zu machen, daB die
Experten aller mit der Rheumato- logie verbundene Fachrichtungen
prasent waren, und damit quasi die Wirkung einer Jury ausiibten.
Man kann im Nachhinein den KongreB als Mittel zum Zweck der
Hervorbringung dieser Procee-dings betrachten. Es war auch an der
Zeit, daB sich die deutschsprachige Rheumatologie in groBerem
Rahmen und in allen Dimensionen darstellen konnte.
Lumbalsyndrome, die auf vielseitige pathologische Ursachen
zuruckzufuhrenden Stoerungserschemungen am Achsenorgan, treten
insbesonders mit zunehmenden Alter bei einem umfangreichen
Prozentsatz der Bevoelkerung auf. Die damit vergesellschaf- tet
entstehenden schmerzhaften Funktionsstoerungen, die sich von einer
Trubung des taglichen Lebens bis zur Arbeitsunfahigkeit auswirken
koennen, geben der Behand- lung der Lumbalsyndrome daher eine
besondere medizinische und sozialmedizinische Bedeutung. Die
Vielschichtigkeit ihrer Ursachen stellt den behandelnden Praktiker
oder Facharzt immer wieder vor komplizierte
duferentialdiagnostische uberlegungen und eine dementsprechende
Auswahlmoeglichkeit im therapeutischen Entschluss. Umso
begrussenswerter ist es, dass die Ursachen der Lumbalsyndrome von
einem erfahrenen Kenner der Materie in der vorliegenden Monographie
nach den verschie- densten Gesichtspunkten und an Hand eines
grossen Patlentengutes abgehandelt und besprochen werden. Die
Kombination von genauen bewegungsphysiologischen, ana- tomischen
und neurologischen Grundlagen mit der langjahrigen arztlichen
Erfahrung eines konservativ handelnden Orthopaden, der be ondere
Akzent, der auf Anamnese, genaue klimsche Untersuchung u!1d
Beobachtung' de.s Patienten gelegt wird, die Hin- weise und
Empfehlungen. fur 'eine vrelgestaltig einsetz bare Therapie, sowie
das Neu- artige in sser AD.$icht ubef'rlie' Koniple'xitat der
Stoerfaktoren und deren notwendige Beseitigung sollten jedem mit
d'er vorliegenden Problematik befassten Arzt einen Leitfaden fur
das UEberdenken von Untersuchung, Diagnose und Therapie zur Verfu-
gung stellen.
Sowohl die Forschung wie die praktische Tatigkeit am Krankenbett
zeigten in den letzten lahren im Arbeitsgebiet der Rheumatologie
eindeutig die Tendenz sich auszuweiten tiber das urspriingliche
Geschehen am Gelenk-und Bewegungsapparat hinaus. Es geht dabei urn
den Miteinbezug weiterer Organe und Organsysteme ins
rheumatologische Arbeitsgebiet. Der Grund dafUr ist ein zweifacher,
namlich einer seits die Frage, ob das Bindegewebe als Trager
rheumatologischer Erkrankungen auch in anderen Organen als dem
Bewegungsapparat Krankheitsmanifestationen aufweisen kann und
andererseits urn die Frage, inwiefern die teils "aggressive" me
dikamentose Therapie rheumatischer Krankheiten Nebenwirkungen an
verschieden sten Organen nach sich ziehen kann. Letzteres vor
allem, wenn man bedenkt, wie haufig langdauernde Medikationen beim
Rheumatiker verordnet werden mtissen. Beispiele dafUr lassen sich
viele aufzahlen: die Mitbeteiligung des lymphatischen Systems am
immunologischen Geschehen entziindlich-rheumatischer Erkrankungen,
die Beeinflussung des hlimatopoetischen Systems, die Mitbeteiligung
der Lunge oder des Nervensystems und die Schlidigungen der Niere
unter Goldmedikationen, die Hautmanifestationen unter bestimmten
Medikamenten und andere mehr. Mein ehemaliger Oberarzt, Dr. R. Rau,
hat sich die Mtihe genommen, die Leber als zentrales Objekt seiner
Arbeit auszuwahlen und die obgenannte doppelte Fra gestellung
abzukl1iren versucht. Weil dariiber noch sehr wenig bekannt ist,
mu1l>te auch die altere Literatur durchgesehen und gesichtet
werden, erganzt durch eigene Untersuchungen unter Einbezug neuerer
funktioneller Leberuntersuchungen und morphologischer Befunde aus
Leberbiopsien bei Rheumatikern. Herrn Rau ist es gelungen, einen
tlberblick tiber den heutigen Stand des Wissens zu bekommen."
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Psychosomatik, Radiologie, Immunologie, Pathologie, Klinik Und Therapie Rheumatischer Erkrankungen
- Vortrage Des Kongresses Der Deutschen Gesellschaft Fur Rheumatologie Regensburg, 28. September Bis 2. Oktober 1976
(German, Paperback, 1978 ed.)
H. Mathies, V R Ott, R. Schoen
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R1,578
Discovery Miles 15 780
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Ships in 18 - 22 working days
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Die einmalige fruhmorgendliche Gabe von
Nebennierenrindenhormon-Praparater. ist sinnvoll, zunachst einmal
unter der Voraussetzung, dass die dabei erforderliche
Gesamttagesdosis derjenigen bei Verteilung uber den Tag entspricht.
Das ist bei einem Teil der Patienten gegeben, vor allem, wenn man
mittags und abends nicht steroidale Antirheumatika einsetzt. Bei
einem anderen Teil ist es jedoch dann nicht moglich, mit der
gleichen Steroiddosis auszukommen, vor allem nicht bei den
ambulanten Patienten, die im normalen Arbeitsprozess stehen. Es ist
nocb offen, ob man hinsichtlich aller Nebenwirkungen besser liegt,
wenn man fruh evtl. eine hohere Steroiddosis als eine insgesamt
niedrigere uber den Tag verteilte Dosis gibt. Hinsichtlich der
NNR-Suppression ist der Vorteil jedenfalls anzuerkennen. Wir wissen
nicht, ob auf Grund einer bei verschiedenen Derivaten unterschied
lichen Gewebshaftung trotz evtl. langerer klinischer Wirkungsdauer
der NNR supprimierende Einfluss nicht auch entsprechend lang
anhalt. Im allgemeinen ist bei langerer therapeutischer Wirkung
auch ein langer anhaltender supprimierender Effekt anzunehmen. In
Anbetracht der Forderung der einmaligen morgendlichen Gabe bieten
also langer wirkende Praparate (unter Vorbehalt des eventuellen
Vorzuges bezuglich der Gewebshaftung) keine Vorteile, sondern waren
in dieser Beziehung eher nachteilig. Praparate mit Depot- bzw.
Retardwirkung sind in jedem Falle ungeeignet. Der gelegentliche
Applikationsmodus mit einmaliger Gabe alle 48 Stunden ist in der
Rheumatologie nicht durchfuhrbar. IV. Parenterale
Glukokortikoid-Applikation als Dauertherapie Mit Zustimmung der
Tagungsteilnehmer stellte Mathies fest, dass sich eine parenterale
Dauertherapie mit NNR-Steroiden aus den vorangegange nen
Diskussionen und wegen der dabei gewonnenen Erkenntnisse die
Zweckmassigkeit der einmal taglichen fruhmorgendlichen Gabe
verbietet."
Die progredient chronische Polyarthritis (Pcp) oder rheumatoide
Arthritis (RA) steht zur Zeit zweifellos im Mittelpunkt des
allgemeinen Interesses an der Rheumatologie. Die Griinde dafiir
sind vielseitig und sowohl prak- tischer als aurn theoretischer
Art. Die Forschungen uber die Pathogenese mit ihrem immunologischen
Anteil, uber die Bedeutung der Rheumafaktoren und anderer
Autoantikorper und uber die therapeutisrnen Konsequenzen einer
immunsuppressiven Therapie sind in vollem FluB. Die Anwendung einer
chirurgischen Therapie, speziell der Synovektomie, ist in Zunahme
begriffen. Die nosologische Stellung und Abgrenzung, Fragen der
Epide- miologie, die Einflusse exogener Faktoren, die Erblichkeit -
uber alle diese und viele andere Teilprobleme sind die Akten nicht
geschlossen. Ein Zeit- punkt, indem alles, was wir uber die
chronische Polyarthritis wissen oder auch nur annehmen, noch in
lebhafter Entwicklung ist, scheint denkbar ungunstig zu einer
monographischen Darstellung zu sein. Diesem Einwand, der zweifellos
seine Berechtigung hat, ist aber zu entgegnen, daB eine Be-
standsaufnahme gerade in Zeiten rasrner Entwicklung nutzlich ist
und die vor uns liegenden Probleme aufzeichnen kann und daB es fiir
den Autor besonders reizvoll ist, zu versuchen, in mancher
Beziehung das Unvoll- kommene darzustellen und das Risiko, daB
rasch Neues hinzukommen wird, auf sich zu nehmen. Bei der immer
rascher werdenden Entwicklung in allen Zweigen der Medizin besteht
dieses Risiko ja ganz allgemein. Es wurde in der Darstellung des
Gebiets vor allem den klinischen Aspek- ten Raum gegeben und dabei
die internationale Literatur der letzten 12 Jahre besonders
berucksirntigt. Eine VollsUi.
Flut und Ebbe der Lehre von der Herdinfektion und den
Herderkrankungen fallen zeitlich ziemlich genau zusammen mit der
Dauer des Berufslebens der- jenigen Arzte, die heute das 75. Jahr
iiberschritten haben. Sie begannen ihr Studium am Ende des ersten
Jahrzehnts des 20. Jahrhunderts. Auf dem Inter- nistenkongreB 1909
erregte H. PASSLER die Gemiiter mit seinen Ausfiihrungen "Ober die
Beziehungen einiger septischer Krankheitszustande zu chronischen
Infektionen der Mundhohle". Es sei deshalb einem dieser alten Arzte
vergonnt, den Ablauf der Lehre von den Herden im Zusammenhang mit
ihren Folgekrankheiten zu betrachten, und zwar in den Grenzen der
ihm vertrauten Rheumatologie. Sind es doch einmal die rheumatischen
Krankheiten im weiten Sinne des Be- griffs, die in der Praxis unter
den "Zweiterkrankungen" groBen Raum einnehmen und ist es doch zum
anderen auch heute noch notwendig, gerade an diesem Bei- spiel zu
lehren, wie es auf saubere Begriffe in der Diagnostik entscheidend
an- kommt, wenn es darum geht, die atiologisch und pathogenetisch
verschieden- artigen rheumatischen Krankheiten und Leiden mit
Herdwirkungen zusammen- zubringen oder gar zu erkHiren. Der Plan zu
dieser Schrifl: ist schon ein paar Jahre alt. Immer wieder bin ich
zuriickgescheut, nicht zuletzt abgestoBen von der chaotischen
Fiille der Veroffent- Iichungen. Sie sind so widerspruchsvoll, so
ungleichwertig, daB es Oberwindung gekostet hat, sich
heranzumachen. Das was schlieBlich ausgewahlt wurde, wird
hoffentlich ein leidlich klares Bild geben und die verbindende
Linie zwischen den zum Teil ausfiihrlichen Berichten iiber
bemerkenswerte Arbeiten erkennen lassen.
Die vielsei tigen Schmerzsymptome in bindegeweblichen Organen bei
Frauen sind von der offiziellen Rheumaforschung trotz der kleinen
Monographie (Dresden und Leipzig 1941) in der Sammlung "Der
Rheumatismus" (Bd.21) von H. KUSTNER wenig beachtet worden. Damals
war der Begriff des Rheuma tismus noch wesentlich weniger definiert
als heute. Die Frauenarzte haben sich daher ihre eigenen
Vorstellungen und ihre spezielle Nomenklatur gebil det. Diese nicht
mehr zeitgemasse Doppelgleisigkeit zu uberwinden, ist das
vorliegende Buch in besonderem Masse geeignet. Ihm liegt die enge
Zusam menarbeit eines Gynakologen mit dem Internisten eines
Kreiskranken hauses zugrunde, welcher sich als Rheumatologe
verdient gemacht hat (vergl. W. HANGARTER: Das Erbbild der
rheumatischen und chronischen Gelenkerkrankungen Der Rheumatismus,
Bd.13, Dresden und Leipzig 1939]). So ist zu hoffen, dass dieses
Buch in gleicher Weise dem Gynakologen und Geburtshelfer wie dem
Internisten und Rheumatologen dienen wird. Bei der schwierigen
Beurteilung dessen, was wir mit einem Sammelbegriff als
"Weichteilrheumatismus" zu bezeichnen pflegen, wird sich
hoffentlich eine fruchtbare Diskussion uber die Beteiligung der
bindegeweblichen Becken organe am rheumatischen Geschehen ergeben,
die unsere unvollkommenen Kenntnisse uber die "Fibrositis" zu
erweitern vermag."
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